Sonntag, 20. Februar 2011

Die Herrlichkeit des Erbes

Die Herrlichkeit des Erbes


Erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr wißt, welches die Hoffnung seiner Berufung und welches der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen sei, welches auch die überwältigende Größe seiner Macht sei an uns, die wir glauben, vermöge der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke, welche er wirksam gemacht hat in Christus, als er ihn aus den Toten auferweckte und ihn zu seiner Rechten setzte in den himmlischen Regionen (Epheser 1, 18 - 20)


Paulus wünscht der Gemeinde (und damit auch uns) erleuchtete Augen des Herzens. Damit sind jetzt nicht leuchtende Augen gemeint, auch wenn das wohl ziemlich automatisch das Ergebnis ist, wenn wir erkennen, wie gut Gott es mit uns gemeint hat. Erleuchtete Augen sind Augen, denen der Heilige Geist zeigt, wie Gott sieht und was Gott für uns bereit hält. Es ist irgendwie unfassbar, wie unermesslich viel wir bekommen, wenn wir in dem Herrn Jesus und damit in seiner Gemeinde sind. Zuerst ist da die Hoffnung der Berufung. Diese Hoffnung besteht darin, dass wir wissen: Gott Vater hat uns schon gekannt und erwählt noch bevor er die Welt geschaffen hatte. Wir sind die Auserwählten Gottes, für die der Herr Jesus sich selbst ganz und gar hingegeben hat und unsere Sünden durch sein Blut bezahlt und uns reingewaschen hat. Wir sind auch versiegelt mit dem Heiligen Geist, also Gott hat sein Siegel auf uns gedrückt und damit seinen alleinigen Besitzanspruch geltend gemacht, und darum kann uns nichts und niemand jemals wieder aus der Hand Gottes reißen. Wir sind dazu berufen, in Ewigkeit mit unserem Herrn in Gemeinschaft zu sein. Da dies noch nicht in vollem Umfang erfüllt ist, nennt Paulus das hier die Hoffnung der Berufung. Also das, was wir erhoffen, weil Gott, der immer treu ist, uns das versprochen hat.

Weiter dürfen wir erkennen, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes ist. Christus ist Erbe von allem, was ist. Als seine Miterben dürfen wir was wohl mit-erben? Ebenfalls alles, was ist. Wer den zum Vater hat, dem alles gehört, dem gehört ja deshalb auch alles. Das bedeutet nun aber keinesfalls, dass zum Erben zuerst der Tod von Gott Vater eintreten musste. Manche Irrlehren des Patripassionismus (Gott Vater habe am Kreuz auch mitgelitten und sei mitgestorben, aktuelles Beispiel dieser Irrlehre ist zur Zeit der Roman „Die Hütte“ von William P. Young) gehen hiervon aus, um ihre Theorien zu stützen. Wenn Gott jedoch davon spricht, dass wir Erben Gottes und Miterben Christi sind, dann bedeutet das ganz einfach, dass wir etwas versprochen bekommen haben, aber noch nicht alles davon auf einmal bekommen. Vielmehr ist uns der Heilige Geist als Angeld gegeben worden, das heißt also als vorhergehenden Beweis dafür, dass zu seiner Zeit, nämlich im neuen Himmel und auf der neuen Erde, dann die vollständige Erfüllung dieses Versprechens folgen wird.

Dieses Angeld des Heiligen Geistes hat damit begonnen, dass Gottes Kraft an uns wirksam wurde, und zwar zur Erleuchtung, Buße, Bekehrung, Wiedergeburt und Glaube. Zunächst hat der Heilige Geist unsere Augen geöffnet, sodass wir unseren sündigen Stand vor Gott erkennen konnten. Dann hat er uns durch die göttliche Kraft gestärkt, sodass wir nicht vergeblich von ihm zur Buße getrieben wurden, sondern die Kraft bekamen, um auch echte Buße zu tun. Dann hat uns Gott dem Moment echter Buße bekehrt und wiedergeboren. Zugleich hat er uns mit Glauben erfüllt. Dieser Glaube ist nicht ein historischer Glaube daran, dass Jesus am Kreuz gestorben ist, sondern es ist der Glaube ein Vertrauen darauf, dass das, was der Herr am Kreuz getan hat, für ihn ganz persönlich geschehen ist. Historischen Glauben, nämlich daran, dass Jesus auf die Erde kam und gestorben ist, den haben auch der Teufel und die Dämonen, und dennoch gehen sie verloren. So kann es mit Menschen, die zwar diesen historischen Glauben, aber nicht das persönliche Vertrauen in das Erlösungswerk des Herrn Jesus haben, um keinen Deut mehr errettet werden. Dieser Glaube nämlich ist Gottes Werk in unseren Herzen.

In unserem hiesigen Leben auf der Erde hilft uns der Heilige Geist, indem er uns zur Heiligung antreibt. Dies sieht so aus, dass er uns immer wieder neu die Augen unseres Herzens öffnet für Gewohnheiten und Sachen, die Gott in unserem Leben nicht gefallen. Dies geschieht, wenn wir in der Bibel lesen oder wenn wir eine Predigt hören oder auch wenn uns andere Gläubige etwas sagen, was in unserem Leben falsch läuft. Natürlich hat Gott auch noch andere Möglichkeiten als diese drei, aber üblicherweise benutzt er eine von diesen dreien, um zu uns zu sprechen. Wir tun gut daran, diese drei Möglichkeiten gut zu pflegen und bei diesen immer gut aufzupassen, auch mit der Frage im Herzen und im Gebet: Herr, möchtest du mir dadurch etwas persönliches für mein Leben mitteilen? Was gibt es, was ich noch ändern soll? Was ist in meinem Leben, was dir noch missfällt? So können wir immer besser, schneller und sensibler auf Gottes Reden reagieren. Und das ist sehr gut so.

Die wichtigste Dimension ist aber die Zukünftige. Alles, was in unserem Leben auf der Erde hier passiert, ist zur Vorbereitung auf die Zukunft gedacht. So dürfen wir auch unser gesamtes Leben sehen. Jedes Ereignis dient dazu, um uns vorzubereiten auf die Ewigkeit. In der Ewigkeit wird die Arbeit nicht einfach aufgehoben sein, sondern ihre Bedingungen werden vom Fluch befreit sein. Aber Gott ist als Schöpfer und Erhalter der erste und größte Arbeiter überhaupt. Im Sündenfall sind nur die Bedingungen, unter denen der Mensch arbeiten muss, verflucht worden. Doch Arbeit als solche wird es immer geben. Nur halt nicht mehr in dem Sinne „im Schweiße des Angesichts“, sondern ohne Mobbing, ohne Missverständnisse und so weiter. So dient all unser Tun auf Erden zur Vorbereitung auf das Tun in der Ewigkeit.

Die stärkste Hoffnung, die wir haben, besteht also darin, dass wir auch nach dem Tod oder nach der Entrückung weiter leben dürfen. Hieraus können wir auch Kraft schöpfen für unseren täglichen Alltag, für schwere Zeiten und für unsere Ungeduld auf Erden. Wir dürfen immer wissen: Gottes Kraft hat den Herrn Jesus von den Toten auferweckt, da wird sie auch uns auferwecken. Und es ist ganz klar, dass wir diese Hoffnung jetzt schon in uns tragen: denn es ist deutlich einfacher, einen Toten aufzuerwecken, als einen Sünder, der von Kindesbeinen auf gewohnt ist, vor Gott wegzurennen und in allerlei sündige Lüste hinein zu fliehen, zu neuem geistlichem Leben zu erwecken. Deshalb ist unsere Gewissheit umso größer.


Hast du diese Gewissheit in deinem Herzen? Weißt du, dass der Herr Jesus für dich ganz persönlich den Weg des Kreuzes auf sich genommen hat? Dass er aber auch für dich wieder auferstanden ist, damit du mit ihm zusammen in alle Ewigkeit, aber auch jetzt und hier schon, Gemeinschaft haben darfst? Das ist sein größter Wunsch – mit dir in enger Gemeinschaft zu leben und dein Leben mit seiner Kraft und seiner Weisheit prägen zu dürfen!

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