Mittwoch, 9. Februar 2011

1. Korinther 12, 22 - 25

1. Korinther 12, 22 – 25:


Griechisch:

Deutsch:

22 αλλα πολλω μαλλον τα δοκουντα μελη του σωματος ασθενεστερα υπαρχειν αναγκαια εστιν

23 και α δοκουμεν ατιμοτερα ειναι του σωματος τουτοις τιμην περισσοτεραν περιτιθεμεν και τα ασχημονα ημων ευσχημοσυνην περισσοτεραν εχει


24 τα δε ευσχημονα ημων ου χρειαν εχει αλλ ο θεος συνεκερασεν το σωμα τω υστερουντι περισσοτεραν δους τιμην

25 ινα μη η σχισμα εν τω σωματι αλλα το αυτο υπερ αλληλων μεριμνωσιν τα μελη

Sondern es sind vielmehr gerade die Glieder des Leibes notwendig, die uns schwächer zu sein scheinen.

Und diejenigen, die uns weniger ehrwürdig zu sein scheinen, diese umhüllen wir mit umso größerer Ehre und unsere unansehnlichen haben dafür umso mehr Wohlansehnlichkeit,

aber unsere wohlansehnlichen brauchen das auch nicht. Gott hat den Leib zusammengemischt, auf dass er dem dürftigeren umso mehr Ehre gab,

damit im Leib keine Spaltung sei, sondern dass die Glieder umso besser füreinander sorgten.



Auslegung:


Wiederum zunächst eine Ausrichtung, worauf Paulus mit unseren vorliegenden Versen hinauswill, damit der Spekulationen über die einzelnen Worte kein Raum gegeben sei: Es geht immer noch um den von Paulus getadelten Umstand, dass die Korinther manchen Charismata einen falschen Stellenwert gegeben hatten. Hier im Text will er uns mit seiner typischen Logik aufzeigen, dass diejenigen, die mit großen Gaben und Visionen angeben konnten, gar keinen Grund haben, so viel von sich selbst zu halten. Wie wir im Detail noch sehen werden, tut er dies mit einem ziemlich schweren, gar etwas frechen Seitenhieb.


Vers 22 ist die Überleitung von den vorigen Versen, in welchen Paulus aufzeigte, dass niemand einen Grund hat, von anderen Gliedern schlecht zu reden oder zu denken, zugleich könnte man den Vers aber auch als Überschrift für die Verse 23 – 25 sehen, so als eine Art Einleitung, in welcher er ihnen noch auf die andere Art und Weise das zuvor Gesagte beweisen will. Genau genommen hat er ja zuerst in den Versen 19 – 21 erklärt, was nicht sein darf, nun aber beweist er das selbe noch auf negative Negation, nämlich so, wie es sein soll. Das ist so eine typische Argumentationsweise von Paulus.


Er gebraucht hier einen Vergleich vom menschlichen Körper. Wenn er nun im Vers 23 davon spricht, dass wir diejenigen Körperteile mit umso mehr Ehre umgeben, die uns weniger ansehnlich (oder ehrwürdig) erscheinen, so spricht Paulus zweifellos von unserem menschlichen Körper. Die Ehre meint hier die Bekleidung. Es ist anzunehmen, dass Paulus hier von den menschlichen Geschlechtsteilen spricht, da er das Verb „umhüllen“ gebraucht, welches für die Bekleidung dieser Körperteile steht. Dieser Vers also nimmt die Bekleidung, die „Ehrung“ des menschlichen Körpers auf und setzt sie mit dem Leib Christi in Verbindung. Übrigens sagt Paulus hier mit keinem Wort, dass diese Körperteile schlecht sein sollten, sondern nur, dass es zu seiner Zeit üblich war, sie als minderwertig zu betrachten und deshalb zu verhüllen.


Paulus fährt dann fort, indem er sagt, dass diejenigen Teile unseres Körpers, die wir für ansehnlich halten, dass wir diese eben auch nicht bedecken würden, und das ja auch nicht nötig sei. Nun kehrt er aber zurück zur Gemeinde als Leib des Herrn Jesus und macht den Korinthern klar: Gott hat es halt gleich gemacht, wie die Menschen es auch machen: Der Leib ist so durchmischt und auf diese Weise zusammengestellt, dass diejenigen Glieder des Leibes, die sich gerade am lautesten ihrer Besonderheit durch Ausstattung mit besonders „hohen“, „geistlichen“ Gaben und Visionen rühmten und angeben mussten, in Wirklichkeit nur deshalb von Gott so ausgestattet wurden, weil sie sonst zu wenig ansehnlich wären. Das kann man nun echt einen „Tiefschlag“ nennen...


Gleich darauf wird er aber wieder ernst und beteuert, dass Gott die Vielfalt der Gaben und Ämter gerade deshalb gegeben hat, damit die einzelnen Glieder der Gemeinde umso besser füreinander sorgen können. Das ist auch heutzutage sehr wichtig zu betonen. Jeder Gläubige ist mit einer für ihn bestimmten einmaligen Gabenkonstellation ausgestattet. Nun muss jeder seinen Platz finden und an diesem Platz gehören seine Gaben der ganzen Gemeinde. Es geht weniger um das Verhältnis zwischen Einzelnen, sondern um die Funktion des Leibes als Ganzes. Und wenn für jeden Gläubigen dieses Funktionieren des gesamten Leibes im Mittelpunkt steht, dann ist jedem Einzelnen geholfen, für jeden ist gesorgt und die Gefahr der Spaltungen ist damit ausgeschlossen. Spaltung gibt es erst dann, wenn man aufhört, sich selbst mit seiner Gabenkonstellation ganz seiner Ortsgemeinde zu verschenken. Aber so, wie der Herr Jesus sich selbst an uns verschenkt und hingegeben hat, so sollen auch wir uns unserer Gemeinde, dem Leib Christi, hingeben. Unser Leben in Christus ist immer das Leben in der Gemeinde, und ist nie davon abgesondert und getrennt, sonst entstehen diese Spaltungen, vor denen Paulus hier ausdrücklich warnt.

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