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Sonntag, 28. Mai 2017

100 Jahre Wort-Gottes-Theologie – Festschrift von Michael Freiburghaus

Was passiert, wenn sich vier junge Theologen treffen und gemeinsam eine Vortragsreihe organisieren? Es wird daraus eine neue theologische Bewegung geboren. Vermutlich nicht immer, aber zumindest dann, wenn die Theologen Barth, Brunner, Thurneysen und Wieser heißen. Diese Vortragsreihe fand 1917 statt – also vor 100 Jahren, und zwar in der ev.-ref. Kirche Leutwil, wo damals Eduard Thurneysen Gemeindepfarrer war. Inzwischen sind 100 Jahre vergangen, und nun ist mein Freund Michael Freiburghaus Pfarrer in ebendieser Kirche. Um das 100-jährige Jubiläum dieser Vortragsreihe gebührend zu feiern, veranstaltete er ebenfalls eine Vortragsreihe, in welcher das Leben und Werk der früheren Theologen betrachtet wird. Im vorliegenden Band finden sich die Transkripte der beiden Vorträge zu Karl Barth und Emil Brunner, sowie die abschließende Predigt, in welcher der Ortspfarrer selbst das Leben und Werk von Eduard Thurneysen und besonders dessen Lehre von der bibelzentrierten Seelsorge aufzeigt.

Die Vorträge sind interessant; zuweilen fehlt mir die kritische Distanz zu den Theologen, da die Vorträge eher so etwas wie Hagiographien darstellen. Allerdings muss man dazu auch sagen, dass ein einzelner Vortrag nicht ausreicht, um das gesamte Werk eines dieser Theologen umfassend darzustellen. In dieser Kürze wird es immer Einseitigkeiten geben. Besonders wertvoll ist die Predigt zum Festgottesdienst, weil hier Gottes Wort direkt ausgelegt wird und anhand von diesem Thurneysens Lehre von der Seelsorge entwickelt wird.


Ich wünsche dem Autor, dass von seiner Kirchgemeinde Leutwil-Dürrenäsch eine neue theologische Bewegung im Sinne einer neuen Reformation ausgehen möge, die sich in der Schweiz und im weiteren deutschsprachigen Raum ausbreitet. Gottes Wort allein, der Glaube allein, die Gnade allein, durch Christus allein, und alles zur Ehre Gottes. 

Montag, 1. Mai 2017

Glaube Liebe Tod

Gallert, Peter, Reiter, Jörg, Glaube Liebe Tod, Ullstein Verlag 2017, Kindle-Version, 384S., Amazon-Link

Der Polizeiseelsorger Martin Bauer versucht, einen Polizisten zu retten, der gerade dabei ist, sich von einer Brücke zu stürzen. Der Versuch gelingt – für vier Stunden. Dann wird der Polizist tot aufgefunden. Er hatte sich von einem Parkhaus gestürzt. Doch irgend etwas stimmt da nicht. Bauer schöpft Verdacht, denn Keunert, der Polizist, wollte sich ja gerade deshalb ins Wasser stürzen, damit er nicht so eine Sauerei hinterlässt. Nun gibt es sie doch. Die Polizei geht von einem Selbstmord aus und Bauer macht sich selbst auf die Suche. Er findet heraus, dass Keunert bereits eine interne Ermittlung wegen Bestechlichkeit gegen sich laufen hatte und die Spur führt ins Rotlichtmilieu. Dort überschlagen sich die Ereignisse, es kommt Drogenhandel ins Spiel und am Ende gelingt es der Polizei dank Bauers Mithilfe und Hartnäckigkeit, den Fall aufzuklären.

Der Einstieg in das Buch ist sehr gut gelungen. Die Leseprobe hat mich gleich gefesselt und ein sehr spannendes Buch versprochen. Besonders hat mich auch interessiert, wie die Autoren theologisch mit der Hauptfigur des Polizeiseelsorgers Martin Bauer umgehen. Das Buch ist leicht lesbar, ich habe es gerne gelesen, aber meiner Meinung nach wurde das Versprechen der ersten Seiten nicht eingehalten. Je länger man las, desto leichter ließ sich vorhersagen, welche Wendung als nächstes eintreffen musste. Vielleicht liegt dies auch daran, dass die Autoren als Drehbuchautoren schon zuviel Routine besitzen und deshalb besser für Filme schreiben sollten, wo sich das Vorhersehbare durch visuelle Effekte leichter überraschend darstellen lässt.

Gut gefallen hat mir, dass die Autoren das Leben im Rotlichtmilieu sehr anschaulich und realistisch beschrieben haben: Die Gewalt und Herabwürdigung, die den Frauen dort täglich begegnet; die Tatsache, dass das kaum jemand freiwillig macht. Auch die fortwährenden Schwierigkeiten der jungen Hauptkommissarin Verena Dohr, an deren Stuhl beständig gesägt wurde, da andere auf ihren Posten neidisch waren, wird sehr schön und natürlich nachgezeichnet. Sie ist die weibliche Nebenheldin, da sie sich am Ende trotz aller Gefahren des Falles annimmt und Bauer auf der Suche nach dem Jungen Tilo, der als Keunerts Sohn aufwuchs, unterstützt. Dass Tilo natürlich ein uneheliches Kind sein muss, wird dem Leser ähnlich aufgebauter Krimis schon längst klar sein, wenn dann endlich diese Bombe platzt.

Als Theologe habe ich zu guter Letzt auch noch ein paar Gedanken zur Theologie des ehemaligen Pfarrers und inzwischen Polizeiseelsorgers Martin Bauer. Wie geht er mit der Bibel um? Zwei Zitate: „Es genügte, die Bibel in der Hand zu halten. Dabei war es egal, um welche Ausgabe in welcher Fassung oder Sprache es sich handelte. Das Buch zu halten gab ihm Kraft. Nur mit der digitalen Bibel auf seinem iPad funktionierte das nicht.“ (Pos. 787) „Bei seinem Bibelroulette war Bauer im Alten Testament gelandet, in den Büchern der Kleinen Propheten. Beim Gerichtstag des Herrn.“ (Pos. 4492) Beide Zitate zeugen von einem magischen Bibelverständnis. Ob er nun Bibelroulette spielt oder aus dem mechanischen Halten der geschlossenen Bibel „Kraft“ beziehen will, immer steckt der Gedanke dahinter: „Die Bibel muss magisch an mir wirken, auch wenn ich mich nicht systematisch mit ihr beschäftige.“

Gottes Plan für unser Leben? Fehlanzeige! „Wieder unterbrach Nicole seine Gedanken. 'Glauben Sie, Gott hat so etwas wie einen Plan für uns?' Bauer schüttelte langsam den Kopf. 'Ich glaube, er gibt uns eine Idee. Wenn wir Glück haben, erkennen wir sie. Den Plan machen wir selbst.'“ (Pos. 4780) Oder auch interessant, ziemlich am Anfang: „Er hatte auf Gott vertraut. Das hatte einem Menschen das Leben gekostet.“ (Pos. 1291)

Und dann muss natürlich auch noch eine Buddhistin erscheinen, um Bauer wieder auf die richtige Spur zu bringen: „'Buddhistische Prinzipien … Ist die Wahrheit so ein Prinzip? Spielt sie eine wichtige Rolle im Buddhismus? Was ist mit ihrer heilenden Kraft?' Sie wurde ernst. 'Im Umgang mit Menschen geht es meiner Ansicht nach weniger um Wahrheit als um Weisheit. […] Buddhismus ist keine Religion. Buddhisten können an Gott glauben.'“ (Pos. 6321) „Zuerst hatte er dem Geräusch ihres gleichmäßigen Atems gelauscht. Dann hatte er gebetet. Irgendwann verwandelte sich die Kraft, die er in sein Gebet legte, in reine Konzentration, der Fokus weitete sich, bis er alles umfasste. Er wusste nicht, was dieses Alles war, aber das machte nichts. Seine Zweifel und Fragen waren darin verschwunden.“ (Pos. 6367) Nun ist der ehemalige Pfarrer gänzlich in die Esoterik abgesunken. Wahrheit ist plötzlich nicht mehr so wichtig, Antworten sind es nicht, nur das Gefühl, mit dem „Allen“ verbunden zu sein. Das erinnert enorm an fernöstliche Meditation, die leider auch in der Kirche immer weitere Kreise zieht.

Fazit: Ein spannender Anfang, viele gute Gedanken und Beschreibungen, die es wert sind, weiter darüber nachzudenken. Die Handlung ist leider häufig zu leicht vorhersehbar, und theologisch bleibt am Ende auch nur noch die Religionsvermischung übrig. Ich gebe dem Buch drei von fünf möglichen Sternen.


Sonntag, 16. April 2017

Sollte Gott wirklich gesagt haben...?

Aber die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott der HERR gemacht hatte; und sie sprach zum Theologiestudenten: Sollte Gott wirklich gesagt haben, dass ihr die Bibel auf keine Art und Weise interpretieren dürft? Da sprach der Theologiestudent zu der Schlange: Auf alle möglichen Arten dürfen wir die Bibel interpretieren, nur bei der einen Art, bei welcher die Bibel nicht wortwörtlich als Gottes Wort betrachtet wird, hat Gott gesagt: Übt euch nicht darin, sonst werdet ihr ins Zweifeln kommen und Mein Wort verfälschen! Da sprach die Schlange zum Theologiestudenten: Keineswegs werdet ihr sie damit verfälschen! Sondern Gott weiß: An dem Tag, da ihr euch ihr hingebt, werden euch die Augen geöffnet und ihr werdet sein wie Gott und werdet erkennen, was in der Bibel Gottes Wort und was nur Menschenwort ist! Ihr werdet erkennen, dass die Bibel mit der Literarkritik und der Redaktionskritik, mit der vergleichenden Religionsgeschichte und Überlieferungsgeschichte im Hinterkopf gelesen viel spannender sein wird – und das Ergebnis wird euch besser gefallen! Und der Theologiestudent sah, dass diese Methoden ganz nach seinem Geschmack waren, dass sie eine Freude für seinen unabhängigen Intellekt wären, weil sie weise machen, und er nahm sie auf, lieferte sich ihnen aus und gab seiner Gemeinde, damit diese dasselbe täte, und sie tat es. 

Dienstag, 21. März 2017

Warum wir mit verschiedenem Maß messen müssen

Jeder von uns tut es. Unzählige Male jeden Tag. Wenn wir etwas nicht wissen, und eine Antwort brauchen, sind wir schon dabei. Und tun gut daran. Wir wissen, dass ein Lexikon in den meisten Fällen eine bessere Antwort liefern wird als ein Roman. Damit haben wir mit zweierlei Maß gemessen. Wir fragen zu einem Computerproblem lieber eine Person, die von Berufs wegen „etwas mit Computern macht“ als die ältere Nachbarin, die nur einen Fernseher hat, aber keinen PC. Und damit haben wir es wieder getan. Sehr zu Recht sogar. Oder wenn wir ein neues Gerät kaufen wollen, fragen wir bevorzugt Kunden, die dasselbe Gerät schon einmal gekauft haben. Oder lesen deren Produktrezensionen, statt irgendwen in der Straßenbahn per Zufallsprinzip auszuwählen und nach dem bestimmten Produkt zu fragen.

Peter L. Berger und Thomas Luckmann schreiben vom Unterschied zwischen der primären und der sekundären Sozialisation. Zur primären Sozialisation gehören die Dinge, die alle Menschen einer Gesellschaft lernen. Zum Beispiel lernen alle, was Essen ist und wozu es gut ist, denn wer das nicht lernt, wird verhungern. In unserer Gesellschaft lernen wohl die allermeisten Menschen, was ein Pferd ist. Dann gibt es aber auch noch eine zweite Art von Lerninhalten, wenn man sich spezialisiert. Einer wird Dachdecker und lernt viel über Gerüste, Ziegel und Dächer. Ein anderer wird Automechaniker. Für ihn ist das Wissen über Ziegel nicht so relevant wie für den Dachdecker. Das Erlernen des speziellen Wissens nennen sie sekundäre Sozialisation. Je mehr spezielles Wissen in einer Gesellschaft vorhanden ist, das nicht für jedermann gleichermaßen relevant ist, desto wichtiger ist es, mit verschiedenem Maß zu messen und unterscheiden zu können, bei wem man am ehesten die richtige Antwort bekommt.

Wir dürfen wissen, dass dies auch in der Bibel vorkommt. Jakobus schreibt: Werdet nicht in großer Zahl Lehrer, meine Brüder, da ihr wisst, dass wir ein strengeres Urteil empfangen werden! (Jak. 3,1) Jesus sagte: Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern. (Luk. 12,48b) Deshalb ist es auch wichtig, dass wir von jenen das volle Evangelium fordern, die darin leben und gelehrt sind. Gott hat uns Sein Wort gegeben, die Bibel. 1. Mose 1 bis Offenbarung 22 ist Gottes Wort und hat Gottes vollkommene Qualität und Autorität. Wo diese untergraben oder verwässert wird, müssen wir aufstehen und Klartext reden. Im selben Moment müssen wir das von einem Menschen, der auf einem anderen Gebiet spezialisiert ist, nicht erwarten. Vielmehr dürfen wir diesen Menschen zeigen, was Gottes Wort für deren Spezialgebiete zu sagen hat. Dies ist ein sehr spannendes Unterfangen, das äußerst gewinnbringend für alle ist. Es ist notwendig, die bibeltreue Theologie wieder auf den Platz zu bringen, der ihr gebührt. Sie ist die Wissenschaft, in Bezug auf welche alle übrigen Zweige der Wissenschaft Hilfswissenschaften sind.


Donnerstag, 26. Januar 2017

Wie man ein Schiff kapert...


...und keiner es merkt, bis es zu spät ist.

Man stelle sich vor: Da ist eine Gruppe von Seeräubern, die ein Schiff übernehmen will, aber nicht im Kampf auf offener See; vielleicht schon deshalb, weil diese Gruppe kein eigenes Schiff hat. Was macht sie? Sie ist an Land und lässt sich anheuern. Der erste Schritt ist derjenige der Einheit mit der echten Mannschaft. Die Seeräuber rufen nach Frieden und Toleranz. „Dass wir Augenklappen und Holzbeine haben, tut nichts zur Sache. Ihr solltet uns vielmehr unterstützen und anheuern, damit wir nicht mehr ausgeschlossen und intolerant behandelt werden.“ Keiner lässt sich anmerken, was der Zweck der Sache ist. Sollte jemand Bedenken äußern, kommt der Verweis auf die gemeinsame Stärke: „Zusammen können wir mehr erreichen und mehr Einfluss auf das Boot und die See haben.“

In vielen Gesprächen unter vier (oder müsste man sagen unter drei?) Augen wird Zweifel am Kapitän geäußert. Immer mehr nimmt die Unzufriedenheit zu, bis eines Tages eine Meuterei ausbricht. Wenn die Zahl der Unzufriedenen groß genug ist, kann der Kapitän durch einen Seeräuber ersetzt werden. Noch werden die restlichen Leute der Mannschaft als einfache Mitarbeiter toleriert. Schon bald stehen sie aber vor der Frage, ob sie bereit sind, nur noch dem neuen Kapitän gegenüber loyal zu sein. Wer sich weigert, geht kurzerhand über Bord und wird den Haien zum Fraß vorgeworfen. Wer jetzt noch auf dem Schiff ist, der ist selbst zum Seeräuber geworden. Das Ganze ging ohne Gewalt, ohne jedes Aufsehen und ganz „natürlich“.

Die neuere Kirchengeschichte ist voll von diesem Vorgehen. So ähnlich erging es etwa der Presbyterianischen Kirche, die sich von John Gresham Machen distanzierte und leider stattdessen eine liberale Theologie übernahm, wodurch sie sich selbst zerstörte. Weitere Beispiele werden sich auch heute zur Genüge finden.


Mittwoch, 4. Januar 2017

Ein neues Lesejahr beginnen

Ich habe das letzte Jahr beendet, indem ich ein paar der Bücher aufgezählt habe, die mich letztes Jahr besonders beschäftigt haben. Für dieses Jahr habe ich auch schon einige Ideen, die allerdings mehr Ideen sind und an die ich mich nicht sklavisch binden werde. Aber ich möchte mal kurz ein paar Rubriken aufzählen, in denen ich Ideen habe und damit auch auf die letztjährigen Rubriken eingehen. Welche Rubriken man nimmt und wie man die Bücher darin einteilt, ist eine Geschmackssache. Ebenso natürlich, was man überhaupt lesen will. Wobei es meiner Meinung nach ein paar gute Tipps gibt, die helfen, dass man ein wenig über den Tellerrand blicken kann. Was lese ich für Rubriken?

1. Ich lese die Bibel.
Regelmäßig. Täglich. Vor allem anderen. Sie ist das Erste, was ich lese, wenn mein Tag beginnt. Meist zu einer Tasse Kaffee, wenn unser Sohn gerade ein wenig für sich am Spielen ist. Manchmal auch erst im Laufe des Vormittags, wenn der Tagesstart etwas schwierig war. Aber vor jeder eMail und vor jedem anderen Buch – sei es digital oder analog. Seit 2,5 Jahren lese ich sie nach dem Vorschlag von James Gray. Das ist sehr herausfordernd und oft nicht einfach. Nicht jeden Tag schaffe ich meine geplanten vier Kapitel. Aber langsam und sicher geht es voran.

2. Ich lese Bücher zum Predigen.
Seit ich 2007 zum ersten Mal in einer Gemeinde „so richtig“ gepredigt habe (vorher waren es Andachten, Kinderstunden und manches mehr), lese ich jedes Jahr ein- bis zweimal das Buch von D. Martyn Lloyd-Jones, „Die Predigt und der Prediger“. Zusätzlich schaue ich, dass ich jedes Jahr ein bis zwei andere Homiletiken lese. Leider gibt es in dem Bereich entweder eher wenig Gutes, oder ich bin durch Lloyd-Jones derart verwöhnt, dass mir alles andere zu wenig hilfreich erscheint. Die m.E. Immer noch besten Bücher sind in diesem Blogpost vorgestellt. Wer noch mehr Empfehlungen hat, darf gerne einen Kommentar hinterlassen.

3. Ich lese Romane.
Ich muss zugeben, dass ich diese Sparte zu lange vernachlässigt habe. Lange habe ich weniger als eine Handvoll Romane pro Jahr gelesen; die meisten davon nur für die theologische Auseinandersetzung, da sie als „christlich“ angepriesen wurden. Das war ein Fehler, denn Romane sind viel mehr als nur das. Letztes Jahr habe ich einige „klassische“, also „ältere“ Romane gelesen; so nebst Tolkiens „Herr der Ringe“ etwa die Lord-Peter-Wimsey-Serie von Dorothy L. Sayers (ein wunderbares Werk übrigens; jeder Band darin erzählt eine eigene Geschichte; und doch ist alles zusammen in eine große Meta-Geschichte eingepackt, die sehr berührt) und die großen Romane von Fyodor Dostojewski. Für dieses Jahr plane ich, mit Jane Austen und Lew Tolstoj fortzufahren; suche aber noch ein paar neuere Romane. Gerne lese ich Bücher von Stephen King, dem Ehepaar Heike und Wolfgang Hohlbein oder John Grisham. Daneben dürfen auch andere Autoren und vor allem Romane von diesen vorgeschlagen werden, die in den letzten etwa 10 Jahren verfasst wurden. Bei Romanen bitte immer eine gute Begründung, warum ich genau dieses Buch lesen solle. Ohne (sinnvolle) Begründung kann ich damit nichts anfangen.

4. Ich lese Biographien.
Hierzu gehören gerade auch Biographien christlicher Prediger, Evangelisten, Missionare, etc. dazu, aber nicht nur. Auch Politiker, Philosophen und Wissenschaftler finde ich total spannend. Dieses Jahr werde ich die Benjamin-Franklin-Biographie von Walter Isaacson lesen; dazu jene von Tim Jeal über den Gründer der Pfadfinderbewegung, Lord Baden-Powell (BiPi). Weitere über deutsche und amerikanische Politiker habe ich in Planung, werde mich dafür aber kurzfristig entscheiden. Ein langjähriger Wunsch ist die zweibändige Biographie George Whitefields, die Arnold Dallimore geschrieben hat. Bisher hat mich der Preis immer abgeschreckt. Mit größter Wahrscheinlichkeit werde ich mir auch mal eine Biographie von Donald Gee, dem Bibellehrer frühen Pfingstbewegung, beschaffen.

5. Ich lese wissenschaftliche Bücher.
Mein „großes“ wissenschaftliches Thema letztes Jahr war von meinem Wunsch geprägt, Albert Einstein und dessen Theorien besser zu verstehen. Hierzu habe ich zuerst die Einstein-Biographie von Albrecht Fölsing gelesen. Bald wurde mir klar, dass das ein guter Einstieg ist, aber noch nicht ausreicht, um die Materie zu stemmen. Deshalb habe ich dann „Eine kurze Geschichte der Zeit“ von Stephen Hawking und „Gott und die Gesetze des Universums“ von Kitty Ferguson gelesen. Beide Bücher sind sehr spannend, wobei man gleich sagen muss, dass man da nicht allem zustimmen muss, was sie schreiben. Für dieses Jahr plane ich mit großer Sicherheit, Thomas S. Kuhns „The Structure of Scientific Revolutions“ zu lesen. Vielleicht gibt es dazu auch mal noch einen Blogpost. Am Rande möchte ich übrigens noch einen Verweis auf Vern Sheridan Poythress' kostenlos als PDFs herunterladbare Bücher anbringen: Hier ist enorm viel wertvoller Lesestoff zu finden. „Logic“, „Redeeming Science“, „Redeeming Sociology“ und „In the beginning was the Word“ habe ich letztes Jahr sehr zu lesen genossen. Hier wird wohl das eine oder andere weitere auch noch auf meine Leseliste wandern.

6. Ich lese philosophische Bücher.
Wie schon am Anfang bemerkt, ist das mit den Rubriken so eine Sache. Biographien, Wissenschaft, Geschichte, Philosophie und Theologie haben alle so überlappende Themen und Bücher. Deshalb fällt es mir auch oft schwer, Bücher genau dort einzuordnen und nicht gleichzeitig in zwei oder drei Rubriken. Letztes Jahr hat mich ein Philosoph begleitet, der mich schon seit vielen Jahren fasziniert hat: Friedrich Nietzsche. Ich habe seine wichtigsten Werke in der kostenlosen Kindle-Ausgabe gelesen. Besonders angetan hat es mir mal wieder die fröhliche Wissenschaft. Auch der Zarathustra ist sehr bewegend geschrieben. Dieses Jahr werde ich mich mal wieder an Immanuel Kant versuchen; das ist zumindest mal so geplant. Wie weit ich damit komme, ist nicht gesagt; es ist mir nicht einmal so wichtig, weil es mir mehr darum geht, mich in das Denken anderer Menschen hineinversetzen zu können und zugleich auch, weil es Literatur ist, die mich herausfordert.

7. Ich lese theologische Bücher.
Das ist vermutlich für die meisten Leser meines Blogs am selbstverständlichsten. Letztes Jahr war meine größte Herausforderung die vier Bände der „systematischen Theologie“ von David F. Wells. Es ist keine ST im herkömmlichen Sinn, sondern sie wird anhand der Veränderungen in der Kultur erarbeitet. Diese Bände sind eigentlich ziemlich kurz (zumal im Vergleich mit anderen Bänden, die ich gelesen habe), aber so herausfordernd geschrieben, dass ich das Buch manchmal nach wenigen Minuten des Lesens zur Seite legen musste um darüber nachzudenken und nicht selten auch zu beten. Für dieses Jahr plane ich, die Biblische Dogmatik von Wayne Grudem mal wieder zu lesen (mit einem Kapitel pro Woche kommt man in einem Jahr fast hindurch). Eventuell kommt John Frame noch dazu oder etwa von Don Carson. Und dann muss natürlich auch noch ein Buch zur Apologetik in die Liste, eventuell von Richard Swinburne oder William Lane Craig. Aber auch hier werde ich mich eher kurzfristig festlegen.

Und jetzt bin ich auf Deine Leseliste und Empfehlungen gespannt.


Mittwoch, 8. Juli 2015

5 Arten, wie man mit der Kirchengeschichte falsch umgehen kann

Immer wieder stoße ich in Diskussionen auf Missverständnisse und auch des Öfteren mal auf bewusste Instrumentalisierung und damit Missbrauch der Kirchengeschichte. Solch ein Umgang ist auch in zahlreichen Büchern häufig anzutreffen. Ich stelle heute eine kleine Auswahl der gängigsten Konzepte vor und kommentiere sie jeweils kurz.

1. „Wir leben heute – was geht mich da die Geschichte an?“ So klar würden es wohl die wenigsten ausdrücken, aber diese Haltung ist zunehmend zu bemerken. Geschichte wird als Disziplin der Professoren im Elfenbeinturm der Theorie betrachtet. Der Umgang mit Geschichte, der an der Schule gefördert wird (häufig besteht ein großer Teil des Geschichtsunterrichts aus der Zeit des und seit dem zweiten Weltkrieg, als ob es davor nichts gegeben hätte), hat mit zu dieser Haltung geführt. Geschichtsvergessenheit führt zu Identitätsverlust. Viele Menschen wissen nicht mehr, wer sie sind, sie bestehen nur noch aus den Wünschen und Begierden des Hier und Jetzt.

2. „Wir leben in einer ganz außerordentlich besonderen Zeit – die Kirchengeschichte hat uns schlicht nichts mehr zu sagen.“ So oder ähnlich wird gerne argumentiert, wenn man erklären will, warum das Bisherige einfach weggelassen und unhinterfragt durch das Neue (was auch immer) ersetzt werden soll. Hauptsache wir machen es anders als früher – das Alte ist überholt. Wir leben in einer „Umbruchzeit“, wir sind etwas so Besonderes, da darf man nicht einfach das Bisherige übernehmen. Heutzutage verstehen die Menschen nicht mehr, was früher gepredigt oder gemacht wurde, das muss man weglassen oder ersetzen. Dieses Denken ist Hochmut. Der Mensch ist immer noch derselbe gefallene Mensch, der dieselbe Selbsterkenntnis, Sündenerkenntnis, Gotteserkenntnis und Erlösung braucht wie in jedem anderen Jahrhundert auch.

3. „Die Kirchengeschichte zeigt uns eine Unzahl von gescheiterten Versuchen, die objektive Wahrheit zu erkennen.“ Diese Aussage dient dazu, die gesamte Geschichte mit einer Handbewegung wegzuwischen und damit zu sagen: Das Einzige, was man heute noch aus der Kirchengeschichte lernen kann, ist, es anders zu machen als die Menschen bisher. Der Kirchengeschichte wird vorgeworfen, sie sei an den Spaltungen der Kirchen schuld. Natürlich gab es in der Kirchengeschichte viele Debatten und auch viele nötige Trennungen. Diese sind aber häufig mehr Segen als Fluch gewesen. Das müssen wir anerkennen. Kirchliche Trennungen sollen nicht bewusst gesucht werden, aber häufig sind notwendig, um die Kirche zu schützen.

4. „Die Reformation zeigt uns, dass man sich auch über viele Jahrhunderte hinweg irren kann.“ Nun wird es langsam subtiler. Interessanterweise konnte mir bislang niemand ein wichtiges Thema nennen, in dem sich die gesamte Christenheit während vieler Jahrhunderte geirrt haben soll. Normalerweise haben schwere Irrtümer immer eine oben genannte notwendige Spaltung verursacht, sodass eine der neuen zwei Gruppen die Wahrheit weitergetragen hat und sie deshalb nicht untergegangen ist. Deshalb sollten wir auch heute nicht grundsätzlich spaltungsfeindlich sein. Paulus schreibt, dass Spaltungen manchmal notwendig sind (1. Korinther 11,18-19)

5. „Eigentlich hatte Marcion* doch recht.“ *hier könnte man auch Arius und andere Irrlehrer einfügen. Der deutsche Theologe und Kulturprotestant Adolf von Harnack hatte gewisse Sympathien für Marcion. Marcion hatte behauptet, die Bibel sei verfälscht, das Alte Testament solle kein Teil der Bibel sein und auch andere Bücher des Neuen Testaments, in Jesus und die frühe Kirche den Juden gegenüber freundlich dargestellt werden, ließ er in seinen Gemeinden aus der Bibel entfernen. Übrigens waren die Deutschen Christen im dritten Reich stark von Harnacks Marcion geprägt. Aber auch heute findet man immer mal wieder ähnliche Sichtweisen, die frühe Irrlehrer rehabilitieren wollen. Wenn man den Gott des Alten Testaments gegen den Gott des Neuen Testaments auszuspielen versucht, tut man nichts anderes. Ich bin sehr dankbar für die klaren Worte, die die frühen Konzilien diesen Irrlehren gegenüber gefunden hatten und wünschte mir auch für heute mehr davon.


Mittwoch, 12. November 2014

Eine Singkultur entwickeln

Die letzten Wochen ist es ruhig geworden um meine noch nicht abgeschlossene Serie zum Thema „Lobpreiskultur“. Dies hat nicht nur damit zu tun, dass ich nebst dem Bloggen viel anderes zu tun hatte, sondern auch damit, dass der heutige Teil eine ganz besondere Herausforderung ist. Bisher habe ich mich damit befasst, wie man der Gemeinde das Mitsingen einfacher machen kann (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4). Heute möchte ich den Kern des Problems angehen: Viele Menschen singen nicht mit, weil sie keine Gelegenheit hatten, eine Singkultur zu entwickeln. Noch vor einigen Jahrzehnten war es in manchen Berufen üblich, bei der Arbeit zu singen, aber versuche man dies heute mal in der Firma... Vielerorts würde das nicht einmal geduldet. Stattdessen wurde das aktive Singen durch passive Berieselung durch Radio, CD oder Ähnliches ersetzt.

Heute möchte ich ein paar Vorschläge machen, wie man als Gemeinde eine Singkultur entwickeln kann. Ich habe dazu in den vergangenen zwei Monaten einige Blogs und Predigten von Pastoren anderer Gemeinden gelesen und nach Hinweisen dazu gesucht. Eines ist aber wichtig, bevor ich zu den Vorschlägen komme. Wir müssen versuchen, die Hemmschwelle von Anfang an möglichst tief zu halten. Somit sollten die ersten drei oder vier Teile der Serie zumindest überdacht werden, was in der Hinsicht noch vereinfacht werden könnte.

1. Wir brauchen eine tief gegründete Theologie des Lobpreises
Singen ist nicht nur eine Sache, die uns Menschen gut tut. Das stimmt zwar auch, aber ist sekundär. Primär müssen wir sehen, dass wir einen singenden Gott haben. Dies wird in Zephanja 3,17 deutlich. Und weil Gott ein singender Gott ist und uns nach Seinem Bilde geschaffen hat, dürfen wir ein singendes Gottesvolk sein. Lobpreis ist außerdem eine wichtige Art der Antwort von uns Menschen an Gott – oder auch zuweilen ein Gebet oder eine Frage. Lobpreis kann Wunder tun – so etwa die Türen des Gefängnisses öffnen und manch anderes mehr. Beginnen wir also damit, über die Wichtigkeit und Bedeutung des Lobpreises nachzudenken und lassen unser Herz damit erfüllt sein.

2. Wir brauchen eine gesunde Lehre über den Lobpreis
Aus der tief gegründeten Theologie des Lobpreises folgt die gesunde Lehre in der Gemeinde. Wir Menschen tendieren dazu, die Wichtigkeit von Dingen aufgrund der Häufigkeit zu bewerten. Wenn häufig über den Lobpreis gelehrt wird, werden wir ihn auch als etwas Wichtiges empfinden. So braucht es immer wieder eine Erinnerung daran – und zwar nicht nur vom Lobpreisleiter, sondern auch in der Predigt. Es braucht also Predigten über den Lobpreis. Manche Prediger nutzen auch die Predigt-Einleitung, um ein Thema des Lobpreises noch einmal aufzugreifen und zeigen damit, dass er wichtig ist.

3. Wir brauchen gute Vorbilder im Lobpreis
Menschen brauchen sichtbare Vorbilder. Wenn die Ältesten und Leiter der Gemeinde passiv sind im Lobpreis, werden die übrigen Gemeindemitglieder – insbesondere die Männer unter ihnen – sich das zum Vorbild nehmen. Aktive Vorbilder, die mitsingen und sich auch sonst am Lobpreis beteiligen, haben es leichter, eine Singkultur in der Gemeinde zu etablieren. Dabei ist es unwichtig, ob man darin besonders begabt ist oder nicht – das sichtbare Vorbild macht Welten aus.

4. Wir brauchen Lobpreis in allen Bereichen der Gemeinde
Das ist jetzt eine Frage von Gemeindekonzepten. Der Lobpreis soll nicht auf den Gottesdienst am Sonntag beschränkt sein. Sei es bei Lehr- oder Gebetsveranstaltungen, im Kindergottesdienst oder bei den Royal Rangers (oder Jungschar, Pfadfinder oder wie auch immer man das nennt) und in der Jugend. Wenn möglich auch in Hauskreisen und ähnlichen Veranstaltungen. Wenn viel und häufig die Möglichkeit zum Singen geschaffen wird, fällt es leichter, mit einzustimmen.

5. Wir brauchen singende Familien
Ich denke, hier liegt ein großer Knackpunkt. Wer als Kind in der Familie ganz natürlich zum Singen angeleitet wird, hat es auch im späteren Leben viel leichter beim Mitsingen. Ideal wäre natürlich auch eine musikalische Familie, wo zusätzlich gemeinsam Instrumente gespielt werden. Ich persönlich hatte das Privileg, so aufzuwachsen und kann es nur weiterempfehlen. Dies jedoch von jeder Familie zu verlangen, wäre mehr als unrealistisch. Aber zumindest gemeinsame Zeiten des Singens in der Familie – und sei es zu einer leisen Hintergrund-CD – müsste machbar sein. Die heutigen Kinder werden eines kommenden Tages die Instrumentalisten und Sänger in der Gemeinde sein. Durch die Lieder im Lobpreis wird viel wichtige Lehre über Gott weitergegeben. Man darf nicht vergessen, dass die Psalmen mit ihren wunderbaren Aussagen über Gott das Liederbuch, der „Pfingstjubel“ der Bibel sind. Der Befehl von Kolosser 3,16 gilt auch der Familie, sie ist die kleinste Einheit einer göttlichen Versammlung von Menschen.

6. Wir brauchen Anleitung zu allen diesen Punkten
Zum Schluss möchte ich etwas noch einmal verdeutlichen: Nichts von all dem oben Genannten wird einfach so von selbst passieren. Alle diese Punkte brauchen klare Anleitung und Anweisung – und zwar nicht nur einmal, sondern immer wieder. Wir brauchen immer wieder die Reflektion einer Theologie des Lobpreises. Wir brauchen immer wieder Lehre darüber. Wir brauchen immer wieder Ermutigung und Anleitung dazu, wie das in den verschiedenen Bereichen der Gemeinde und auch des Familienlebens umgesetzt werden kann.


Sonntag, 2. November 2014

Robert Letham – Die heilige Dreieinigkeit

Letham, Robert, The Holy Trinity, P&R Publishing Company, Phillipsburg, 2004, 551 Seiten

Wer mich kennt, weiß, dass ich ein begeisterter Leser bin, der an Büchern so ziemlich alles verschlingt, was ihm in die Hände gerät. Doch um dieses Buch zu beschreiben, sind wohl so ziemlich alle Superlative zu klein. Ich möchte es vergleichen mit Jostein Gaarders „Sofies Welt“, das mir vor 20 Jahren den Blick für die interessanten Fragen der Philosophie und die Wichtigkeit der Kulturgeschichte geöffnet hat, oder mit Stephen Kings „Es“, welches ich vor etwa 15 Jahren kaum aus den Händen legen konnte. Doch dieses Buch von Letham ist anders. Es ist kein Roman, sondern eigentlich ein Lehrbuch. Es geht um die biblische Lehre von der göttlichen Dreieinigkeit. In vier Teilen und insgesamt 20 Kapiteln wird dargelegt, was die Bibel dazu sagt, wie sich die Lehre in der frühen Theologiegeschichte entwickelt hat, was wichtige Theologen des 20. Jahrhunderts dazu geschrieben haben und welche praktischen Auswirkungen diese Lehre für unser tägliches Leben haben. Eins ist das Buch allerdings nicht – es ist keine trockene Abhandlung von Lehrsätzen, sondern ein fesselndes Werk, das ich trotz der Länge von über 500 Seiten in wenigen Tagen verschlungen habe.

Zu Beginn – noch in der Einleitung – kommt Letham zum Schluss, dass die Dreieinigkeit nicht nur lange Zeit stark vernachlässigt wurde, sondern auch in der heutigen Zeit häufig zu falschen Lehren führt. Er zeigt auf, dass die Dreieinigkeit – ein Gott in drei Personen und drei Personen in einem Gott – wie eine Schaukel ist, auf der man auf zwei Seiten kippen kann. Wenn man die Einheit Gottes zu stark betont, lehrt man sehr schnell drei Personen, die lediglich verschiedene Erscheinungsformen desselben Gottes sind, und dabei die ewigen Unterschiede zwischen den drei Personen verwischt. Das nennt man „Modalismus“ (von lateinisch „modus“ für „Erscheinungsform“). Auf der anderen Seite steht man in Gefahr, die Unterschiede der drei Personen zu stark zu betonen, was dazu führt, dass man Gott Sohn (Jesus) und den Heiligen Geist zu niedrigeren Personen macht als Gott Vater. Das nennt man „Subordinationismus“, weil man damit den Sohn und den Geist dem Vater unterordnet. Letham zeigt auf, dass die meisten Christen in unserer westlichen Gesellschaft in der Praxis Modalisten sind.

Darauf folgt in den ersten drei Kapiteln ein relativ schneller Durchgang durch die Bibel. Im ersten Kapitel geht es um das Alte Testament, in welchem vor allem der eine Gott betont wird. Israel lebte unter fremden Völkern, die allesamt polytheistisch geprägt waren, also an viele Götter glaubten. Deshalb musste der eine Gott betont werden. Und trotzdem gab es implizit immer wieder Hinweise auf die Mehrzahl der Personen der Dreieinigkeit. Im zweiten Kapitel geht es um die Menschwerdung Jesu und die Beziehung Jesu zum Vater, während sich das dritte Kapitel speziell mit dem Heiligen Geist und mit den Abschnitten befasst, in welchen alle drei Personen genannt werden. An das dritte Kapitel ist ein Exkurs angehängt, der sich noch im Detail mit der Dreieinigkeit im Epheserbrief befasst. Damit ist der erste Teil „Scripture“ abgeschlossen. Mit 88 Seiten ist der Platz recht knapp bemessen, aber Letham schafft das Erstaunliche, so ziemlich alles total Wichtige in diese Seiten hineinzulegen. Die Fußnoten sind auch immer einen Blick wert und haben mir manch ein weiteres Buch schmackhaft gemacht. So ähnlich geht es mir beim Lesen von guten Büchern oft: Ein Buch ist abgehakt, dafür ein gutes Dutzend neue auf der Liste.

Der zweite Teil besteht aus den Kapiteln vier bis zwölf. In diesen wird die Auseinandersetzung um die Lehre von der Dreieinigkeit behandelt. Letham zeigt, dass die biblische Idee von der Dreieinigkeit, die ja bereits im Neuen Testament deutlich angelegt war, von Anfang an in der frühen Kirche anerkannt war. Der Begriff selbst kam jedoch erst auf, als eine erste Bewegung diese Lehre verwerfen wollte und man sie daher begründen musste. So befasst sich das vierte Kapitel mit den ersten Christen, das fünfte mit dieser ersten Gegenbewegung, mit der arianischen Kontroverse. Im sechsten Kapitel wird uns Athanasius vorgestellt, der als Erster eine extensive Abhandlung über den Heiligen Geist geschrieben hat. Das siebte Kapitel berichtet von den drei „kappadozischen Vätern“, die aus der Gegend von Kappadozien stammten, weshalb man sie so nannte. Diese drei, Basilius der Große, sein Bruder Gregor von Nyssa und deren beider Freund Gregor von Nazianz, haben sich alle drei sehr stark mit den Fragen um die Dreieinigkeit befasst. Die Beschlüsse des Konzils von Konstantinopel 381 n. Chr gehen in großen Teilen auf diese drei zurück. Das Konzil selbst und das Glaubensbekenntnis, das dort geschrieben wurde, wird im achten Kapitel angesprochen. Das neunte Kapitel zeigt den Einfluss von Augustinus auf. Dann kommt eine längere Zeit, in der wenig geschehen ist. Die Sicht von Augustinus war für den westlichen Teil der Kirche wichtig, die Arbeit der kappadozischen Väter für den östlichen Teil der Kirche, doch zunehmend wurden die Differenzen größer. Die Ostkirche betonte immer mehr die Unterschiede der drei Personen, die Westkirche immer mehr die Einheit. Was daraus folgte, war 1054 n. Chr die Trennung der beiden Kirchen in die katholische und die orthodoxe Kirche. Letham zeigt diese Entwicklung und die Spaltung in den Kapiteln zehn und elf auf, und widmet das zwölfte Kapitel dem Reformator Johannes Calvin.

Im dritten Teil geht es in den Kapiteln 13 – 16 um die wichtigsten Theologen des 20. Jahrhunderts. Zuerst um Karl Barth. Dieser hat die Dreieinigkeit als Zentrum der Theologie aufgestellt. Seine Schwäche ist jedoch, dass er den Heiligen Geist nicht als Person, sondern vielmehr als eine Kraft betrachtet. Im Kapitel 14 geht Letham auf die drei westlichen Theologen Karl Rahner, Jürgen Moltmann und Wolfhart Pannenberg ein. Alle drei neigen zu einer Art Panentheismus (der Lehre, dass Gott zwar von der Schöpfung zu unterscheiden ist, aber dass Gott in der Schöpfung und die Schöpfung in Gott ist und deshalb Gott von der Schöpfung oder vom Menschen in gewisser Weise abhängig ist). Letham beschreibt dies natürlich weitaus ausführlicher, ich empfehle jedem, der dies anders sieht, das Kapitel bei Letham selbst zu lesen. Drei Theologen der Ostkirche werden im Kapitel 14 beschrieben: Sergius Bulgakov, Vladimir Lossky und Dumitru Staniloae. Wie bereits gesehen, ist die Gefahr im Osten groß, dass man die drei Personen zu stark betont, was auf Kosten der Einheit des einen Gottes zu drei einzelnen Göttern führt. Das 16. Kapitel stellt den Theologen Thomas F. Torrance vor, dessen Auseinandersetzung mit der Dreieinigkeit laut Letham die stärkste ist unter den wichtigen zeitgenössischen Beiträgen. Torrance hat unter Karl Barth studiert, ist aber kein typischer Barthianer, sondern versucht auf kreative Weise zu zeigen, dass sich die östliche und die westliche Kirche im Prinzip eben doch nicht so sehr unterscheiden. Er möchte mehr Einheit unter den Kirchen erreichen. Er geht deshalb hinter Augustinus zurück, dorthin, wo sich alle noch einig waren über das Wesen der Lehre von der Dreieinigkeit.

Der vermutlich wichtigste Teil für unsere Zeit ist der krönende Abschluss des Buches. In den Kapiteln 17 – 20 geht es um die Praxis. Letham zeigt, welche Konsequenzen die Lehre von der Dreieinigkeit für unser Leben im Alltag und in der Gemeinde hat. Hierzu ein paar wichtige Zitate:

We worship the Father, who chose us in Christ before the foundation of the world, who planned our salvation from eternity, who sent his Son into the world and gave him up for us. We worship the Son, in filial relation to the Father, who willingly "for us and our salvation" was made flesh, who submitted himself to a life in a fallen world, who trod a path of lowliness, temptation, and suffering, leading to the cruel death of the cross. [...] We worship the Holy Spirit, who gives life and breath to all, who grants us the gift of faith, who sustains us through the difficulties of life as Christians in a world set in hostility to God, and who testifies the Son.“ (S. 419)

There is a need to refocus Western hymnody. We need more Trinitarian hymns. There was an outpouring of such hymns following the Trinitarian crisis, but by the high Middle Ages this had slowed to a trickle, eventually to dry up altogether.“ (S. 422)

Chief of all, the Trinity must be preached and must shape our preaching. Preaching is the high point of worship. Not only must the Trinity be preached, but all preaching must be shaped by the active recognition that the God who is proclaimed is triune. A Trinitarian mind-set must become as integral to the preacher as the air we breathe.“ (S. 423)

Who can listen to [Beethoven's] Piano Trio in B-flat, Op. 97 (the "Archduke"), especially the third movement - the andante cantabile - and not be led behind the mundane? The question of Beethoven's beliefs is beside the point. It is irrelevant. He was a man, made in God's image, the master of a creative medium that God himself has made for our good and as a vehicle to glorify him. He was working with a genre that owed its development to the Christian faith. The whole notion of developing a theme, of moving progressively and purposefully to a goal, of returning after a myriad of complex modulations to a resolution, of a variety of instruments playing different notes that are all part of a single score, is based on the matrix of realities found in the created order, which the Holy Trinity put there in the work of creation itself, and reflects who he is. The turbulent rationalist Beethoven, the angst-ridden Mahler, the syphilitic Schubert, the scatological Mozart, as well as the pious Bruckner and Johann Sebastian Bach, all testify - whether deliberately, as in the case of the last two, or unwittingly - to the triune God who made them and the world around them, to his unity in diversity, purpose, structure, and beauty, which such human creativity mirrors.“ (S. 438f)

The two major challenges to the Christian faith today - the postmodern thinking of our own culture and Islam - are both deviations from the created order of unity in diversity and diversity in unity that the Holy Trinity has embedded in the world.“ (S. 442)

Postmodernism asks us to accept for itself what it denies to everything and everyone else. It denies and deconstructs absolute truth claims, yet its own claims are absolute, excluded from the relativism that it foists on the assertions of others. It claims that all human language refers only to itself. This is an absolute claim, applying to all human discourse, spoken or written. It is also reductionistic, reducing the whole of reality to one form, in this case a particular theory of language. Such reductionism is not a claim about language so much as a philosophy, a worldview, a fundamentally religious worldview.“ (S. 453)

Since God himself is love (1 John 4:16), and we have fellowship and communion with him, love is the acid test of our discipleship. If we love others, we belong to Jesus Christ. If we lack love, we are not his at all. God is a triune communion of persons. Love is intrinsic to who he is. Attributes like grace, mercy, justice, and even holiness are all relative to creatures. His wrath is relative to sinners, as the expression of his holiness in response to human sin. Love, however, belongs to who he is in himself in the undivided communion of the three persons.“ (S. 477)

Das Buch ist ein echter Genuss. Es ist leicht verständlich geschrieben, wenn auch mit einigen theologischen Fachausdrücken. Diese werden jedoch bei der Einführung des jeweiligen Begriffs sehr gut, anschaulich und verständlich erklärt. Wer also einigermaßen geübt ist im Lesen von englischen Texten und die Angst vor den Fremdwörtern überwinden kann, wird das Buch auch ohne theologische Vorbildung verstehen. Außerdem ist nach den zwei Appendizes (Anhängen) auch ein Glossar angehängt, in welchem die Fremdwörter auf insgesamt 7 Seiten noch einmal erklärt werden. Auch hier wieder verständlich und einfach. Auch ist das ganze Buch von Bibelzitaten geradezu durchtränkt und hat mich immer wieder in Lobpreis geführt beim Lesen. Es ist auch wohltuend, wie Letham sich konstruktiv-kritisch mit den Beiträgen auseinandersetzt. Es geht ihm nicht um das Abkanzeln bestimmter Autoren, sondern er sucht das Gespräch mit den Büchern der einzelnen Autoren und setzt sich wirklich konstruktiv mit ihnen auseinander. Davon will ich mir noch eine Scheibe abschneiden.

Zwei kleine Mängel sind mir dennoch aufgefallen. Zunächst gibt es Abschnitte im Buch, die mehrmals mehr oder weniger eins zu eins identisch übernommen werden. So etwa wichtige Zitate von den kappadozischen Vätern. Eins davon erscheint in der Einleitung, dann im Kapitel über die Kappadozier und im letzten Teil des Buches, bei der praktischen Anwendung gleich noch ein drittes Mal. Mit einzelnen anderen Abschnitten verfährt Letham ähnlich. Das fand ich etwas schade. Auch die Auswahl der Theologen – gerade was Mittelalter und Reformation, sowie die Zeit danach betrifft, empfand ich als etwas dürftig. Warum bei der Behandlung der Reformation etwa Martin Luther, Huldrych Zwingli oder Heinrich Bullinger gänzlich außen vor gelassen wurden, konnte ich nicht verstehen. Ebensowenig die Aussage, dass John Owen und Jonathan Edwards keine nennenswerten neuen Beiträge zur Lehre von der Dreieinigkeit beigetragen hätten (vgl. S. X im Vorwort), kann ich nicht unterschreiben.

Davon abgesehen möchte ich das Buch sehr empfehlen. Es wäre außerdem zu wünschen, dass das Buch auf Deutsch übersetzt und herausgegeben werden könnte.

Samstag, 8. Juni 2013

Biblische Dogmatik von Wayne Grudem auf deutsch erschienen!

Die bereits hier genannte Dogmatik von Wayne A. Grudem ist jetzt endlich in deutsche Sprache übersetzt erschienen. Die Übersetzung ist gut gelungen, die Dogmatik auch für interessierte Nichttheologen leicht verständlich. Was ich im Anhang allerdings  vermisse, ist ein Stichwort- und Bibelstellenverzeichnis. Die Dogmatik kann hier bestellt werden. Ich kann es jedem nur herzlich empfehlen, der sich dafür interessiert, ein solides Fundament für seinen Glauben zu legen.

Dienstag, 23. April 2013

9. Frage im Westminster Katechismus

9. Frage: Was ist das Werk der Schöpfung?

9. Antwort: Das Werk der Schöpfung ist die Erschaffung aller Dinge aus nichts, durch das Wort seiner Kraft24, innerhalb von sechs Tagen, und das alles sehr gut25.

Bibelstellen dazu:

24 1. Mose 1, 1: Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Psalm 33, 6: Die Himmel sind durch das Wort des HERRN gemacht und ihr ganzes Heer durch den Geist seines Mundes. Psalm 33, 9: Denn er sprach, und es geschah; er gebot, und es stand da! Hebräer 11, 9: Durch Glauben erkennen wir, daß die Weltzeiten durch Gottes Wort bereitet worden sind, also das, was man sieht, aus Unsichtbarem entstanden ist.

25 1. Mose 1, 31: Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.

Donnerstag, 18. April 2013

8. Frage im Westminster Katechismus

8. Frage: Wie führt Gott seine Ratschlüsse aus?

8. Antwort: Gott führt seine Ratschlüsse durch die Schöpfung und durch seine Vorsehung aus.23

Bibelstellen dazu:

23 Psalm 148, 8: Feuer und Hagel, Schnee und Dunst, der Sturmwind, der sein Wort ausführt. Jesaja 40, 26: Hebt eure Augen auf zur Höhe und seht: Wer hat diese erschaffen? Er, der ihr Heer abgezählt herausführt, er ruft sie alle mit Namen. So groß ist seine Macht und so stark ist er, dass nicht eines vermisst wird. Daniel 4, 34: Nun rühme ich, Nebukadnezar, und erhebe und verherrliche den König des Himmels, dessen Werke allesamt Wahrheit und dessen Wege Recht sind und der die erniedrigen kann, die in Stolz einhergehen. Apostelgeschichte 4, 24 – 28: Sie aber, als sie es hörten, erhoben einmütig ihre Stimme zu Gott und sprachen: Herrscher, du, der du den Himmel und die Erde und das Meer gemacht hast und alles, was in ihnen ist; der du durch den Heiligen Geist durch den Mund unseres Vaters, deines Knechtes David, gesagt hast: "Warum tobten die Nationen und sannen Eitles die Völker? Die Könige der Erde standen auf und die Fürsten versammelten sich gegen den Herrn und seinen Gesalbten." Denn in dieser Stadt versammelten sich in Wahrheit gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, sowohl Herodes als auch Pontius Pilatus mit den Nationen und den Völkern Israels, alles zu tun, was deine Hand und dein Ratschluss vorherbestimmt hat, dass es geschehen sollte. Offenbarung 4, 11: Du bist würdig, unser Herr und Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu nehmen, denn du hast alle Dinge erschaffen, und deines Willens wegen waren sie und sind sie erschaffen worden.

Mittwoch, 17. April 2013

7. Frage im Westminster Katechismus

7. Frage: Was sind die Ratschlüsse Gottes?

7. Antwort: Die Ratschlüsse Gottes sind seine ewige Absicht entsprechend dem Rat seines Willens, wodurch er zu seiner eigenen Ehre vorherbestimmt hat, was immer passieren soll22.

Bibelstellen dazu:

22 Psalm 33, 11: Der Ratschluss des Herrn bleibt ewig bestehen, die Gedanken seines Herzens von Geschlecht zu Geschlecht. Jesaja 14, 24: Der Herr der Heerscharen hat geschworen und gesagt: Fürwahr, es soll geschehen, wie ich es mir vorgenommen habe, und es soll zustande kommen, wie ich es beschlossen habe. Apostelgeschichte 2, 23: diesen, der nach Gottes festgesetztem Ratschluß und Vorsehung dahingegeben worden war, habt ihr genommen und durch die Hände der Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und getötet. Epheser 1, 11 – 12: in ihm, in welchem wir auch ein Erbteil erlangt haben, die wir vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt nach dem Ratschluß seines Willens, damit wir zum Lob seiner Herrlichkeit dienten, die wir zuvor auf den Christus gehofft haben.

Donnerstag, 11. April 2013

6. Frage im Westminster Katechismus

6. Frage: Wie viele Personen sind in der Gottheit?

6. Antwort: Es sind drei Personen in der Gottheit: Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist20, und diese drei sind ein Gott, derselbe in Substanz, gleich in Kraft und Herrlichkeit21.

Bibelstellen dazu:

20 Matthäus 3, 16 – 17: Und als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser; und siehe, da öffnete sich ihm der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabsteigen und auf ihn kommen. Und siehe, eine Stimme [kam] vom Himmel, die sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe! Matthäus 28, 19: So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes 2. Korinther 13, 4: Denn wenn er auch aus Schwachheit gekreuzigt wurde, so lebt er doch aus der Kraft Gottes; so sind auch wir zwar schwach in ihm, doch werden wir mit ihm leben aus der Kraft Gottes für euch. 1. Petrus 1, 1 - 2:  Petrus, Apostel Jesu Christi, an die Fremdlinge in der Zerstreuung in Pontus, Galatien, Kappadozien, Asia und Bithynien, die auserwählt sind gemäß der Vorsehung Gottes, des Vaters, in der Heiligung des Geistes, zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi: Gnade und Friede werde euch mehr und mehr zuteil!

21 Psalm 45, 7: Dein Thron, o Gott, bleibt immer und ewig; das Zepter deines Reiches ist ein Zepter des Rechts! Johannes 1, 1: Im Anfang war das Wort1, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Johannes 17, 5: Und nun verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. Apostelgeschichte 5, 3 – 4: Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, so daß du den Heiligen Geist belogen hast und von dem Erlös des Gutes etwas für dich auf die Seite geschafft hast? Hättest du es nicht als dein Eigentum behalten können? Und als du es verkauft hattest, war es nicht in deiner Gewalt? Warum hast du denn in deinem Herzen diese Tat beschlossen? Du hast nicht Menschen belogen, sondern Gott! Römer 9, 5: ihnen gehören auch die Väter an, und von ihnen stammt dem Fleisch nach der Christus, der über alle ist, hochgelobter Gott in Ewigkeit. Amen! Kolosser 2, 9: Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig Judas 1, 24 – 25: Dem aber, der mächtig genug ist, euch ohne Straucheln zu bewahren und euch unsträflich, mit Freuden vor das Angesicht seiner Herrlichkeit zu stellen, dem allein weisen Gott, unserem Retter, gebührt Herrlichkeit und Majestät, Macht und Herrschaft jetzt und in alle Ewigkeit! Amen.

Mittwoch, 10. April 2013

5. Frage im Westminster Katechismus

5. Frage: Gibt es mehr als einen Gott?

5. Antwort: Es gibt nur einen18, den lebendigen und wahren Gott19.

Bibelstellen dazu:

18 5. Mose 6, 4: Höre Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein! Jesaja 44, 6: So spricht der Herr, der König Israels, und sein Erlöser, der Herr der Heerscharen: Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott. Jesaja 45, 21 – 22: Verkündet’s, bringt es vor; ja, sie mögen sich miteinander beraten! Wer hat dies vorzeiten verlauten lassen? Oder wer hat es von Anfang her angekündigt? War ich es nicht, der Herr? Und sonst gibt es keinen anderen Gott, einen gerechten Gott und Erretter; außer mir gibt es keinen! Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, all ihr Enden der Erde; denn ich bin Gott und keiner sonst! 1. Korinther 8, 4 – 6: Was nun das Essen der Götzenopfer betrifft, so wissen wir, daß ein Götze in der Welt nichts ist, und daß es keinen anderen Gott gibt außer dem Einen. Denn wenn es auch solche gibt, die Götter genannt werden, sei es im Himmel oder auf Erden — wie es ja wirklich viele »Götter« und viele »Herren« gibt —, so gibt es für uns doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir für ihn; und einen Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind, und wir durch ihn.

19 Jeremia 10, 10: Aber der Herr ist in Wahrheit Gott; er ist der lebendige Gott und ein ewiger König. Vor seinem Zorn erbebt die Erde, und die Völker können seinen Grimm nicht ertragen. Johannes 17, 3: Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. 1. Thessalonicher 1, 9: Denn sie selbst erzählen von uns, welchen Eingang wir bei euch gefunden haben und wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen 1. Johannes 5, 20: Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.

Donnerstag, 4. April 2013

4. Frage im Westminster Katechismus

4. Frage: Was ist Gott?

4. Antwort: Gott ist Geist7, unendlich8, ewig9 und unveränderbar10 in Seinem Sein11, in Weisheit12, Kraft13, Heiligkeit14, Gerechtigkeit15, Güte16 und Wahrheit17.

Bibelstellen dazu:

7 5. Mose 4, 15 – 19: So bewahrt nun eure Seelen wohl, weil ihr keinerlei Gestalt gesehen habt an dem Tag, als der Herr aus dem Feuer heraus mit euch redete auf dem Berg Horeb, damit ihr nicht verderblich handelt und euch ein Bildnis macht in der Gestalt irgend eines Götzenbildes, das Abbild eines männlichen oder weiblichen Wesens, das Abbild irgend eines Tieres, das auf Erden ist, das Abbild irgend eines Vogels, der am Himmel fliegt, das Abbild irgend eines Wesens, das auf dem Erdboden kriecht, das Abbild irgend eines Fisches, der im Wasser ist, tiefer als die Erdoberfläche; daß du deine Augen auch nicht zum Himmel hebst und die Sonne und den Mond und die Sterne und das ganze Heer des Himmels anschaust und dich verführen läßt, sie anzubeten und ihnen zu dienen, die doch der Herr, dein Gott, allen Völkern unter dem ganzen Himmel zugeteilt hat. Lukas 24, 39: Seht an meinen Händen und meinen Füßen, daß ich es bin! Rührt mich an und schaut, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, daß ich es habe! Johannes 1, 18: Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat Aufschluß [über ihn] gegeben. Johannes 4, 24: Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Apostelgeschichte 17, 29: Da wir nun von göttlichem Geschlecht sind, dürfen wir nicht meinen, die Gottheit sei dem Gold oder Silber oder Stein gleich, einem Gebilde menschlicher Kunst und Erfindung.

8 1. Könige 8, 27: Aber wohnt Gott wirklich auf der Erde? Siehe, die Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen; wie sollte es denn dieses Haus tun, das ich gebaut habe! Psalm 139, 7 – 10: Wo sollte ich hingehen vor deinem Geist, und wo sollte ich hinfliehen vor deinem Angesicht? Stiege ich hinauf zum Himmel, so bist du da; machte ich das Totenreich zu meinem Lager, siehe, so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und ließe mich nieder am äußersten Ende des Meeres, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten! Psalm 145, 3: Groß ist der Herr und hoch zu loben, ja, seine Größe ist unerforschlich. Psalm 147, 5: Groß ist unser Herr und reich an Macht; sein Verstand ist unermeßlich. Jeremia 23, 24: Oder kann sich jemand so heimlich verbergen, daß ich ihn nicht sehe? spricht der Herr. Erfülle ich nicht den Himmel und die Erde? spricht der Herr. Römer 11, 33 – 36: O welche Tiefe des Reichtums sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Gerichte, und wie unausforschlich seine Wege! Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, daß es ihm wieder vergolten werde? Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Ehre in Ewigkeit! Amen.

9 5. Mose 33, 27: Eine Zuflucht ist [dir] der Gott der Urzeit, und unter dir sind ewige Arme. Er hat den Feind vor dir her gejagt und zu dir gesagt: Vertilge!« Psalm 90, 2: Ehe die Berge wurden und du die Erde und den Erdkreis hervorbrachtest, ja, von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du Gott! Psalm 102, 12 und 24 – 27: Meine Tage sind wie ein langgestreckter Schatten, und ich verdorre wie Gras. […] Er hat meine Kraft gebeugt auf dem Weg, hat verkürzt meine Tage. Ich spreche: Mein Gott, nimm mich nicht hinweg in der Hälfte meiner Tage! Deine Jahre währen von Geschlecht zu Geschlecht. Du hast vorzeiten die Erde gegründet, und die Himmel sind das Werk deiner Hände. Sie werden vergehen, du aber bleibst; sie alle werden wie ein Kleid zerfallen, wie ein Gewand wirst du sie wechseln, und sie werden verschwinden. Offenbarung 1, 4 und 8: Johannes an die sieben Gemeinden, die in Asia sind: Gnade sei mit euch und Friede von dem, der ist und der war und der kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind […] Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, spricht der Herr, der ist und der war und der kommt, der Allmächtige.

10 Psalm 33, 11: Der Ratschluß des Herrn bleibt ewig bestehen, die Gedanken seines Herzens von Geschlecht zu Geschlecht. Maleachi 3, 6: Denn ich, der Herr, verändere mich nicht; deshalb seid ihr, die Kinder Jakobs, nicht zugrundegegangen. Hebräer 1, 12: und wie einen Mantel wirst du sie zusammenrollen, und sie sollen ausgewechselt werden. Du aber bleibst derselbe, und deine Jahre nehmen kein Ende.« Hebräer 6, 17 – 18: Darum hat Gott, als er den Erben der Verheißung in noch stärkerem Maße beweisen wollte, wie unabänderlich sein Ratschluß ist, sich mit einem Eid verbürgt, damit wir durch zwei unabänderliche Handlungen, in denen Gott unmöglich lügen konnte, eine starke Ermutigung haben, wir, die wir unsere Zuflucht dazu genommen haben, die dargebotene Hoffnung zu ergreifen. Hebräer 13, 8: Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und auch in Ewigkeit! Jakobus 1, 17: Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist, noch ein Schatten infolge von Wechsel.

11 2. Mose 3, 14: Gott sprach zu Mose: »Ich bin, der ich bin!« Und er sprach: So sollst du zu den Kindern Israels sagen: »Ich bin«, der hat mich zu euch gesandt. Psalm 115, 2 – 3: Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist denn ihr Gott? Unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will. 1. Timotheus 1, 17: Aber Gott, dem ewigen König, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren, der allein Gott ist, sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen. 1. Timotheus 6, 13 – 16: Ich gebiete dir vor Gott, der alle Dinge lebendig macht, und vor Christus Jesus, der unter Pontius Pilatus bezeugt hat das gute Bekenntnis, dass du das Gebot unbefleckt, untadelig haltest bis zur Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus, welche uns zeigen wird zu seiner Zeit der Selige und allein Gewaltige, der König aller Könige und Herr aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, der da wohnt in einem Licht, zu dem niemand kommen kann, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann. Dem sei Ehre und ewige Macht! Amen.

12 Psalm 104, 24: HERR, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter. Römer 11, 33 – 34: O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn »wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen«? (Jesaja 40,13) Hebräer 4, 13: Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen. 1. Johannes 3, 19 - 20: Daran erkennen wir, dass wir aus der Wahrheit sind, und können unser Herz vor ihm damit zum Schweigen bringen, dass, wenn uns unser Herz verdammt, Gott größer ist als unser Herz und erkennt alle Dinge.

13 1. Mose 17, 1: Als nun Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der HERR und sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott; wandle vor mir und sei fromm. Psalm 62, 11: Verlasst euch nicht auf Gewalt und setzt auf Raub nicht eitle Hoffnung; fällt euch Reichtum zu, so hängt euer Herz nicht daran. Jeremia 32, 17: Ach, Herr HERR, siehe, du hast Himmel und Erde gemacht durch deine große Kraft und durch deinen ausgereckten Arm, und es ist kein Ding vor dir unmöglich Matthäus 19, 26: Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist's unmöglich; aber bei Gott sind alle Dinge möglich. Offenbarung 1, 8: Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.

14 Hebräer 1, 13: Zu welchem Engel aber hat er jemals gesagt (Psalm 110,1): »Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache«? 1. Petrus 1, 14 – 16: Als gehorsame Kinder gebt euch nicht den Begierden hin, denen ihr früher in der Zeit eurer Unwissenheit dientet; sondern wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben (3.Mose 19,2): »Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.« 1. Johannes 3, 3 – 5: Und ein jeder, der solche Hoffnung auf ihn hat, der reinigt sich, wie auch jener rein ist. Wer Sünde tut, der tut auch Unrecht, und die Sünde ist das Unrecht. Und ihr wisst, dass er erschienen ist, damit er die Sünden wegnehme, und in ihm ist keine Sünde. Offenbarung 15, 4: Wer sollte dich, Herr, nicht fürchten und deinen Namen nicht preisen? Denn du allein bist heilig! Ja, alle Völker werden kommen und anbeten vor dir, denn deine gerechten Gerichte sind offenbar geworden.

15 1. Mose 18, 25: Das sei ferne von dir, dass du das tust und tötest den Gerechten mit dem Gottlosen, sodass der Gerechte wäre gleich wie der Gottlose! Das sei ferne von dir! Sollte der Richter aller Welt nicht gerecht richten? 2. Mose 34, 6 – 7: Und der HERR ging vor seinem Angesicht vorüber, und er rief aus: HERR, HERR, Gott, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue, der da Tausenden Gnade bewahrt und vergibt Missetat, Übertretung und Sünde, aber ungestraft lässt er niemand, sondern sucht die Missetat der Väter heim an Kindern und Kindeskindern bis ins dritte und vierte Glied! 5. Mose 32, 4: Er ist ein Fels. Seine Werke sind vollkommen; denn alles, was er tut, das ist recht. Treu ist Gott und kein Böses an ihm, gerecht und wahrhaftig ist er. Psalm 96, 13: Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich, das Meer brause und was darinnen ist; das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist; es sollen jauchzen alle Bäume im Walde vor dem HERRN; denn er kommt, denn er kommt, zu richten das Erdreich. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit seiner Wahrheit. Römer 3, 5 - 6 und 25 - 26: Ist's aber so, dass unsre Ungerechtigkeit Gottes Gerechtigkeit ins Licht stellt, was sollen wir sagen? Ist Gott dann nicht ungerecht, wenn er zürnt? - Ich rede nach Menschenweise. - Das sei ferne! Wie könnte sonst Gott die Welt richten? […] Den hat Gott für den Glauben hingestellt als Sühne in seinem Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit, indem er die Sünden vergibt, die früher begangen wurden in der Zeit seiner Geduld, um nun in dieser Zeit seine Gerechtigkeit zu erweisen, dass er selbst gerecht ist und gerecht macht den, der da ist aus dem Glauben an Jesus.

16 Psalm 103, 5: der deinen Mund fröhlich macht und du wieder jung wirst wie ein Adler. Psalm 107, 8: "Die sollen dem Herrn danken für seine Güte / und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut," Matthäus 19, 7 - 8: Da fragten sie: Warum hat dann Mose geboten, ihr einen Scheidebrief zu geben und sich von ihr zu scheiden? Er sprach zu ihnen: Mose hat euch erlaubt, euch zu scheiden von euren Frauen, eures Herzens Härte wegen; von Anfang an aber ist's nicht so gewesen. Römer 2, 4: Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

17 2. Mose 34, 6: Und der HERR ging vor seinem Angesicht vorüber, und er rief aus: HERR, HERR, Gott, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue 5. Mose 32, 4: Er ist ein Fels. Seine Werke sind vollkommen; denn alles, was er tut, das ist recht. Treu ist Gott und kein Böses an ihm, gerecht und wahrhaftig ist er. Psalm 86, 15: Du aber, Herr, Gott, bist barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte und Treue. Psalm 117, 2: Denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Halleluja! Hebräer 6, 18: So sollten wir durch zwei Zusagen, die nicht wanken - denn es ist unmöglich, dass Gott lügt -, einen starken Trost haben, die wir unsre Zuflucht dazu genommen haben, festzuhalten an der angebotenen Hoffnung.

Mittwoch, 3. April 2013

3. Frage im Westminster Katechismus

3. Frage: Was lehren die Schriften im Wesentlichen?

3. Antwort: Die Schriften lehren im Wesentlichen, was der Mensch von Gott glauben soll5 und welche Pflichten Gott vom Menschen fordert6.

Bibelstellen dazu:

5 1. Mose 1, 1: Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde. Johannes 5, 39: Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; und sie sind es, die von mir Zeugnis geben. Johannes 20, 30 - 31: Noch viele andere Zeichen tat Jesus nun vor seinen Jüngern, die in diesem Buch nicht geschrieben sind. Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen. Römer 10, 17: Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort. 2. Timotheus 3, 14 - 15: Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und was dir zur Gewißheit geworden ist, da du weißt, von wem du es gelernt hast, und weil du von Kindheit an die heiligen Schriften kennst, welche die Kraft haben, dich weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist.

6 5. Mose 10, 12 – 13: Und nun, Israel, was fordert der Herr, dein Gott, von dir, als nur, daß du den Herrn, deinen Gott, fürchtest, daß du in allen seinen Wegen wandelst und ihn liebst und dem Herrn, deinem Gott, dienst mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele, indem du die Gebote des Herrn und seine Satzungen hältst, die ich dir heute gebiete, zum Besten für dich selbst? Josua 1, 8: Laß dieses Buch des Gesetzes nicht von deinem Mund weichen, sondern forsche darin Tag und Nacht, damit du darauf achtest, alles zu befolgen, was darin geschrieben steht; denn dann wirst du Gelingen haben auf deinen Wegen, und dann wirst du weise handeln! Psalm 119, 105: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg. Micha 6, 8: Es ist dir gesagt, o Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: Was anders als Recht tun, Liebe üben und demütig wandeln mit deinem Gott? 2. Timotheus 3, 16 – 17: Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet. 

Donnerstag, 28. März 2013

2. Frage im Westminster Katechismus

(Heute geht es um unsere Quelle der Erkenntnis, also woher wir wissen können, was wir zur Ausführung der Frage 1 benötigen.)

2. Frage: Welche Regel hat uns Gott gegeben, um uns darin zu leiten, Ihn zu verherrlichen und uns an Ihm zu erfreuen?

2. Antwort: Das Wort Gottes, das aus den Schriften des Alten und Neuen Testaments besteht3, ist die einzige Regel, die uns darin leitet, wie wir Ihn verherrlichen uns an Ihm erfreuen können4.

Bibelstellen dazu:

3 Matthäus 19, 4 – 5: Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, daß der Schöpfer sie am Anfang als Mann und Frau erschuf und sprach: »Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen; und die zwei werden ein Fleisch sein«? 1. Mose 2, 24: Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein. Lukas 24, 27 und 44: Und er begann bei Mose und bei allen Propheten und legte ihnen in allen Schriften aus, was sich auf ihn bezieht. […] Er aber sagte ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch geredet habe, als ich noch bei euch war, daß alles erfüllt werden muß, was im Gesetz Moses und in den Propheten und den Psalmen von mir geschrieben steht. 1. Korinther 2, 12 - 13: Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, so daß wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist; und davon reden wir auch, nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern in solchen, die vom Heiligen Geist gelehrt sind, indem wir Geistliches geistlich erklären. 1. Korinther 14, 37: Wenn jemand glaubt, ein Prophet zu sein oder geistlich, der erkenne, daß die Dinge, die ich euch schreibe, Gebote des Herrn sind. 2. Petrus 1, 20 – 21: Dabei sollt ihr vor allem das erkennen, daß keine Weissagung der Schrift von eigenmächtiger Deutung ist. Denn niemals wurde eine Weissagung durch menschlichen Willen hervorgebracht, sondern vom Heiligen Geist getrieben haben die heiligen Menschen Gottes geredet. 2. Petrus 3, 1 - 2 und 15 – 16: Geliebte, dies ist nun schon der zweite Brief, den ich euch schreibe, um durch Erinnerung eure lautere Gesinnung aufzuwecken, damit ihr an die Worte gedenkt, die von den heiligen Propheten vorausgesagt worden sind, und dessen, was euch der Herr und Retter durch uns, die Apostel, aufgetragen hat. […] Und seht die Langmut unseres Herrn als [eure] Rettung an, wie auch unser geliebter Bruder Paulus euch geschrieben hat nach der ihm gegebenen Weisheit, so wie auch in allen Briefen, wo er von diesen Dingen spricht. In ihnen ist manches schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Ungefestigten verdrehen, wie auch die übrigen Schriften3, zu ihrem eigenen Verderben.

4 5. Mose 4, 2: Ihr sollt nichts hinzufügen zu dem Wort, das ich euch gebiete, und sollt auch nichts davon wegnehmen, damit ihr die Gebote des Herrn, eures Gottes, haltet, die ich euch gebiete. Psalm 19, 7 – 11: Denn wo ist ein so großes Volk, zu dem sich die Götter so nahen, wie der Herr, unser Gott, es tut, so oft wir ihn anrufen? Und wo ist ein so großes Volk, das so gerechte Satzungen und Rechtsbestimmungen hätte, wie dieses ganze Gesetz, das ich euch heute vorlege? Nur hüte dich und bewahre deine Seele wohl, daß du die Geschehnisse nicht vergißt, die deine Augen gesehen haben, und daß sie nicht aus deinem Herzen weichen alle Tage deines Lebens; sondern du sollst sie deinen Kindern und Kindeskindern verkünden! An dem Tag, als du vor dem Herrn, deinem Gott, standest am [Berg] Horeb, als der Herr zu mir sprach: »Versammle mir das Volk, damit ich sie meine Worte hören lasse, und damit sie mich fürchten lernen alle Tage ihres Lebens auf Erden, und damit sie auch ihre Kinder unterweisen!«, da tratet ihr herzu und standet unten am Berg. Aber der Berg brannte im Feuer bis ins Innerste des Himmels hinein, [der voller] Finsternis, Wolken und Dunkel [war]. Jesaja 8, 20: »Zum Gesetz und zum Zeugnis!« — wenn sie nicht so sprechen, gibt es für sie kein Morgenrot. Johannes 15, 11: Dies habe ich zu euch geredet, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude völlig werde. Johannes 20, 30 – 31: Noch viele andere Zeichen tat Jesus nun vor seinen Jüngern, die in diesem Buch nicht geschrieben sind. Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen. Apostelgeschichte 17, 11: Diese aber waren edler gesinnt als die in Thessalonich und nahmen das Wort mit aller Bereitwilligkeit auf; und sie forschten täglich in der Schrift, ob es sich so verhalte. 2. Timotheus 3, 15 – 17: und weil du von Kindheit an die heiligen Schriften kennst, welche die Kraft haben, dich weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist. Alle Schrift ist von Gott eingegeben11 und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet. 1. Johannes 1, 4: Und dies schreiben wir euch, damit eure Freude vollkommen sei.

Mittwoch, 27. März 2013

1. Frage im Westminster Katechismus

(Der Westminster Katechismus ist ein Hilfsmittel, um die Lehre der Bibel besser kennenlernen zu können. Es sind 107 Fragen und kurze, leicht einzuprägende Antworten, die jeweils mit zahlreichen Bibelstellen begründet werden)

Der kürzere Westminster Katechismus - Frage 1

1. Frage: Was ist das höchste Ziel des Menschen?

1. Antwort: Das höchste Ziel des Menschen ist es, Gott zu verherrlichen1 und sich für immer an Ihm zu erfreuen2.

Bibelstellen dazu:

1 Psalm 86: Ein Gebet Davids. Neige dein Ohr, o Herr, und erhöre mich, denn ich bin elend und arm; bewahre meine Seele, denn ich bin dir zugetan; hilf du, mein Gott, deinem Knecht, der sich auf dich verläßt! Sei mir gnädig, o Herr; denn zu dir rufe ich allezeit! Erfreue die Seele deines Knechtes; denn zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele! Denn du, Herr, bist gut und vergibst gern; und du bist reich an Gnade für alle, die dich anrufen. Vernimm, o Herr, mein Gebet, und achte auf die Stimme meines Flehens! Am Tag meiner Not rufe ich dich an, denn du erhörst mich. Dir, Herr, ist keiner gleich unter den Göttern, und nichts gleicht deinen Werken! Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, o Herr, und deinem Namen Ehre geben; denn du bist groß und tust Wunder, du bist Gott, du allein! Weise mir, Herr, deinen Weg, damit ich wandle in deiner Wahrheit; richte mein Herz auf das Eine, daß ich deinen Namen fürchte! Ich will dich preisen, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen, und deinem Namen Ehre erweisen auf ewig. Denn deine Gnade ist groß über mir, und du hast meine Seele errettet aus der Tiefe des Totenreichs. O Gott, es sind Vermessene gegen mich aufgestanden, und eine Rotte von Gewalttätigen trachtet mir nach dem Leben; sie haben dich nicht vor Augen. Du aber, Herr, bist ein barmherziger und gnädiger Gott, langsam zum Zorn und von großer Gnade und Treue. Wende dich zu mir und sei mir gnädig! Verleihe deinem Knecht deine Stärke, und hilf dem Sohn deiner Magd! Tue an mir ein Zeichen zum Guten, damit meine Hasser es zu ihrer Beschämung sehen, daß du, Herr, mir geholfen und mich getröstet hast. Jesaja 60, 21: Und dein Volk wird aus lauter Gerechten bestehen und das Land auf ewig besitzen, als Schößling meiner Pflanzung, ein Werk meiner Hände, mir zum Ruhm. Römer 11, 36: Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Ehre in Ewigkeit! Amen. 1. Korinther 6, 20: Denn ihr seid teuer erkauft; darum verherrlicht Gott in eurem Leib und in eurem Geist, die Gott gehören! 1. Korinther 10, 31: Ob ihr nun eßt oder trinkt oder sonst etwas tut — tut alles zur Ehre Gottes! Offenbarung 4, 11: Würdig bist du, o Herr, zu empfangen den Ruhm und die Ehre und die Macht; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen sind sie und wurden sie geschaffen!

2 Psalm 16, 5 – 11: Der Herr ist mein Erbteil und das [Teil] meines Bechers; du sicherst mir mein Los. Die Meßschnüre sind mir in einer lieblichen Gegend gefallen, ja, mir wurde ein schönes Erbe zuteil. Ich lobe den Herrn, der mir Rat gegeben hat; auch in der Nacht mahnt mich mein Inneres. Ich habe den Herrn allezeit vor Augen; weil er zu meiner Rechten ist, wanke ich nicht. Darum freut sich mein Herz, und meine Seele frohlockt; auch mein Fleisch wird sicher ruhen, denn du wirst meine Seele nicht dem Totenreich preisgeben und wirst nicht zulassen, daß dein Getreuer die Verwesung sieht. Du wirst mir den Weg des Lebens zeigen; vor deinem Angesicht sind Freuden in Fülle, liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich! Psalm 144, 15: Wohl dem Volk, dem es so ergeht; wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist! Jesaja 12, 2: Siehe, Gott ist mein Heil; ich will vertrauen und lasse mir nicht grauen; denn Jah, der Herr, ist meine Kraft und mein Lied, und er wurde mir zur Rettung! Lukas 2, 10: Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die dem ganzen Volk widerfahren soll. Philipper 4, 4: Freut euch im Herrn allezeit; abermals sage ich: Freut euch! Offenbarung 21, 3 – 4: Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen; und sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott. Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.