Dienstag, 10. April 2012

Trost für Gottes Volk


Trost für Gottes Volk

Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott. Redet zum Herzen Jerusalems und ruft ihr zu, daß ihr Frondienst vollendet, daß ihre Schuld abgetragen ist; denn sie hat von der Hand des Herrn Zweifaches empfangen für alle ihre Sünden. (Jes. 40, 1 – 2)

Diese Worte sind der Einstieg in den zweiten Teil des Jesaja-Buches. Der erste Teil ist an die Menschen zur Zeit Jesajas gerichtet. Jesaja sah viel Sünde im Volk und prangerte deshalb auch zahlreiche Missstände an. Der zweite Teil des Jesaja-Buches wurde für einen späteren Zeitpunkt geschrieben: Für die Zeit des Exils in Babylon. Diesen zweiten Teil nennt man das „Trostbüchlein“ Jesajas. Wohl nach einem längeren Zeitraum des Schweigens, nachdem die Gerichtsreden vollendet waren, bekam derselbe Jesaja noch ein zweites Mal eine Berufung, nämlich die Berufung zum Tröster des zukünftigen Volkes in der Bedrängnis des Exils, der Fremde.

Diese zweite Berufung beginnt mit einem Befehl, nämlich: Tröstet! Das Volk Gottes ist traurig, ist erfüllt von Angst, Einsamkeit, Deprimiertheit in seiner Fremde. Es braucht Trost, und diesen gibt Gott durch dieselbe Person, die ihnen schon Jahrhunderte zuvor die Unausweichlichkeit dieses Exils aufgezeigt hat, wenn das Volk nicht bereit ist, umzukehren von den falschen Wegen. Nicht nur der Trost steht in krassem Gegensatz zur Gerichtsbotschaft des ersten Teils, auffällig ist auch, dass Gott hier befiehlt, Sein Volk zu trösten. „Mein Volk“ (hebr. 'ammi) steht hier im Gegensatz zu dem Namen, den der zur selben Zeit lebende Prophet Hosea seinem dritten Sohn geben musste. Dieser war „Lo-Ammi“ und bedeutet „nicht Mein Volk“. Das abtrünnige und ungläubige Volk zur Zeit von Hosea und Jesaja waren Nicht-Gottes-Volk, während der Überrest der inzwischen wieder zu Jahwe schreienden Israeliten wieder in Gottes-Volk aufgenommen wurden. Vergleichbar spricht auch Paulus im Römerbrief von den ausgebrochenen und wiederum eingepfropften Ästen im Ölbaum Israel.

Die Botschaft dieses Trostbüchleins ist also nicht einfach für alle, die sich aus irgend welchen Gründen zum Volk Gottes zählen, gültig, sondern für diejenigen, die ihr ganzes Vertrauen auf Jahwe, den Herrn und die Rettung durch den Maschiach Jeschua (Jesus Christus) setzen. Als solche leben wir auch heute in einer Babylonischen Gefangenschaft: Die Gefangenschaft durch kirchlichen Unglauben, Bibelkritik, Spott, Verachtung und zunehmende Einschränkung der Religions- und Meinungsfreiheit. Babylon ist mitten unter uns. In den Kirchen und Gemeinden, auf den Kanzeln und in den Kirchenbänken. Überall lauert Babylon darauf, die Rechte von Gottes Volk einzugrenzen und zu vernichten. Gottes Volk braucht Trost. So ist auch heute die Berufung: Tröstet, tröstet Mein Volk! Gott sucht nach Menschen, die sich aufmachen, Sein Volk zu trösten und zu erbauen. Er ist dabei, den prophetischen Dienst wieder neu zu errichten. Nicht um die Bibel zu verändern oder zu ergänzen, sondern weil Gottes Volk, die Menschen aus Gottes Volk, die wahren Gläubigen Trost brauchen.

Die Christenheit steht in tiefer Schuld bei Gott, weil sie sich zu immer größeren Teilen auf säkulare Bibelkritik verlässt und immerzu neue Wege sucht, um Gottes Wort umgehen zu können. Stichwort: „Dies ist ja nur die damalige Kultur zur Zeit des Neuen Testaments. Wir müssen das in einen anderen Kontext setzen“. Diese Schuld hat viele Spaltungen verursacht und zahlreiche Gläubige verunsichert. Gott lässt Sich und Sein Wort nicht spotten. Der Herr der Herrlichkeit ist ein heiliger und eifersüchtiger Gott. Er lässt Sich Seine Ehre nicht durch fremdes Feuer auf dem Altar vermindern. Doch Sein Wille ist, dass diejenigen, welche verunsichert sind durch diese fremden Bräuche und falschen Theologien getröstet werden. Tröstet, tröstet Mein Volk! Spricht der Herr. Auch unter uns wird die babylonische Gefangenschaft noch eine kurze Weile andauern. Dann wird aber die Spreu vom Weizen getrennt. Die Zeit und die Bedrängnis, die auch in unseren Breiten bereits jetzt am Wachsen ist, wird zeigen, wer dem Herrn anhängt. Und dann kommt der Herr wieder, um uns zu holen. Freuen wir uns darauf! Aber bis dahin gilt: Tröstet, tröstet Mein Volk!

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