Montag, 2. April 2012

Gottes Volk in der Wüste


Gottes Volk in der Wüste

Wenn wir die Geschichte Israels betrachten, so fällt uns auf, dass nach der Befreiung aus der Sklaverei der Weg durch die Wüste folgt. Parallel dazu wurde auch Jesus nach der Taufe durch Johannes, wo Gottes Geist auf Ihn herab kam, als Erstes in die Wüste geführt. Die Wüste ist ein Symbol für Durst, Hunger, Entbehrung, Hitze, endlos weite Sicht ohne absehbares Ende und Versuchungen, wohin das Auge blickt. Der Knecht ist nicht größer als sein Herr, und da auch der Herr Jesus in die Wüste musste, wird es uns nicht besser gehen.

Gott möchte uns in Wüstenzeiten einen Blick in unser Inneres schenken. Die Wüste macht uns nicht schlechter und ist auch keine Entschuldigung für falsches Handeln. Vielmehr dienen Wüstenzeiten dazu, uns zu reinigen. Die Bibel nennt das „läutern wie Gold“. Unser Herz wird da mit Gold verglichen. Gold, das noch gereinigt werden muss. Um Gold zu reinigen, erhitzt man es, bis es ganz geschmolzen ist. Dann kommen die unreinen Partikel nach oben und schwimmen auf dem schweren flüssigen Gold obenauf. Und können abgeschöpft werden. Der Druck und die Hitze von unseren Wüstenzeiten gewährt uns einen Einblick in unser Herz. Dieser ist nicht schön, aber notwendig. Denn zu Gott dürfen wir kommen wie wir sind, aber wir müssen nicht so bleiben. So sind diese Wüstenzeiten ein Geschenk Gottes an uns, da sie uns Dinge zeigen, die uns sonst verborgen sind, solange es uns einfach nur gut geht.

Wüstenzeiten sind also nicht das Ziel, das Gott mit uns hat. Vielmehr sind diese Zeiten ein gutes Übungsfeld für uns, wo wir lernen können, trotz der Schwere dieser Zeit Gott gehorsam zu sein. Sie dauern nicht ewig, auch wenn sie uns so erscheinen. Aber das macht die Wüste gerade aus: Man sieht überall, wo man hinblickt, nur trockenen, heißen, trostlosen Sand. Wüstenzeiten sind Zeiten der Vorbereitung auf etwas Größeres. Jesus war in der Wüste bevor Er Seinen Dienst antrat. Auch der Apostel Paulus war in der Wüste bevor er mit seinem Dienst begann. Wenn wir lernen, auch im Kleinen, nämlich in der Wüstenzeit, Gott treu und gehorsam zu bleiben, werden wir für das noch viel Größere vorbereitet, was Gott durch uns bewirken möchte.

Wüstenzeiten haben zwei Gefahren: Die erste ist die, dass man sie als Entschuldigung für eine falsche Verhaltensweise benutzt und sich denkt: „Ich sehe keinen Ausweg, das ist eine besondere Situation, da muss ich nicht so genau mit mir sein.“ Die zweite Gefahr ist, dass man es sich in der Wüste einzurichten beginnt. Es ist zwar unangenehm da, aber womöglich könnte man denken, eine Verhaltensänderung sei noch unangenehmer. Beide Denkweisen sind falsch. Wenn wir nicht lernen, diese Wüstenzeiten als Übergangs- und Schulungszeiten zu betrachten, werden wir unser gesamtes Leben in dieser Wüstenzeit verbringen. Gott möchte dich zubereiten und reinigen. Bist du bereit dazu? Er möchte dich gebrauchen, lässt du Ihn? Ich möchte dich dazu ermutigen. Sei gesegnet!

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