Freitag, 27. April 2012

Flügel wie Adler


Flügel wie Adler

Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden. Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden. (Jes. 40, 29 – 31)

Red Bull verleiht Flügel! Doch nicht erst seit der Red-Bull-Generation gibt es den Wunsch des Menschen, fliegen zu können. Zu allen Zeiten gab es den Traum vom Fliegen und viele Versuche wurden unternommen, um diesen Traum umsetzen zu können. Bereits in der Antike finden wir die Sage von Daidalos und Ikaros. Daidalos wird als Künstler, Erfinder, Steinhauer und Architekt zum ersten Mal in Homers Iliade erwähnt. In kürzester Zeit gab es eine riesige Sammlung von Sagen, die sich um diesen Mann rankten. Einer dieser Sagen zufolge soll er auf Kreta zusammen mit seinem Sohn Ikaros von König Minos in ein Labyrinth eingesperrt worden sein. Um dort fliehen zu können, nahm er Vogelfedern und Kerzenwachs und baute für sich und seinen Sohn Flügel. Ikaros jedoch - von jugendlichem Übermut übermannt – begab sich trotz väterlicher Warnung zu nahe an die Sonne – das Wachs schmolz und Daidalos' Sohn stürzte ins Meer.

Der Traum vom Fliegen stammt wohl vor allem von der beobachteten Leichtigkeit, mit welcher Vögel und andere flugfähige Tiere innerhalb kürzester Zeit weite Strecken zurücklegen konnten. Wie uns Jesaja hier richtig sagt, werden wir Menschen recht schnell mal müde und matt. Dann sind wir kraftlos und kommen nicht mehr weiter. Oder wir stolpern, fallen um, schlagen uns die Knie auf und sind insofern der Erdanziehungskraft hilflos ausgeliefert. Vögel sind es zwar auch, aber man muss doch zugeben, dass die Beobachtung im ersten Moment einen anderen Eindruck macht. Man hat Zugvögel, die mit einem Mini-Sender ausgestattet wurden, beobachtet. Der Weltrekord liegt bei 11'500km Nonstop-Flug in neun Tagen. Er wird von einer Pfuhlschnepfe gehalten. So gesehen ist der Gedanke, dass Vögel beim Fliegen weniger schnell müde werden, gar nicht so falsch. Deshalb stehen Vögel auch sinnbildlich für müheloses und ausdauerndes Vorankommen.

Und genau dieses Bild gebraucht Jesaja nun, um Gottes Werk an den Gläubigen zu beschreiben: Den Müden unter ihnen gibt Gott Kraft und den Unvermögenden Stärke. Gott möchte uns helfen, wenn wir im Leben an unsere Grenzen stoßen und nicht mehr weiter wissen. Dort, wo wir nicht mehr weiter wissen, kennt Er den Weg und wir dürfen Ihm vertrauen. Gott liebt es, schwache und müde Menschen zu nehmen und sie mit Seiner Kraft und Stärke zu füllen, denn dort wird Sein Name groß gemacht und die Menschen erkennen, dass es sich nicht um eine menschliche Kraft handeln kann, sondern Gottes Kraft in den Schwachen und Müden mächtig geworden ist. Wie man es hier lesen kann, möchte Gott uns helfen, so mühelos vorwärts zu kommen wie Adler in der Luft. So fährt der Prophet auch fort: dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden. Wir werden natürlich müde. Das gehört zum Leben dazu. Wir wissen oftmals nicht mehr weiter und geraten schier in Verzweiflung darüber. Aber auch das Wissen, dass Gott es gut mit uns meint und uns unterstützen möchte, gibt uns Kraft, trotz aller Schwierigkeiten weiterzugehen. Wie der Adler, der majestätisch seine Flügel ausbreitet, rundum umgeben von der Luft, in welcher er sich fortbewegt, so sind auch wir rundum von Gottes schützender und vorsorgender Hand voll und ganz umgeben. Was immer geschehen mag, Er hält uns fest. Was immer kommen mag, niemals können wir tiefer fallen als in Seine Hand. So ist Er immer da für uns, ist bei uns und hält uns, ja, trägt uns durch alle schweren Zeiten hindurch. Gott verspricht uns kein problemloses Leben, aber Er ist und hat die Lösung für alles bereit. Noch bevor wir die Schwierigkeit sehen, kennt Er den Weg und führt uns wohl.

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