Samstag, 7. Juli 2012

Selig sind die geistlich Armen

Selig sind die geistlich Armen


Selig sind die geistlich Armen; denn ihrer ist das Himmelreich! (Matthäus 5, 3)

"Glücklich ist" oder "Glückselig ist...", das hat die Jünger, die allesamt Juden waren und deshalb von Kindesbeinen im TaNaKh (das was wir als AT bezeichnen) belehrt wurden, sofort an den ersten Psalm erinnert.

"Wohl dem [wörtlich: Glückselig der Mensch], der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern seine Lust hat am Gesetz des Herrn und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und alles, was er tut, gerät wohl. Nicht so die Gottlosen, sondern sie sind wie Spreu, die der Wind verweht. Darum werden die Gottlosen nicht bestehen im Gericht, noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten. Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten; aber der Weg der Gottlosen führt ins Verderben." (Psalm 1, 1 - 6)

Das ist der erste Psalm, den ich die Eingangstüre zu den Psalmen nenne. Um die Psalmen verstehen zu können, darf man nicht einfach blind einen aufschlagen, ohne zuvor diesen ersten Psalm verstanden zu haben. Die Psalmen sind Gebete und gelten nur für diejenigen, die bei Ps. 1 angefangen haben in ihrem Leben. Wer glücklich werden will, muss sich von seinem Egoismus abwenden und sich dafür Gott zuwenden. Ein Mensch ohne Gott kann sich nur um sich selbst drehen, kann nichts Gutes tun, egal wie sehr er sich bemüht.

Glückselig ist der Mensch, der nicht das tut, was ihm die Gottlosen raten. Er hört nicht auf sie, sondern auf Gott, auf all das, was Gott ihm sagt durch Sein Wort, die Bibel.

Glückselig ist der Mensch, der nicht umhergeht und danach sucht, was die Gottlosen tun und sich dann denkt: Mensch, warum darf der das alles und ich muss (wegen Gott) darauf verzichten? Glückselig der Mensch, der den Gottlosen nicht nachmacht, was jene tun.

Glückselig aber auch der Mensch, der sich nicht dorthin setzt, wo die Spötter sitzen. Wenn die Bibel vom Sich-Setzen spricht, dann meint sie: Verharren. Die Menschen damals trugen lange Gewänder und waren gegürtet. Um sich setzen zu können, musste man den Gürtel öffnen, sonst war es arg unbequem. Wenn sich also jemand setzte, so hatte er nicht vor, allzu schnell wieder aufzustehen. Er fühlte sich also in Sicherheit. Wer sich im Kreise der Gotteslästerer (das ist mit Spöttern gemeint) entgürtet und sich setzt, und in dieser Gesellschaft verharrt, hat noch recht wenig verstanden vom Evangelium und ist in großer Gefahr.

Glückselig der Mensch, der sich freut, in Gottes Wort lesen zu dürfen und sich immer wieder Gedanken darüber macht über das, was er kürzlich gelesen hat. Es lohnt sich, gleich am Morgen beim Aufstehen einen Abschnitt aus der Bibel zu lesen, und dann tagsüber, auch während der Arbeit, immer wieder darüber nachzudenken, was dort drin steht. Das Ziel ist aber nicht, möglichst viel zu wissen, sondern möglichst viel davon im eigenen Leben umzusetzen.

So haben wir auch in der Bergpredigt einen gleichen Beginn: Glückselig ist... Die Bergpredigt sagt uns, woran wir unser eigenes geistliches Wachstum erkennen können: 

1. Wie der Charakter eines Christen sein oder werden soll. (V. 3 - 6)
2. Wie wir uns dementsprechend verhalten sollen. (V. 7 - 10)
3. Wozu wir als Christen zu jeder Zeit bereit sein sollen (V. 11 – 12)

Wenn nun Jesus davon spricht, dass die geistlich Armen selig sein sollen, so geht es darum, dass wir erkennen, wie armselig und nutzlos wir ohne Gottes Hilfe sind. Wir sollen erkennen, dass alles, was wir tun können, einzig aus dem Geist kommt, der uns dazu stärkt, das Richtige zu tun. Wenn wir dies erkennen, dass wir alles nur aus Gottes Hand empfangen können, so haben wir die richtige Stellung vor Gott gefunden. Dann wird uns der Geist mit Seinen Gaben ausrüsten können – zu Gottes Ehre. Und wir sind bereit, Gottes Reich zu bauen. Dieses ist nämlich dort, wo Menschen so handeln, wie Jesus gehandelt hat: Voller Liebe, Gnade und Barmherzigkeit, voller Mitgefühl und mit viel Tatkraft, um das Leben derer, die am Boden sind, zu erleichtern, und um ihnen die gute Botschaft von der Erlösung zu geben.

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