Freitag, 19. Juli 2013

Jonathan Edwards - ein Leben zur Ehre Gottes

Den folgenden Artikel habe ich für das Timotheus-Magazin #11 zum Thema "Vorbilder" geschrieben. Wer das Heft oder ein Jahresabo bestellen möchte, kann dies gerne hier tun. Ich kann es sehr empfehlen.


Jonathan Edwards – ein Leben zur Ehre Gottes

Als Christen, die wir dem Herrn Jesus Christus nachfolgen, wünschen wir uns doch alle, ein Leben zur Ehre Gottes zu führen. Wenn wir darin nach einem Vorbild suchen, werden wir in Jonathan Edwards ganz bestimmt fündig. Er war keinesfalls perfekt, aber sein ganzes Leben war von dem Wunsch durchdrungen, dass alles, was er tat, zur Ehre Gottes geschehen möge.

Kindheit und Jugend
Jonathan Edwards kam am 5. Oktober 1703 als fünftes Kind und einziger Sohn – ihm folgten noch sechs weitere Schwestern – von Timothy und Esther Edwards, geborene Stoddard, in East Windsor zur Welt. Sein Großvater mütterlicherseits war Solomon Stoddard, der Pastor von Northampton, dessen Nachfolger Jonathan eines Tages werden sollte. Timothy Edwards, der Vater von Jonathan, war Prediger in East Windsor.

Zu Beginn hatte ihn sein Vater in vielen Dingen unterrichtet, er hat also die Schulzeit zu Hause verbracht. 1716 begann seine Zeit am College, was durch verschiedene Umstände eine recht chaotische Zeit war. Timothy wollte, dass sein Sohn im reformierten Glauben erzogen wurde. In Harvard, wo er selbst diese Zeit verbracht hatte, wurden die Lehrer, welche noch recht glaubten, durch andere ersetzt, die den reformierten Glauben ablehnten, und den Menschen mit seinem freien Willen in den Mittelpunkt stellten. Es musste ein neues College her. So gründete man das College, aus welchem später die Yale-University wurde. Jonathan war vielseitig interessiert, ein wacher Beobachter mit einer alles durchdringenden Logik. So schrieb er schon in der Zeit am College Abhandlungen über bestimmte Naturphänomene.

In diese Zeit am College fällt auch seine Bekehrung. Diese muss im März 1721 stattgefunden haben und hat sein Leben recht stark verändert. Er schreibt dazu: „Das erste Mal erinnerte ich mich dieser Art von inwendiger, lieblicher Freude an Gott und an göttlichen Dingen, die ich seither vielfach genossen habe, beim Lesen folgender Worte (1. Timotheus 1,17): „Dem König der Zeitalter aber, dem unvergänglichen, unsichtbaren, alleinigen Gott, sei Ehre und Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“ Als ich diese Worte las, da kam in meine Seele ein Empfinden für die Herrlichkeit des göttlichen Wesens, und es war, als sei sie ganz davon erfüllt. Es war ein neues Empfinden, völlig anders als alles, was ich bisher erlebt hatte. Nie kamen mir irgendwelche Schriftstellen so vor, wie es bei diesen Worten der Fall war. Ich dachte bei mir, welch wunderbares Wesen dies sei und wie glücklich ich doch sein müsste, wenn ich mich dieses Gottes erfreuen könnte und zu ihm in den Himmel entrückt würde und gleichsam ewig in ihm aufginge! […] Ich ging zu Gott, um ihn zu bitten, dass ich mich seiner freuen möge, und betete auf eine Weise, die sich völlig von allem unterschied, was ich zu tun gewohnt war; eine ganz neue Art der Herzensregung und Liebe war aufgebrochen.“i

Entschieden für Gott
In den Jahren nach seiner Bekehrung wuchs in Jonathan das Verlangen, ein immer heiligeres Leben führen zu können. Ein Leben, das Gott gefällt. Er wollte seinem Herrn dienen, und das möglichst schnell. So wartete er gar nicht erst, bis er den Master-Titel bekommen hatte, was bis 1723 gedauert hätte, sondern ging bereits im Alter von 19 Jahren nach New York, wo er die Arbeit eines stellvertretenden Predigers der dortigen Presbyterianischen Kirche tat. Im August 1722 begann er seine Arbeit in New York, welche bis im April 1723 dauerte. Er merkte sehr wohl, dass er in vielen Dingen noch zu lernen hatte. Aus diesem Grund begann er in der Zeit von Sommer 1722 bis im darauffolgenden Sommer, seine Entschlüsse („Resolutions“) zu Papier zu bringen. Innerhalb von einem Jahr wuchs das Werk auf 70 Entschlüsse, zu denen er sich verpflichtete. Die ersten sind schon sehr deutlich: „1. Ich verpflichte mich, dass ich alles tun werde, was immer zu Gottes Verherrlichung dient, und zu meiner Freude, solange ich lebe, ungeachtet des Zeitaufwands, sei es jetzt oder nie, unzählige Zeitalter von jetzt an. Ich habe mich entschlossen, was auch immer nötig ist, zu tun, was ich glaube, was meine Pflicht ist, und was am meisten dem Wohl und dem Allgemeinwohl dient. Ich verpflichte mich dazu, unabhängig davon, auf welche Weise, und auf wie viele oder wie große Schwierigkeiten ich stoße. 2. Ich verpflichte mich, mich fortwährend zu bemühen, neue Hilfsmittel oder Vorrichtungen zu suchen, um die vorigen Dinge zu fördern. 3. Ich verpflichte mich, dass, wenn ich je fallen sollte oder lau werde, d.h. wenn ich eines dieser Dinge vernachlässigen sollte, dass ich Buße tun werde für alles woran ich mich erinnere, sobald ich wieder zu mir komme. 4. Ich verpflichte mich, keine Art von Dingen zu tun, weder im Geist noch mit meinem Körper, außer dem, was Gott verherrlicht; noch werde ich so sein, wie es Gott missfällt, noch so etwas zu dulden, wenn ich es vermeiden kann. 5. Ich verpflichte mich, niemals einen Moment Zeit zu verlieren, sondern Zeit, so gut ich das kann, in günstigster Weise zu nutzen.“ii Auf diese Art und Weise geht es weiter. Jonathan Edwards wünschte sich nichts sehnlicher als dies, dass sein ganzes Leben unter die Herrschaft Gottes gestellt wird. Die Deutlichkeit dieser Entschlüsse erstaunt uns. Wir leben in einer Zeit, in der nichts mehr gebraucht würde, als entschiedene, entschlossene Nachfolger Christi. Deshalb wäre es von riesigem Gewinn, wenn wir wieder beginnen würden, Edwards zu lesen, von ihm zu lernen und uns mit seiner Entschiedenheit der Nachfolge Jesu hinzugeben.


Die große Erweckung
Nach seinem stellvertretenden Predigtdienst in New York ging er zurück nach Yale, wo er als Tutor arbeitete. Das heißt, er half einer Anzahl von Studenten bei Fragen, die das Studium oder auch die persönliche Entwicklung betraf. Dort arbeitete er und konnte in seiner Freizeit weiter seinen Studien nachgehen. 1727 wurde er als Helfer und Nachfolger für seinen Großvater Solomon Stoddard nach Northampton berufen. In diesem Jahr heiratete er Sarah Pierrepont, die auch aus einer wichtigen Predigerfamilie stammte. 1729 starb Solomon Stoddard, von nun an war Edwards allein für die Gemeinde in Nothampton verantwortlich. Zwei Jahre danach begann eine Bewegung im Ort: Die Menschen begannen vermehrt nach dem Glauben zu fragen. Die Kneipe wurde kaum noch besucht, dafür wurde an allen Orten von Gott und seinem Wirken gesprochen. Interessant ist, dass in jener Zeit in vielen Orten Amerikas eine ähnliche Bewegung begann, die ihren gemeinsamen Höhepunkt in den Jahren 1741 und 1742 hatte. Diese Zeit nennt man „The Great Awakening“ (die große Erweckung).

In jener Zeit hatte Edwards seine berühmteste Predigt gehalten, nämlich „Sinners in the Hands of an angry God“ (Sünder in den Händen eines zornigen Gottes). Eine der größten Herausforderungen von Edwards, die sich jedoch auch uns heute stellt, ist die Frage, wie man das, was die Bibel lehrt, möglichst verständlich erklären kann. Die Bibel lehrt den Zorn Gottes über Sünder, die nicht bereit sind, Buße zu tun. Deshalb muss man den Menschen dies so klar machen, dass sie es verstehen und sich zu Herzen nehmen. So predigt er über 5. Mose 32,35: Der Gott, der dich über dem Abgrund der Hölle festhält, so, wie man eine Spinne oder ein widerliches Insekt über das Feuer hält, ist furchtbar provoziert: Sein Zorn gegen dich brennt wie ein Feuer; er sieht, dass du nichts anderes verdienst, als ins Feuer geworfen zu werden; […] Du hast ihn unendlich mehr beleidigt, als ein Rebell jemals seinen Fürsten beleidigen könnte; und es gibt nichts außer Seiner Hand, was dich halten könnte, sodass du nicht jeden Moment ins Feuer fallen könntest.“iii

Die Auswirkungen dieser Predigten waren groß. Viele Menschen wurden sich plötzlich schlagartig der Heiligkeit Gottes bewusst, ebenso aber auch, dass sie selbst Sünder waren und welch eine große Kluft sich zwischen ihnen und dem herrlichen Gott befindet. Manche begannen zu weinen, andere schrien in ihrer Erkenntnis auf, wieder andere lachten und freuten sich, dass sie die Erlösung annehmen durften. Das führte aber auch zu Problemen, denn es tauchte die Frage auf, inwieweit diese Gefühle tatsächlich die Echtheit eines Glaubens bezeugen konnten. In der Auseinandersetzung mit dieser Frage entstand eines seiner wichtigsten Werke: „Religious Affections“ (Religiöse Gefühle). Hierzu muss man vorausschicken, dass Edwards wohl der Letzte gewesen wäre, der die Gefühle als solche grundsätzlich verdammt hätte. Für ihn gehören Gefühle zum Glauben wie das Wasser zum Fisch. Dies wird auch in seinen Resolutions deutlich. Gefühle führen zu Handlungen, deshalb müssen die richtigen Gefühle gefördert werden. Ein Glaube, der nur aus den richtigen Gedanken und Bekenntnissen besteht, ist für Edwards gar kein Glaube. So schreibt er zu der Haltung, die alle Gefühle verwirft: „Statt glaubensmäßige Regungen ohne Prüfung zu schätzen und zu bewundern, verwirft und verachtet man sie ohne Prüfung. Hierin erkennt man die List Satans … Er weiß genau, dass er auf diese Weise alle Frömmigkeit zu einem rein äußerlichen Formalismus ohne jedes geistliche Leben machen und die Kraft der Gottseligkeit samt allen geistlichen Sachverhalten ausschließen kann. So wird allem wahren Christentum die Tür verschlossen.“iv

Man kann aber auch auf der anderen Seite vom Pferd fallen. In der Zeit der großen Erweckung gab es zahlreiche Menschen, die Predigten vor allem um der Gefühle willen aufgesucht haben. Manche haben gar nicht mehr richtig gearbeitet, weil sie so verrückt nach diesen Gefühlen waren, die manche Predigten hervorriefen. So geriet die Erweckung als Ganzes ins Kreuzfeuer. Edwards hielt deshalb auch einmal eine Predigt, in der er die Kennzeichen der echten Erweckung nannte: „1. stärkt sie in den Menschen die Hochachtung vor Jesus als Sohn Gottes und Retter der Welt. 2. führt sie dazu, dass sie sich von ihren Verderben und Begierden weg der Gerechtigkeit Gottes zuwenden. 3. verstärkt sie ihre Achtung vor der Heiligen Schrift. 4. erbaut sie ihren Verstand in den objektiven Wahrheiten des offenbarten Glaubens. 5. erweckt sie echte Liebe zu Gott und den Mitmenschen.“v Auch hier ist es an der Zeit, von Jonathan Edwards zu lernen, wenn wir uns Erweckung wünschen. Sein Predigtstil hatte sich immer mehr dem Werk des Heiligen Geistes angepasst, von dem der Herr Jesus sagte: „Und wenn jener kommt, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und vom Gericht.“ (Johannes 16,8) Edwards hatte erkannt: Wenn wir Erweckung wollen, so müssen wir mit dem Geist Gottes zusammenarbeiten.

Ein Streit und seine Folgen
Als Jonathan Edwards die Gemeinde in Northampton übernahm, war dort von seinem Großvater die Praxis gewesen, dass jeder beim Abendmahl teilnehmen durfte, der nicht gerade in auffälliger Sünde gelebt hatte. Dazu muss man natürlich wissen, dass in jener Zeit das Abendmahl nicht ein Teil des Gottesdienstes war, sondern eine gesonderte Veranstaltung, die alle acht Wochen stattfand. Zu dieser wurden nur die Personen hereingelassen, die für sich eine Zulassung erbeten hatten. Nun ging es um die Frage, wer diese Zulassung bekommen sollte. Solomon Stoddard hatte die Gemeinde aufgefordert, dass möglichst viele zu dieser Veranstaltung kommen mögen. Er verstand das Abendmahl als etwas, was auch zur Bekehrung hinführen kann. Die einzige Bedingung, die er festlegte, war ein gottgemäßes Leben. Im Laufe seines Dienstes und seiner zunehmenden Erkenntnis von Gottes Wort kam Jonathan Edwards zu einem anderen Ergebnis. Er erkannte, dass das Abendmahl für die vorbehalten ist, die bereits gläubig sind. Seinen Grundsätzen folgend, wollte er möglichst keine Zeit verlieren und eine neue Ordnung für die Zulassung erstellen. Mit diesem Wunsch kam eine Kontroverse zum Vorschein, die untergründig schon länger am schwelen war. Es gab einige, die mit Edwards unzufrieden waren, und diese Frage als Anlass nahmen, nun offen gegen ihn zu arbeiten. Ein Gemeindeausschuss konnte sich nicht einmal einigen, ob Edwards zu dem Thema eine öffentliche Veranstaltung einberufen durfte oder nicht. So sah er als einzigen Ausweg die Möglichkeit, seine Sicht der Dinge schriftlich festzuhalten. Was entstand, war ein Buch, von dem er verlangte, dass alle, die abstimmen wollten, wie es mit der Gemeinde weitergehen sollte, dieses zuerst lesen müssten. Kurze Zeit darauf wurde er in Northampton abgewählt und trat im Juli 1750 von seinem Amt zurück.

Hier sehen wir einen der Charakterzüge, die es ihm in seinem Beruf wohl oft nicht leicht machte. Er war sehr hilfsbereit und hatte auch oft und viele Gäste bei sich, aber in erster Linie brannte er für Gott und für die Heiligung seiner Gemeinde. Wo er etwas Neues erkannt hatte, musste es möglichst schnell umgesetzt werden. Da kam wohl seine Gemeinde nicht mehr hinterher, was zu Konflikten führte. Auch hier können wir von ihm lernen. Es braucht Geduld, um eine ganze Gemeinde dorthin zu führen, dass sie mit solch gravierenden Neuerungen einverstanden ist. Vergleichbar ist dieser Konflikt zum Beispiel mit unseren heutigen Fragen nach dem Musikstil in der Gemeinde.

Das Ende und Erbe eines Gottesmannes
Nachdem er von seinem Amt in Northampton zurückgetreten war, zog er nach Stockbridge um. Dies war ein kleiner Ort, der am Rande der Wildnis lag. Hier übernahm er eine kleine Gemeinde von Siedlern und half in der Indianermission mit. Die Zeit dort war recht schwierig, denn er litt an finanziellen und auch gesundheitlichen Nöten. Außerdem hatte er auch dort Gegner, die sich gegen ihn wandten. Theologisch gesehen war die Zeit nach dem Rücktritt in Northampton die erfolgreichste, denn in dieser Zeit fand er Gelegenheit, um verschiedene Werke fertigzustellen und zu schreiben. Im Alter von 55 Jahren starb er am 22. März 1758.

Die Yale-Universität hat die ganzen Werke von Jonathan Edwards in 73 Bänden herausgegeben. Das ist ein immenses Erbe, das wir dankbar annehmen dürfen. Seine Biographie des Indianermissionars David Brainerd hat in vielen Generationen dazu geführt, dass sich junge Menschen für die Mission begeistern ließen. Seine Schriften zur Erweckung können uns auch heute helfen, wenn wir uns Erweckung wünschen. Seine Auseinandersetzungen mit dem freien Willen zeigt auch uns, wo die Möglichkeiten und Grenzen des menschlichen Willens liegen. Und dass uns seine „Resolutions“ zu einem hingegebenen, christuszentrierten und dienstbereiten Leben anspornen mögen, das ist mein Gebet.

Soli Deo Gloria – Gott allein die Ehre!


Quellenangaben:
i Jonathan Edwards, Personal Narrative in: Murray, Iain H., Jonathan Edwards – ein Lehrer der Gnade und die große Erweckung, Christliche Literaturverbreitung, Bielefeld, 2011, S. 71
ii Jonathan Edwards, Resolutions, eigene Übersetzung
iii Jonathan Edwards, The Works of Jonathan Edwards Volume Two, Sinners in the Hands of an Angry God, eigene Übersetzung
iv Jonathan Edwards, Religious Affections in: Murray, Iain H., Jonathan Edwards – ein Lehrer der Gnade und die große Erweckung, Christliche Literaturverbreitung, Bielefeld, 2011, S. 331
v Lawson, Steven J., The Unwavering Resolve of Jonathan Edwards, Reformation Trust Publishing, Orlando, Florida, 2008, S. 13, eigene Übersetzung

Mittwoch, 19. Juni 2013

Familie als gesellschaftliches Konstrukt

Nachdem mit dem ganzen Genderismus-Wahnsinn das menschliche Geschlecht dekonstruiert wurde, muss nun - wie könnte es auch anders sein - die Familie als nächstes Opfer dran glauben. Gut versteckt hinter soziologischen Begriffen (man spricht nicht mehr von "familiär", sondern von "familial") lautet der Befehl zur kompletten Destruktion der Familie im EKD-Papier von heute "Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken" nun so:

"Wir bringen tradierte Bilder und Vorstellungen von Familie mit, aber Familie ist kein fixes Gebilde, sondern eine alltägliche Gestaltungsaufgabe, die uns in jeder Lebensphase neu herausfordert und neue Erfahrungen mit sich bringt." (S. 21)

In perfekter Übereinstimmung mit dem postmodernen Dogma, dass Sprache immer Konstruktion sei, wird uns so nach und nach das ganze Leben gestohlen und neu definiert. Nachdem nun seit Längerem die Abtreibung in den frühen Schwangerschaftswochen legalisiert ist, kann es nicht mehr allzu lange dauern, bis auch da dieses "gesellschaftliche Konstrukt der Abtreibung" neu definiert und auf postnatale Schwangerschaftsabbrüche erweitert werden muss. Die Zeit wird es zeigen...

Wie dankbar bin ich da für die klaren Worte von Paulus, mit denen er uns anleitet, gerade NICHT mit dem jeweiligen Zeitgeist zu gehen:

"Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: das sei euer vernünftiger Gottesdienst! Und paßt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern laßt euch [in eurem Wesen] verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist." (Römer 12, 1 - 2)

Montag, 17. Juni 2013

60 Jahre nach dem Aufstand in der DDR

Heute vor 60 Jahren - am 17. 06. 1953 - war der große Aufstand in der DDR. Ein Aufstand, der in erster Linie ein Kampf um die Freiheit war. Ein Aufstand gegen das Mehr an Staat, gegen die Zentralisierung der Bestimmungen und gegen die Einschränkungen der freien Marktwirtschaft, welche unter anderem durch Steuererhöhungen darauf abzielte, dass möglichst viele Selbständige wegen Armut ihre Selbständigkeit aufgeben mussten. 60 Jahre später werden die Aufständischen als Helden gefeiert. Sie sind es auch. Sie haben den Mut gehabt, ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um für die Freiheit zu kämpfen. Einige haben ihr Leben gelassen bei diesen Demonstrationen. Andere sind mit Verletzungen davongekommen. Der damaligen Regierung hat der Aufstand vor allem eines gezeigt: Dass das System der Überwachung noch deutlich weiter ausgebaut werden muss.

Heute, 60 Jahre später, braucht es kein Ministerium für Staatssicherheit mehr. Heute ist die Überwachung der Bürger durch computergesteuerte Algorithmen perfektioniert. Datenkraken sammeln online zu Millionen ihr Futter und werten es aus. Und der Bürger? Der sitzt vor dem Bildschirm und feiert die Helden von 1953. Und vergisst natürlich keineswegs, sich über die sozialen Netzwerke anzumelden und so die modernen Akten der Staatssicherheit 2.0 möglichst ausführlich up to date zu halten.

Samstag, 8. Juni 2013

Biblische Dogmatik von Wayne Grudem auf deutsch erschienen!

Die bereits hier genannte Dogmatik von Wayne A. Grudem ist jetzt endlich in deutsche Sprache übersetzt erschienen. Die Übersetzung ist gut gelungen, die Dogmatik auch für interessierte Nichttheologen leicht verständlich. Was ich im Anhang allerdings  vermisse, ist ein Stichwort- und Bibelstellenverzeichnis. Die Dogmatik kann hier bestellt werden. Ich kann es jedem nur herzlich empfehlen, der sich dafür interessiert, ein solides Fundament für seinen Glauben zu legen.

Mittwoch, 5. Juni 2013

18. Frage im Westminster Katechismus

18. Frage: Worin besteht die Sündhaftigkeit des Zustandes, in welchen der Mensch fiel?

18. Antwort: Die Sündhaftigkeit des Zustandes, in welchen der Mensch fiel, besteht in der Schuld von Adams erster Sünde43, der Mangel an ursprünglicher Gerechtigkeit44, und die Verderbnis seiner ganzen Natur45, welche gewöhnlich Ursünde genannt wird, zusammen mit allen tatsächlichen Übertretungen, die ihr folgen46.

Bibelstellen dazu:

43 Römer 5, 12: Deshalb, wie durch "einen" Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben. Römer 5, 19: Denn wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern geworden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten.

44 Römer 3, 10: Wie geschrieben steht: Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer. Kolosser 3, 8 - 10: Nun aber legt alles ab von euch: Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, schandbare Worte aus eurem Munde; belügt einander nicht; denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Werken ausgezogen und den neuen angezogen, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat. Epheser 4, 24: Und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.

45 Psalm 51, 5: Denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir. Johannes 3, 6: Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist. Römer 3, 18: Es ist keine Gottesfurcht bei ihnen (Psalm 36,2). Römer 8, 7 – 8: Denn fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft gegen Gott, weil das Fleisch dem Gesetz Gottes nicht untertan ist; denn es vermag es auch nicht. Die aber fleischlich sind, können Gott nicht gefallen. Epheser 2, 3: Unter ihnen haben auch wir alle einst unser Leben geführt in den Begierden unsres Fleisches und taten den Willen des Fleisches und der Sinne und waren Kinder des Zorns von Natur wie auch die andern.

46 1. Mose 6, 5: Als aber der HERR sah, dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar Psalm 53, 2 – 4: Die Toren sprechen in ihrem Herzen: »Es ist kein Gott.« Sie taugen nichts; ihr Freveln ist ein Gräuel; da ist keiner, der Gutes tut. Gott schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage. Aber sie sind alle abgefallen und allesamt verdorben; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht "einer." Matthäus 15, 19: Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung. Römer 3, 10 – 18: wie geschrieben steht: »Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer. Da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben. Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer (Psalm 14,1-3). Ihr Rachen ist ein offenes Grab; mit ihren Zungen betrügen sie (Psalm 5,10), Otterngift ist unter ihren Lippen (Psalm 140,4); ihr Mund ist voll Fluch und Bitterkeit (Psalm 10,7). Ihre Füße eilen, Blut zu vergießen; auf ihren Wegen ist lauter Schaden und Jammer, und den Weg des Friedens kennen sie nicht (Jesaja 59,7-8). Es ist keine Gottesfurcht bei ihnen (Psalm 36,2).« Galater 5, 19 – 21: Offenkundig sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Saufen, Fressen und dergleichen. Davon habe ich euch vorausgesagt und sage noch einmal voraus: Die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben. Jakobus 1, 14 – 15: Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.

Dienstag, 4. Juni 2013

17. Frage im Westminster Katechismus

17. Frage: In welchen Zustand brachte der Fall die Menschheit?

17. Antwort: Der Fall brachte die Menschheit in einen Zustand von Sünde und Elend42.

Bibelstellen dazu:

42 1. Mose 3, 16 – 19: Und zur Frau sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Mann sein, aber er soll dein Herr sein. Und zum Mann sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deiner Frau und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen -, verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden. Römer 3, 16: Auf ihren Wegen ist lauter Schaden und Jammer. Römer 5, 12: Deshalb, wie durch "einen" Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben. Epheser 2, 1: Auch ihr wart tot durch eure Übertretungen und Sünden.

Freitag, 24. Mai 2013

Timotheus Magazin #11: Vorbilder

Die lang ersehnte 11. Ausgabe der Zeitschrift Timotheus Magazin ist endlich gekommen. Auffällig ist an erster Stelle das Layout. War man sich bislang hoch aufgelöste Fotos auf der Titelseite gewohnt, kommt diese Seite diesmal eher schlicht und zugleich mit den zahlreichen Elementen etwas überladen rüber. Der Unterschied - der bestimmt gewollt ist - kommt so zur Geltung.

Das Thema ist "Vorbilder", es geht somit um Menschen, die den guten Kampf des Glaubens vollendet haben und uns mit ihrem Leben Vorbilder sind. Bereits im Editorial spricht Peter Voth, der auch diesmal mit dem gesamten Layout, dem Design und dem Einfügen der zahlreichen Artikel eine sehr gute Arbeit geliefert hat, die mögliche Problematik sehr gut an:

"In dem Bewusstsein, dass alle Menschen verlorene und unfähige Sünder sind, deren einzige Hoffnung darin besteht, von Christus gerufen und errettet zu werden, haben wir auch diese Menschen betrachtet. Es waren keine Gutmenschen, es waren Sünder wie du und ich. Und so macht der zweite Blick deutlich, dass diese Ausgabe nicht die Stärke und Gerechtigkeit des Menschen widerspiegelt, und verherrlicht, sondern die unendliche Gnade, Macht und Treue Gottes." (S. 2)

Waldemar Dirksen hat ausgehend von Hebräer 13, 7 die Wichtigkeit von geistlichen Vorbildern erarbeitet. Er schreibt dazu: "Eine intensive Auseinandersetzung mit Vorbildern des Glaubens kann unsere Ketten der Illusion sprengen und uns zu einer geistlich klaren Sichtweise verhelfen. Wir müssen unsere Oberflächlichkeit überwinden und in geistlichen Dingen tiefgründig werden. So können uns Vorbilder des Glaubens helfen, unseren Sünden auf den Grund zu kommen und in wahrer Bußhaltung zu leben." (S. 7)

Hans-Werner Deppe stellt uns das Leben von Susannah Spurgeon, der Frau des Londoner Predigers C. H. Spurgeon, vor: "Als Frucht von ihrem Leben lässt sich trotz (oder gerade wegen!) ihrer chronischen Krankheit und Schwäche einiges aufzeigen. Zuerst sind da die beständige Liebe, Freude und Ermutigung zwischen Charles und ihr, die zu ständigem Lob Gottes führten [...] Doch Susannah hat darüber hinaus sogar ein eigenes Werk gegründet, dass ungemein fruchtbare und große Segenskreise zog: einen Fond, der mittellosen Pastoren und Predigern theologische Bücher zur Verfügung stellte." (S. 12f)

Als nächstes berichtet uns Nils Freerksema aus dem Leben John Bunyans, der mit seinem Buch "die Pilgerreise" viele Generationen und Jahrhunderte beeinflusste: ""Mit Zunahme seiner Popularität wurde er jedoch auch immer wieder durch Verleumdungen und Beleidigungen angegriffen. Da es jedoch falsche Anschuldigungen waren und Bunyan deswegen ein reines Gewissen hatte, nahm er dies gerne hin. Er schrieb: "Darum lege ich mir diese Lügen und Verleumdungen als einen Orden an. Es gehört zu meinem christlichen Bekenntnis, erniedrigt, verleumdet, beschuldigt und beschimpft zu werden."" (S. 16)

Daniel Facius erzählt aus der Biographie von John Gresham Machen. Machen war ein Kämpfer gegen den theologischen Liberalismus. Da er als Nachfolger von Benjamin B. Warfield, der in Princeton die absolute Wahrhaftigkeit der Bibel verteidigt hatte, bald Probleme hatte, gegen die dort aufkommende liberale Theologie zu kämpfen, gründete er schließlich das Westminster Theological Seminary und die Orthodoxe Presbyterianische Kirche: "Die Presbyterianische Kirche hat es Menschen, die Kernlehren des christlichen Glaubens ablehnen, gestattet, innerhalb der Kirche zu bleiben. Sie hat diese Menschen in Ehren-, Macht- und Vertrauensstellungen befördert. Sie hat Pastoren akzeptiert und ordiniert, die das Christentum ablehnen. (...) Die Kirche hat sich geweigert, falsche Lehren zu verwerfen. Stattdessen hat sie die Wahrheit verworfen." (S. 24)

Peter Schild stellt uns schließlich das Leben von Johann Gerhard Oncken vor, einem Mann, der hunderte von Gemeinden in Europa gründete. Auch er wurde für seinen Glauben verfolgt und landete mehr als einmal im Gefängnis: "Ungeachtet der staatlichen Androhungen predigte und taufte Oncken unerschrocken weiter. Die Versammlungen wurden nun polizeilich aufgelöst und Oncken wurde immer wieder auf das Polizeirevier gerufen und verhört. Aber nicht nur die Polizei, sondern auch einige Bürger störten die Gottesdienste und warfen Steine und Unrat auf die Gemeindemitglieder. Es dauerte nicht lange, bis man Oncken festnahm und für einen Monat im Stadtgefängnis festhielt. Das Tagebuch Onckens teilt uns mit, wie es ihm erging: "Nachdem sich der Gefängniswärter entfernt hatte, warf ich mich auf meine Knie, preisend und lobend meinen Heiland, der mich würdigte, um seines Namens willen Bande zu erleiden."" (S. 28)

Beim letzten Beitrag der Zeitschrift hatte ich die Ehre, aus dem Leben von Jonathan Edwards zu berichten. Mich fasziniert an ihm seine Willensstärke, wenn er sich etwas vornahm, dies auch eisern durchzuhalten. So schrieb er bereits im Alter von 20 Jahren 70 Entschlüsse auf, an die er sich sein Leben lang halten möchte, um damit Gott zu dienen: "1. Ich verpflichte mich, dass ich alles tun werde, was immer zu Gottes Verherrlichung dient, und zu meiner Freude, solange ich lebe, ungeachtet des Zeitaufwands, sei es jetzt oder nie, unzählige Zeitalter von jetzt an. Ich habe mich entschlossen, was auch immer nötig ist, zu tun, was ich glaube, was meine Pflicht ist, und was am meisten dem Wohl und dem Allgemeinwohl dient. Ich verpflichte mich dazu, unabhängig davon, auf welche Weise, und auf wie viele oder wie große Schwierigkeiten ich stoße. 2. Ich verpflichte mich, mich fortwährend zu bemühen, neue Hilfsmittel oder Vorrichtungen zu suchen, um die vorigen Dinge zu fördern. 3. Ich verpflichte mich, dass, wenn ich je fallen sollte oder lau werde, d.h. wenn ich eines dieser Dinge vernachlässigen sollte, dass ich Buße tun werde für alles woran ich mich erinnere, sobald ich wieder zu mir komme. 4. Ich verpflichte mich, keine Art von Dingen zu tun, weder im Geist noch mit meinem Körper, außer dem, was Gott verherrlicht; noch werde ich so sein, wie es Gott missfällt, noch so etwas zu dulden, wenn ich es vermeiden kann. 5. Ich verpflichte mich, niemals einen Moment Zeit zu verlieren, sondern Zeit, so gut ich das kann, in günstigster Weise zu nutzen." (S. 33f)

Auch diesmal lohnt es sich wieder sehr, das Magazin zu lesen. Falls du es noch nicht abonniert hast, so kann ich dir nur empfehlen, dies noch zu tun. Möglich ist das hier: *klick*

Donnerstag, 23. Mai 2013

16. Frage im Westminster Katechismus

16. Frage: Fiel die ganze Menschheit in Adams erster Übertretung?

16. Antwort: Der Bund wurde mit Adam40 nicht nur für ihn selbst gemacht, sondern für seine Nachkommenschaft; die ganze Menschheit, die durch natürliche Fortpflanzung von ihm abstammt, sündigte in ihm und fiel in seiner ersten Übertretung41.

Bibelstellen dazu:

40 1. Mose 2, 16 – 17: Und Gott der Herr gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du nach Belieben essen; aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du gewisslich sterben! Jakobus 2, 10: Denn wer das ganze Gesetz hält, sich aber in einem verfehlt, der ist in allem schuldig geworden.

41 Römer 5, 12 – 21: Darum, gleichwie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod, und so der Tod zu allen Menschen hingelangt ist, weil sie alle gesündigt haben (denn schon vor dem Gesetz war die Sünde in der Welt; wo aber kein Gesetz ist, da wird die Sünde nicht in Rechnung gestellt. Dennoch herrschte der Tod von Adam bis Mose auch über die, welche nicht mit einer gleichartigen Übertretung gesündigt hatten wie Adam, der ein Vorbild dessen ist, der kommen sollte. Aber es verhält sich mit der Gnadengabe nicht wie mit der Übertretung. Denn wenn durch die Übertretung des Einen die Vielen gestorben sind, wie viel mehr ist die Gnade Gottes und das Gnadengeschenk durch den einen Menschen Jesus Christus in überströmendem Maß zu den Vielen gekommen. Und es verhält sich mit dem Geschenk nicht so, wie mit dem, was durch den Einen kam, der sündigte. Denn das Urteil [führt] aus der einen [Übertretung] zur Verurteilung; die Gnadengabe aber [führt] aus vielen Übertretungen zur Rechtfertigung. Denn wenn infolge der Übertretung des Einen der Tod zur Herrschaft kam durch den Einen, wie viel mehr werden die, welche den Überfluss der Gnade und das Geschenk der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den Einen, Jesus Christus!) Also: wie nun durch die Übertretung des Einen die Verurteilung für alle Menschen kam, so kommt auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung, die Leben gibt. Denn gleichwie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern gemacht worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten gemacht. Das Gesetz aber ist daneben hereingekommen, damit das Maß der Übertretung voll würde. Wo aber das Maß der Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade überströmend geworden, damit, wie die Sünde geherrscht hat im Tod, so auch die Gnade herrsche durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn. 1. Korinther 15, 22: denn gleichwie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden.

Mittwoch, 22. Mai 2013

15. Frage im Westminster Katechismus

15. Frage: Was war die Sünde, wodurch unsere ersten Eltern aus dem Zustand fielen, in dem sie geschaffen wurden?

15. Antwort: Die Sünde, durch die unsere ersten Eltern aus dem Zustand fielen, in dem sie geschaffen wurden, war ihr Essen von der verbotenen Frucht39.

Bibelstellen dazu:

39 1. Mose 3, 6: Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre, und dass er eine Lust für die Augen und ein begehrenswerter Baum wäre, weil er weise macht; und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab davon auch ihrem Mann, der bei ihr war, und er aß.

Sonntag, 19. Mai 2013

Leidenschaft für Jesus

 Mike Bickle schreibt in seinem Buch "Leidenschaft für Jesus":

„Eine Christenheit ohne Leidenschaft, die heute so weit verbreitet ist, stellt keine Bedrohung für den Teufel dar. Die Konzentration auf Pläne und Aktivitäten geht auf Kosten echter Herzensliebe und Gehorsam Gott gegenüber und bringt daher keine Freude für Gottes Herz. Dies bereitet nicht einmal den Gläubigen Freude. Wirkliches Christentum entzündet jedoch ein Feuer im menschlichen Geist. Es entzündet das Herz mit heiligem Eifer für Jesus.
Satan, der den Plan Gottes kennt, die menschlichen Neigungen mit Leidenschaft für seinen Sohn einzunehmen und zu verzehren, hat seine eigene Strategie entwickelt. Um seine Pläne auszuführen, hat Satan selbst leidenschaftliche Menschen herangebildet, die radikal einer von vielen Formen von Humanismus, Spiritualismus und falschen Religionen ergeben sind. Die Quellen ihrer äußersten Selbstaufgabe sind Hass, Ärger, Schmerz, Ehrgeiz oder Gier, aber nicht die Liebe Gottes.
Diese gottlosen Leiter sind von Satan inspiriert und kämpfen gewaltsam gegen die Vorstellung von einem leidenschaftlichen Volk, das verzehrt ist von der Liebe zu Gottes Sohn. […] Dieser erbarmungslose Kampf wird auf vielen Schlachtfeldern ausgetragen: durch religiöse, soziale und politische Ideologien, in der Wirtschaft, Wissenschaft und Medizin, bei Moral und Ethik, in Erziehung, Musik und Kunst.“ (Mike Bickle, Leidenschaft für Jesus, S. 61)