Montag, 18. Januar 2016

Die zwei verlorenen Söhne

Ein Vater hatte zwei Söhne. Eines Tages kam der jüngere Sohn zum Vater und sprach: „Du Papa, du hast jetzt lange gespart und geknausert. Könntest du nicht mal langsam daran denken, den Löffel abzugeben? Ich möchte mit meinem Erbe noch ein wenig das Leben genießen. Du weißt ja, life is short, und YOLO und so.“ Da gab ihm der Vater die Hälfte seines Vermögens. Der jüngere Sohn verkaufte alles und machte es zu schnellem Geld. Er machte Urlaub auf Malle, verbrachte seine Nächte in Night Clubs und Casinos und hatte schon bald nichts mehr übrig. Leider gab es in der Zeit auch schlechte Ernten, Inflation, Arbeitslosigkeit und viele hatten Hunger. So auch der jüngere Sohn. Erst auf einem Bauernhof fand er Arbeit. Er war für die Schweine verantwortlich. Durch seinen großen Hunger wäre er bereit gewesen, vom Schweinefutter zu essen, doch das wurde ihm verboten. Da überlegte er: Bei meinem Vater im Betrieb gibt es auch genügend Zeitarbeiter von Manpower, die haben alle Arbeitslosenversicherung, Sozialleistungen, 35-Stunden-Woche, sind in der Gewerkschaft, werden anständig behandelt, pünktlich bezahlt und können davon leben. Ich will einfach dorthin zurückgehen und meinem Vater sagen: „Du Papa, ich habe gegen Gott und dich gesündigt, als ich dir den Tod wünschte, ich bin es nicht wert, dein Kind zu sein. Aber lass mich doch für dich arbeiten! Ich tue es ja auch ohne großen Lohn bis ich das, was ich verzockt und verprasst habe, wieder reingeholt habe!“ Da ging er zurück zu seinem Vater. Dieser hatte ihn schon von Weitem gesehen und rannte ihm im Schlafanzug entgegen. Der Vater nahm ihn in die Arme und drückte ihn, dass ihm der Atem wegblieb. Als er aus dem Koma kam, sagte der Sohn: „Papa, ich habe gegen Gott und gegen dich gesündigt, als ich dir den Tod wünschte. Ich bin es nicht mehr wert, dein Kind zu sein.“ Doch der Vater unterbrach ihn mit einer Handbewegung und befahl seinem Roboter-Haushaltsgehilfen aus Japan: „Bringe ihm einen frischen, sauberen Anzug und bereite ein großes, rauschendes Fest vor – mit Dr. Motte als DJ! Ich habe meinen Sohn für tot gehalten, jetzt ist er wieder aufgetaucht, er ist wie neu geboren.“ Da gab es eine rauschende Party mit allem was dazu gehörte. In der Zwischenzeit war der ältere Sohn bei der Arbeit im Betrieb des Vaters und hörte plötzlich Musik und ausgelassenes Feiern. Er fragte einen Kollegen, was das zu bedeuten hätte. Dieser teilte ihm mit: „Dein Bruder ist zurückgekommen. Dein Vater gibt eine rauschende Party.“ Da wurde der ältere Sohn wütend und weigerte sich, mitzufeiern. Der Vater kam zu ihm heraus und redete mit ihm. Da sagte er seinem Vater: „Papa, ich helfe dir jetzt seit so vielen Jahren im Betrieb, ich racker mich ab, um deinen Besitz zusammenzuhalten, habe alles sorgfältig in Excel-Tabellen eingepflegt und alle eMails stets pünktlich beantwortet, und jetzt schleuderst du das, was mir eines Tages als Erbe zustehen sollte, zum Fenster raus, um deinen anderen Sohn zu feiern, der die Hälfte von deinem Besitz mit Computerspielen, Online-Dating und in der Disko, in Paris und New York verpulvert hat!“ Da sagte er zu seinem Sohn: „Schau mal, alles, was mir gehört, gehört auch dir. Aber jetzt lass uns Party feiern, denn dein Bruder ist uns verloren gegangen, aber jetzt ist er wieder aufgetaucht. Er hat ein neues Leben bekommen.“ (Frei nach Lukas 15. Vielen Dank an RN für sehr gute Ergänzungen.

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