Montag, 18. Januar 2016

Die 10 Gebote des Zweifelismus

1. Du sollst nichts höher schätzen als den Zweifel, denn er hat uns aus der Knechtschaft des Unwissens befreit.
2. Du sollst jedem widersprechen, der davon überzeugt ist, die absolute, allein gültige Wahrheit in einer bestimmten Sache zu besitzen.
3. Du sollst dich als Zweifler und Abwäger besser fühlen als alle, die meinen, sie hätten die Wahrheit mit Löffeln gefressen.
4. Du sollst alle Autoritäten wie Eltern, Lehrer, Polizei, Regierung, Chefs, etc. ablehnen, ihre Wünsche oder gar Befehle hinterfragen, dich ihnen widersetzen und hintenrum schlecht über sie reden.
5. Du sollst keine Intoleranz tolerieren.
6. Du sollst jede Meinung als gleichwertig betrachten, solange sie nicht absolut formuliert ist.
7. Du sollst von jeder Religion, Ideologie und Weltanschauung das herauspicken, was dir daran gefällt. Wenn es sich am Ende widerspricht, ist das egal, denn es ist ja deine eigene tolerante Wahrheit.
8. Du sollst Intoleranz mit allen Mitteln bekämpfen. Schrecke nicht vor ungesicherten Anschuldigungen zurück, denn du bist auf der guten Seite.
9. Du sollst andere Meinungen in Frage stellen, auch wenn du keine bessere Lösung hast. Was zählt, ist einzig, dass der Andere verunsichert wird und vielleicht eines Tages auf deine Seite wechselt.
10. Du sollst alles, was jemand, den du auf der guten Seite wähnst, sagt oder schreibt, mit Wohlwollen, großmütiger Offenheit und um viele Ecken herum interpretieren, und zwar so lange, bis es etwas aussagt, dem du zustimmst.

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