Montag, 7. Mai 2012

Wir sind mitauferweckt


Wir sind mitauferweckt

Gott aber, der reich ist an Erbarmen, hat um seiner großen Liebe willen, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren durch die Übertretungen, mit dem Christus lebendig gemacht — aus Gnade seid ihr errettet! — und hat uns mitauferweckt und mitversetzt in die himmlischen [Regionen] in Christus Jesus,damit er in den kommenden Weltzeiten den überschwenglichen Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erweise in Christus Jesus. (Eph. 2, 4 - 7)

Wir haben gesehen, dass jeder Mensch von Natur aus mausetot ist in seinen Übertretungen und Sünden. Und ebenso haben wir gesehen, dass niemand, der tot ist, etwas wollen kann. Vielmehr möchte ich hinzufügen: Wer geistlich tot ist in Sünden und Übertretungen, wird nicht anders können als sich gegen die Wahrheit mit Händen und Füßen zu stellen, sich mit aller Kraft dagegen wehren und braucht dadurch umso mehr ein gewaltiges Handeln Gottes an sich. Im Grunde genommen ist jeder Mensch zu stolz, um das Evangelium freiwillig, aus eigenen Stücken, anzunehmen. Gott muss zuerst den Willen im Menschen schaffen, überhaupt von Jesus Christus erlöst werden zu wollen. Das muss nun ein jeder Prediger wissen und dem entsprechend predigen. Da niemand das Evangelium von sich aus wollen kann, wird eine Predigt, die besonders die Gefühle anspricht, auch nichts ausrichten können. Die Gefühle des Menschen sind ziemlich leicht zu beeinflussen. Und wer nur sie anspricht, wird vor allem Menschen haben, die schnell mal „ja“ und „amen“ zu allem Möglichen sagen, aber zu oft ist dieses Werk nicht von bleibender Dauer. Und vor allem dürfen wir auch nicht davon ausgehen, dass die Gemeindemitglieder bestimmt alle irgendwie zu den Erlösten gehören, die nur noch Unterweisung brauchen. Nein, es braucht immer wieder und wieder das eine Evangelium von Jesus Christus. Diesem allein ist die Kraft gegeben, widerspenstige Herzen zum Herrn zu führen und Menschen zu echter Umkehr zu überzeugen.

Dies ist ein Werk von Gottes Gnade, dass ein Mensch fähig wird, von seiner Rebellion gegen Gott umzukehren und Gott dienen zu wollen. Deshalb will Gott auch aus Erbarmen den Menschen nicht einfach so verloren gehen lassen. Gott weiß, wie es um uns Menschen steht. Er war unter uns, war ganz Mensch und lebte als Mensch auf dieser Erde. Er weiß um unsere Verlorenheit und möchte sie überwinden. Dafür gab Er auch Sein Leben hin, aus Liebe zu uns. Mit Liebe hat Er uns geliebt, schreibt hier Paulus. Diese Liebe ist durch nichts zu übertreffen. Es gibt nichts auf dieser Welt, womit man Gottes Liebe vergleichen könnte. Sie ist Gottes Entscheidung, an unserer Stelle unsere Schuld zu bezahlen und dadurch den Weg zu Ihm wieder frei zu machen. Doch der Tod Jesu und die stellvertretende Bezahlung der Schuld ist nur eine Seite der Medaille. Wenn der Herr Jesus tot geblieben wäre, so gäbe es für uns keinerlei Hoffnung auf ein Leben mit Gott. Dann wäre zwar die Schuld bezahlt, der Tod jedoch immer noch die letzte Endstation des Lebens. Doch aus diesem Grund wurde der Herr Jesus wieder auferweckt. Und mit Ihm zusammen sind wir mitauferweckt. Dies nennt die Bibel die Wiedergeburt. Diese Wiedergeburt wird durch den Glauben aktiviert, den der Heilige Geist in unsere Herzen hineinlegt. Das ist wichtig, dass wir das verstehen. Wenn die Bibel von Glauben spricht, dann meint sie nicht einfach nur etwas für wahr halten, sondern daraus auch Konsequenzen zu ziehen. Also: Gottes Willen in den Situationen unseres Lebens zu suchen und diesen dann auch auszuführen. Der Heilige Geist schenkt uns also Augen und einen Verstand, um die Bibel, Gottes Wort, richtig zu verstehen und auch herauszufinden, wie wir das umsetzen können.

In dieser Stellung als Mitauferweckte leben wir in tiefem innerem Frieden mit Gott. Wir wissen um unsere Mängel, um unsere Sünden und um unsere Schwäche, in der wir immer wieder fallen. Aber zugleich wissen wir auch um die Tatsache, dass der Herr Jesus für ALLE unsere Sünden bezahlt hat. Nicht nur für diejenigen der Vergangenheit, sondern auch der Gegenwart und der Zukunft. Dies gibt uns echte Freiheit, nämlich die Freiheit vom inneren Zwang, sich ständig vergewissern zu müssen, ob man noch in der Gnade ist oder nicht und zugleich die Freiheit zur Liebe gegenüber Gott und den Mitmenschen. Gerade weil wir uns nicht beständig selbst untersuchen und prüfen müssen (klar, hin und wieder tut eine Rückschau auch gut), können wir uns dem Dienst und der Hilfeleistung am Nächsten widmen. Wir merken selbst, was Sünde ist und wir dürfen sie jederzeit sofort zum Kreuz bringen, Gott bekennen und durch das Blut Jesu gereinigt werden. So kommen wir zur Gewissheit, dass alle unsere Schuld bezahlt ist – vom ersten Atemzug bis zum Totenbett ist alle Schuld am Kreuz bezahlt. Und es gibt nichts und niemanden, der uns aus dieser Gnade herausholen könnte, denn Gott wird uns nicht loslassen.

Doch wir sind nicht nur Mitauferweckte, sondern auch Mitversetzte in die himmlischen Regionen. Das heißt, unser Bürgerrecht ist im Himmel. Als solche, die in der Welt, aber nicht von der Welt sind, gelten für uns auf jeden Fall die menschlichen Gesetze unseres Landes, in dem wir leben (in der Welt), vielmehr aber gilt da auch das Gesetz der himmlischen Bürgerschaft. Dieses Gesetz findet sich im Doppelgebot der Liebe wunderbar zusammengefasst. Gott zu lieben, zu ehren, Ihm gehorsam zu sein und zugleich das Beste für die Mitmenschen zu suchen und ihnen dazu zu helfen, dies ist das Gesetz der Himmelsbürgerschaft. Die Befolgung dieses Gebots hat den Zweck, dass Gott durch unser Handeln verherrlicht wird, dass Sein Name unter den Menschen bekannt wird und dass viele Menschen in den Bereich des Gottesreichs kommen, wo sie selbst wieder von Gottes Geist durch die Predigt des Evangeliums erfasst und zutiefst verändert werden können. Dies ist das Handeln des Geistes. Unsere Aufgabe ist es nicht, Menschen zu bekehren. Das kann niemand. Aber wir haben den Auftrag, das Evangelium so deutlich wie möglich und so oft wie möglich zu verkünden und zugleich ein Leben zu führen, das die Menschen neugierig macht und sie einlädt, zu Gott zu kommen und diese Freiheit der Gnade und der Liebe durch die Wiedergeburt selbst zu erfahren. Dadurch wird Gottes Reichtum der Gnade an den Gläubigen erwiesen.

Lasst uns aber auch beten, dass wir verändert werden und durch die Veränderung noch mehr wie Jesus werden: Voller Gnade und Wahrheit. Und lasst uns beten, dass wir die Wahrheit der Bibel noch besser verstehen lernen: Dass es ewige Verdammnis aber auch ewiges Heil gibt und was dies wirklich bedeutet. Dass es unser Handeln in Liebe benötigt, um Menschen mit dem Reich Gottes vertraut zu machen. Überall dort, wo wir im Auftrag Gottes die Liebe des Retters weitergeben, dort ist das Reich Gottes zu finden.

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