Donnerstag, 10. Mai 2012

Der Sinn des Lebens


Der Sinn des Lebens

Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch — Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme. Denn wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen. (Eph. 2, 8 – 10)

Hier kommt einmal mehr die wunderbare Lehre von der Gnade zur vollen Geltung. Paulus entfaltet sie hier in ihrer vollen Breite und Tiefe: Aus Gnade seid ihr errettet. Gnade ist das Allergrößte, was wir jemals bekommen können. Paulus geht es hier um die Errettung in ihrem gesamten Umfang. Da die Bibel den Menschen als Einheit aus Leib, Seele und Geist betrachtet, hat diese Rettung ihre Konsequenzen in allen drei Bereichen. Auch haben alle drei Bereiche eine präsentische (für die jetzige Zeit gültige) und eine futurische (für die Zukunft gültige) Dimension. Die präsentische Dimension der körperlichen Rettung ist die Tatsache, dass Christus unsere Krankheiten am Kreuz getragen hat. Deshalb kann Jakobus auch den Befehl erteilen, dass jeder, der krank ist, die Ältesten seiner Gemeinde rufen möge, damit sie ihn salben und mit ihm beten. Die Folge davon wird sein, dass derjenige dadurch von seiner Krankheit gerettet (dasselbe griechische Verb „sozo“ wie „errettet“ hier im Text), also geheilt, würde. Heilung ist ein Teil der Rettung, die der Herr Jesus Christus für uns am Kreuz erkauft hat. Die zukünftige Dimension der körperlichen Rettung ist die leibliche Auferstehung oder Entrückung. Auf diese warten wir noch – doch wird es wohl nicht mehr lange dauern. Alle Zeichen der Zeit stehen auf allerletzte Endzeit.

Auch die Seele soll gerettet bzw. geheilt werden. Hierbei geht es um Heilung falscher Gedanken und Gefühle, die uns in einem Gefängnis gefangen halten und versuchen, durch unser Handeln auch andere Menschen mit Bitterkeit anzustecken. Auch als Christen sind wir davor nicht automatisch geschützt. Aber wir haben die volle Wahrheit, die uns frei macht, wenn wir sie in unser Leben übertragen und anwenden. Viele Menschen leiden unter Lügen, die ihr Leben begleitet haben. Diese Lügen müssen erkannt und durch die Wahrheit von Gottes Wort ersetzt werden. Hierbei ist es ganz besonders wichtig zu wissen, dass dieses Ersetzen nicht einfach durch Lernen (mit dem Kopf wissen) geschieht, sondern durch Anwendung der Wahrheit. Wir wissen aus dem Brief von Jakobus, dass der Glaube sich durch entsprechende Konsequenzen und Handlungen als echt ausweist. So kann er auch erkannt werden. Die Rettung des menschlichen Geistes (der menschliche Geist darf nicht mit dem Intellekt verwechselt oder vermischt werden; der Geist des Menschen ist der Teil des Menschen, der mit Gottes Geist kommunizieren kann) findet vollständig und vollumfänglich in dem Moment der Bekehrung, Wiedergeburt und Versiegelung durch den Heiligen Geist statt. Von diesem Zeitpunkt an ist der Mensch gerettet, und zwar auf immer und ewig, denn es gibt nichts auf der Welt, was ihn noch aus Gottes Hand reißen könnte.

Diese Rettung des gesamten Menschen ist von Anfang bis zum Ende ein Geschenk Gottes. Es ist notwendig, dass alle drei Personen der göttlichen Dreieinigkeit zusammenarbeiten, damit überhaupt irgend ein Mensch gerettet werden kann. Gott der Vater hat in Seinem ewigen Ratschluss bestimmt, dass der Herr Jesus die Erlösung am Kreuz von Golgatha vollbringen soll und Ihn dann auch gesandt. Gott Sohn, der Herr Jesus, ist gehorsam auf die Erde gekommen, hat unter uns Menschen gelebt und Sich Selbst geopfert, um uns mit Gott zu versöhnen. Und Gott der Heilige Geist wendet diese Erlösung an den einzelnen Menschen an, die vorherbestimmt wurden, dem Herrn Jesus ähnlich zu werden. Zu dieser Erlösung kann kein Mensch etwas hinzufügen, denn wir können Gott nichts bringen, außer die Sünden, von denen wir erlöst werden müssen. Wir haben nichts als Schuld auf unserem Konto, und so ist alles, was jemals dort drauf kommt, ein Geschenk von Gott. In der Zeit, als Paulus dies schrieb, gab es viele Juden, die meinten, dass sie durch ihr Jude-Sein gerettet seien. Heute denken sich viele, dass es ausreiche, wenn man getauft sei, oder wenn man in Zungen rede oder wenn man weissagt, und doch hat uns doch Jesus klargemacht, dass eines Tages viele Menschen zu Ihm sagen würden: „Herr, Herr, wir haben doch...“ Ja, was denn? Geweissagt, in Zungen geredet, Wunder getan, Kranke geheilt, Dämonen ausgetrieben, gute Werke getan, Menschen bekehrt und getauft. Und doch... der Herr Jesus kennt sie nicht! Warum nicht? Weil sie sich auf das verlassen, was sie selbst tun und nicht auf das, was Jesus Christus für uns tat! Sie tun genau das, wovor Paulus hier warnt. Sich rühmen hat bei Paulus relativ wenig mit öffentlicher Zurschaustellung, als vielmehr mit dem Vertrauen auf etwas zu tun. So kann Paulus sich im ersten Brief an die Korinther auch „des Kreuzes rühmen“, also er sagt damit, dass er sich auf genau das verlässt, was Jesus am Kreuz von Golgatha ein für alle Mal vollbracht hat.

Und so ist nicht nur die Erlösung, die Jesus uns erkauft hat, ein Geschenk von Gott, sondern alles, was wir in unserem ganzen Leben tun und erleben dürfen. Deshalb hat unser Leben gleich einen dreifachen Sinn: Erstens möchte Gott uns die Erlösung schenken mit all ihren Konsequenzen und Auswirkungen, die wir bereits gesehen haben. Zweitens schenkt Gott uns eine riesige Fülle an Möglichkeiten, all das Gute zu tun, was Er für uns vorbereitet hat. Wenn wir dies erkennen, so wird uns klar, dass jede Begegnung, die wir haben, jedes Erlebnis, jeder Moment in unserem Leben einen tieferen Sinn hat: Alles soll uns nämlich für Gott noch brauchbarer und noch stärker im Glauben machen. Zugleich ist jede Begegnung auch ein Geschenk Gottes, das wir nutzen dürfen, um Gottes Liebe weiterzugeben. Wir alle sind Liebesbriefe, die Gott geschrieben hat, um unsere Mitmenschen zu erreichen, die nicht oder nur selten in der Bibel lesen. Und wir dürfen deshalb auch wissen, dass Gott nichts dem Zufall überlässt, sondern jede Begegnung vorbereitet und jeden Schritt nach Seinem Willen lenkt.

Dies alles zusammen hat letztendlich den übergeordneten Sinn, dass wir zur Ehre Gottes leben sollen und uns an Ihm erfreuen. Das Wissen um die göttliche Vorbereitung dieser Situationen lässt uns unverkrampft durchs Leben gehen, da wir wissen, dass wir nichts tun können, sollen und müssen, als nur genau das, was Gott für uns zuvor vorbereitet hat, damit wir darin leben dürfen. Ihm zur Ehre leben, bedeutet, sich an Gott erfreuen zu können und Ihm dankbar zu sein. Das Wissen darum hilft uns aber auch, in schweren Zeiten nicht aufzugeben, denn Gott weiß, was wir aushalten und wo unsere Grenzen sind. Und Er hat alles im Griff. Lassen wir uns doch auch im Leid von Ihm hindurchtragen und dankbar sein.

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