Dienstag, 18. Januar 2011

Gesegnet mit jeder geistlichen Segnung

Gesegnet mit jeder geistlichen Segnung


Gepriesen sei der Gott und Vater unsres Herrn Jesus Christus, der uns mit jedem geistlichen Segen gesegnet hat in den himmlischen Regionen durch Christus (Epheser 1, 3)


Dieser Vers ist der Beginn eines riesigen Satzes, der im griechischen Text insgesamt 12 Verse lang ist. Verse 3 – 14 ist ein einziger recht kompliziert aufgebauter Satz, in dem es darum geht, womit Gott uns gesegnet hat. Deshalb wollen wir den großartigen Einstieg in diesen Abschnitt zunächst einmal gesondert betrachten. So lernen wir zu verstehen, was Gott alles für uns getan hat und für uns möchte.

Der Abschnitt ist eigentlich ein Lobpreis-Gebet von Paulus an Gott für all das Gute, das wir bekommen haben. So beginnt auch der erste Vers mit: Gelobt sei Gott. Im Hebräischen sagt man für diesen fest-stehenden Ausdruck: Hallelu-Jah: Jahwe sei gepriesen. Das zeigt uns sehr deutlich, dass der Gott Jahwe des Alten Testaments ganz und gar mit dem Gott und Vater des Herrn Jesus Christus übereinstimmt. Ja, sie beide sind genau derselbe. Dies muss man dem leider weit verbreiteten Gedanken entgegenhalten, dass im Alten und im Neuen Testament zwei unterschiedliche Götter zu finden seien und das jeweilige Volk Gottes (nach dieser Lehre wäre das alttestamentliche Volk Israel und das neutestamentliche Volk die Gemeinde) auf unterschiedliche Art und Weise gerettet würden.

Manchmal spricht die Bibel von Gott und meint damit die Dreieinigkeit. Dies ist meist der Fall, und ganz besonders oft im Alten Testament. Überall, wo im Kontext die drei Personen Gottes nicht unterschieden werden, kann man grundsätzlich davon ausgehen, dass alle drei Personen gemeint sind. In anderen Fällen wird zwischen den Personen der Dreieinigkeit unterschieden, und dann meint „Gott“ üblicherweise Gott den Vater. So auch hier: Gott der Vater ist zugleich der Gott des Herrn Jesus und der Vater desselben. An anderer Stelle in diesem Brief, nämlich zu Beginn des 6. Kapitels, geht Paulus noch im Detail auf die Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern ein. Für ein Kind, das sich unter dem Gott der Bibel noch nichts vorstellen kann, sind die Eltern die Stellvertreter Gottes auf der Erde. Wo die Eltern mit allen Mitteln versuchen, nach Gottes Willen zu leben, sollen sie diesen Gehorsam auch von ihren Kindern fordern. So wie der Herr Jesus seinem Vater gehorsam war bis zum Letzten, nämlich dem Tod am Kreuz, so sind auch Kinder aufgefordert, ihren Eltern gehorsam zu sein. Gerade weil sie vertrauen dürfen, dass ihre Eltern das Beste für sie wollen (und zwar auch dann, wenn sie einen Wunsch der Eltern nicht verstehen können). Andererseits ist es wichtig für die Kinder, zu sehen, dass ihre Eltern auch nicht nach ihren eigenen menschlichen Maßstäben leben, sondern nach denjenigen, die Gott uns vorgibt. Deshalb werden gläubige Eltern auch nie etwas von ihren Kindern verlangen, das im Gegensatz zu Gottes Wort steht.

So wie Eltern das Beste für ihre Kinder wünschen, so wünscht sich auch Gott das Beste für jeden einzel-nen Gläubigen. An dieser Stelle wollen wir uns zuerst eine andere Stelle aus den Paulus-Briefen betrach-ten, nämlich Römer 8 ab Vers 28. Der Vers 28 wird oft zitiert als Trost oder als Selbstrechtfertigung für etwas, was man unbedingt will im Sinne von: Gott will das Beste für mich, also kann ich das tun, was ich für das Beste halte. An der Stelle wollen wir uns fragen, was für Gott denn das Beste für uns ist. Eine Ant-wort darauf hält der nächste Vers (29) bereit:

Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alles zum Besten mitwirkt, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn welche er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbilde seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Welche er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen, welche er aber berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt, welche er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht. (Römer 8, 28 – 30)

Wir sehen darin, dass es das Beste ist, „dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden“. Das ist es, das Allerbeste für uns alle. Etwas Besseres gibt es nicht. Unsere Wünsche sehen aber oft so aus, dass sie uns, wenn wir sie in Erfüllung gehen lassen, eher der Weltlichkeit gleichförmig gestalten. Die Frage, die sich jedem von uns stellt, ist diese: Bin ich bereit, das Allerbeste anzunehmen oder will ich mich mit dem Zweitbesten zufriedengeben? Das Zweitbeste ist oft schneller zu erreichen, aber es bringt uns von unserer Bestimmung weg. Unsere Bestimmung ist ein Leben mit Gott, ein Leben zu Gottes Ehre, ein Leben, das die Größe Gottes zeigt und bekannt macht. Unsere Bestimmung ist auch nicht auf uns selbst gerichtet, sondern auf die Gemeinde Gottes, auf alle von Gott auserwählten Gläubigen. Ihnen soll unser Leben und unser Handeln dienen. Jesus selbst ist dafür das allerbeste Beispiel: Während die Jünger darüber stritten, wer von ihnen in Gottes Augen wohl der Größte und Beste sei, kniete er sich vor ihnen nieder und wusch ihre Füße. Vor Gott zählt nicht die Größe der Taten, sondern die Treue im Gehorsam. Deshalb ist für Gott auch die Gnadengabe der Prophetie größer als die der Zungenrede, nicht weil sie etwa schwerer, schöner oder wertvoller wäre, sondern weil sie der ganzen Gemeinde dient. Was aber ganz sicher kein Grund sein sollte, die Zweitere zu vernachläßigen oder gar zu verschmähen!

Da wir Gottes Kinder sind, stehen wir zugleich in derselben Stellung wie der Herr Jesus auch: Sein Gott und Vater ist zugleich unser Gott und Vater. So, wie Gott vom Herrn Jesus Treue und Gehorsam verlangt hat, so wünscht er sich auch von uns Treue und Gehorsam, wenn es sein muss bis hin zum bitteren Ende des körperlichen Todes. Es ist einzig und allein das Blut Jesu, das er für uns vergossen hat, das dafür sorgt, dass wir trotzdem in Gottes Gunst bleiben. Das Opfer am Kreuz hat allem Genüge getan, sodass wir wissen dürfen: Dieses wertvolle Blut ist insofern für mich vergossen, dass es jede einzelne meiner Sünden bezahlt hat, sowohl die vergangenen, als auch die zukünftigen. Und nur aufgrund dieses Opfers kann es möglich sein, Gott zu gefallen. Als der Herr Jesus auferstanden ist, hat er mit dieser Auferstehung das ewige Siegel auf uns gedrückt: Der Tod ist besiegt! Es gibt nichts mehr auf dieser Welt, das uns von der Liebe Gottes trennen kann. Weder etwas von außen noch wir selbst.

Auf diese Weise sind wir in Christus oder durch Christus gesegnet. Durch Christus, weil er es war, der uns alle Segnungen erkauft und uns die Tür zu ihnen geöffnet hat. Ob wir durch die Türe hindurch gehen oder ob wir auf der Schwelle stehen bleiben, ist ein anderes Kapitel. Aber die Türe ist offen zu all diesen Segnungen, und niemand kann diese Türe jemals wieder zuschließen. Wir sind aber auch in Christus gesegnet, nämlich in seinem Leib. Christus ist das Haupt der Gemeinde, wir sind sein Körper. Viele der Segnungen können wir im Alleingang überhaupt nicht in Anspruch nehmen, weil sie nicht dafür gedacht sind. Vielmehr hat Gott sie dafür geschaffen, dass wir sie gemeinsam als Ortsgemeinde in Anspruch nehmen und darin leben sollen. Aus diesem Grund können Solochristen auch niemals in der Fülle dieser Segnungen leben. Es gibt vereinzelte Segnungen, die zwar auch ihnen gelten, aber es ist kein Wunder, dass solche sich viel zu wenig gesegnet wissen. In Christus zu sein, bedeutet in einer Gemeinde zu sein und in ihr anderen zu dienen. Einige wunderbare Segnungen kommen gerade dadurch zu ihrer Entfaltung, dass man einander dient. Deshalb gehören die Segnungen auch immer der ganzen Gemeinde. Sie sind ihr übergeben, damit alle in ihr Anteil daran bekommen sollen.

Es sind Segnungen in den himmlischen Regionen. Segnungen von Gott kommen nicht von dieser Welt. Manchmal erinnern sie uns an Dinge von dieser Welt, aber dennoch sind sie es nicht. Es gibt eine gewisse Freude in der Welt und von der Welt, und doch ist diese Freude nur eine lächerliche Fratze im Vergleich zu der reinen und wunderbaren Freude, die von Gott kommt. Wo Hass und Krieg auf der Welt ist, sehen wir einen vergleichsweise lächerlichen Abklatsch des Grimms und Zornes von Gott über all die Sünde und all das gottlose Leben in der Welt, aber auch der politische Friede ist nur eine achtlos hingeworfene Skizze des echten Friedens, der von Gott stammt. Was unsere Welt nötig hat, um zu genesen, das ist der wahre Segen von Gott, doch dieser ist nur denen zugänglich, die bereit sind, sich auf Gott einzulassen. Wer dazu nicht bereit ist, zieht sich lieber Scheuklappen des Verstandes oder die rosarote Brille der Gefühlsduselei an und gibt sich einem dieser beiden hin. Und wer lange genug auf diese Weise gelebt hat, glaubt eines Tages, seine Wahrnehmung müsse die einzig Wahre sein.


Bist du ein wahrhaft Gesegneter? Teilst du deinen Segen mit anderen durch regelmäßiges treues Erscheinen in der Gemeinde? Wo kannst du anderen dienen, ihnen ein Segen sein und dadurch selbst auch mitgesegnet werden? Wo willst du dies in Zukunft noch mehr ausleben?

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