Dienstag, 11. April 2017

Beobachtung: Der Schulferienblues

Wie wir es vormittags hin und wieder machen, bin ich mit unserem Sohn in die Bäckerei gesessen, und wir haben dort unseren Kaffee (ich) und eine Brezel (hauptsächlich er) genossen. Zur Zeit sind Schulferien, und dann ist die Bäckerei immer gut gefüllt. Während der Sohnemann genüsslich seine Brezel isst, werfe ich einen Blick um mich. Unverkennbar sind da mehrere Elternteile mit ihren Kindern da, deren Nachwuchs ansonsten bestimmt die Schule besuchen würde, wären da nicht gerade eben diese Ferien. Die Stimmung ist gedrückt; in einer Ecke sitzen vier junge Mütter mit ihren Kleinkindern, die Mütter fröhlich ins Gespräch vertieft. Doch an einigen Tischen ist eisiges Schweigen geradezu spürbar. Blicke versuchen sich gegenseitig auszuweichen. Keiner traut sich, ein Smartphone oder ähnliches aus der Tasche zu ziehen, sondern es scheint die ungeschriebene Regel zu gelten: Möglichst immer Aufmerksamkeit schenken und dabei dem andern den Gesprächsbeginn zu überlassen. Irgendwie wollte aber in einigen Fällen kein Gespräch in Gang kommen. Die genauen Gründe der Einzelfälle kenne ich dabei nun wirklich nicht, aber etwas wird sichtbar: Es handelt sich um eine Entfremdung der Generationen. Man hat einander nichts zu sagen, nichts zu erzählen, kein wirkliches Interesse aneinander. Jeder tut so gut es geht seine allernötigste Pflicht füreinander, aber was darüber hinausgeht, wird an die Öffentlichkeit abgeschoben: Bildung, Interesse, Verständnis, körperliche Betätigung, und so weiter. Dafür ist die Schule da, die sich dann möglichst ganztags um den Nachwuchs kümmern soll. Dafür gibt es den Freundeskreis und die Vereine für die Freizeit. Schulferien werden als lästiges Zeitvertreiben betrachtet, in dem man halt „was machen muss“, wenn man schon nicht in allen Ferien ins Ausland fahren kann.

Mich beschleicht ein beklemmendes Gefühl. Ich denke an Maleachi, der von Gott ein Versprechen bekommen hat: Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, ehe der große und furchtbare Tag des HERRN kommt; und er wird das Herz der Väter den Kindern und das Herz der Kinder wieder ihren Vätern zuwenden, damit ich bei meinem Kommen das Land nicht mit dem Bann schlagen muss! (Mal. 3, 23 – 24) Das sind die letzten Worte, die in unserem AT stehen, bevor dann mit Matthäus das allerletzte Wort Gottes beginnt. Der Prophet Elia, von dem Maleachi spricht, ist Jesus Christus, und ER ist es, den wir alle so nötig brauchen, damit unsere Herzen denen unserer Kinder zugewandt werden. Das treibt mich ins Gebet, und ich hoffe, dass Gott noch ganz viele von diesen Eltern und Kindern zu Sich zieht, und von Seiner Herrlichkeit überzeugt. Und ich bete auch, dass ich es eines Tages besser machen werde, wenn unser Sohn in diesem Alter ist und gerade Schulferien sind.


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