Montag, 27. Februar 2017

Notiz am Rande: So entstehen „Fake News“ - mitten unter uns

Ich nehme einen aktuellen Vorgang, um damit etwas aufzuzeigen, was ich schon länger immer wieder beobachte. Mitten unter christlichen Kreisen entstehen „Fake News“ - oft wohl unbeabsichtigt, was es aber nicht besser macht. Viel schlimmer ist allerdings, dass gerade diese Kreise häufig den größeren Medien unterstellen, absichtlich falsche Infos zu verbreiten. Deshalb machen wir heute einen Ausflug zum „Fake News“-Mechanismus.

Der Anlass für diesen Beitrag ist der Fall „Börner“, ein Chefarzt in Dannenberg, der in seiner Klinik alle künftigen Abtreibungen unterbinden wollte. Am Rande bemerkt: Ich fand das eine sehr gute Einstellung, und hätte ihm damit allen denkbaren Erfolg gewünscht. Der Klinikchef stellte sich auch hinter die Entscheidung des Chefarztes. Doch es kam, wie es wohl kommen musste, und die Leitung der schwedischen Klinikgruppe hob das Verbot Börners auf, nicht zuletzt weil es aus Medien und Politik viel Gegenwind kam. Daraufhin bot Börner seine Kündigung an, welche angenommen wurde. So weit, so gut, das ist alles im üblichen Rahmen, wie das nun mal so abläuft. Doch nun tauchen in Diskussionen, die insbesondere in den „sozialen“ Medien geführt werden, immer wieder Behauptungen auf, dass Börner gekündigt worden wäre. Wenn das so gewesen wäre, hätte Börner natürlich jedes Recht auf juristische Unterstützung gehabt. Er hätte damit leben müssen, dass in seiner Klinik auch weiterhin Abtreibungen durchgeführt werden. Doch das wollte er nicht, weshalb er ja von sich aus die Kündigung anbot. Wer daraus schließen will, dass ihm nun gekündigt worden sei, hat von dem Fall gar nichts verstanden. Leider werden immer mehr solche Informationen aus dem Zusammenhang gerissen und zu neuen Informationen, „Fake News“ zusammengebastelt. Das führt leider dazu, dass immer mehr Menschen uns Evangelikale als Fake-News-Maschinen betrachten – und leider häufig nicht zu unrecht. Das ist übrigens auch ein Grund, weshalb verantwortungsbewusste Journalisten eben gerade nicht jede News übernehmen, die irgendwo online auftaucht. Und es ist auch der Grund, weshalb in einem solchen Fall nur sehr vorsichtig geschrieben wird. Das hat in den meisten Fällen wenig mit der politischen Einstellung der jeweiligen Autoren zu tun – auch wenn diese natürlich auch eine Rolle spielt – sondern vielmehr damit, dass man nicht über seine Kompetenzen hinaus berichten will.

Abtreibung ist in Deutschland nach wie vor illegal, lediglich unter bestimmten Umständen straffrei. Das wäre eine Information, die sich verbreiten sollte. Die evangelische Nachrichtenagentur „idea“ hat deshalb eine Petition zum Lebensrecht Ungeborener gestartet. Diese hat bisher bereits über 6800 Unterschriften und kann auch weiterhin online unterzeichnet werden.


1 Kommentar: