Montag, 29. Oktober 2012

Timotheus Magazin #9: Buße

Timotheus Magazin #9: Buße

Nachdem ich von der Männerkonferenz im Glaubenszentrum Bad Gandersheim zurückgekommen war, wartete da auf mich eine Überraschung: Die lang ersehnte neunte Ausgabe des Timotheus-Magazins. Das Erste, was auffällt, ist die Tatsache, dass das Magazin ganz klar am Wachsen ist. Der Umfang nimmt zu. Da wollen wir doch einen Blick auf das Magazin werfen, ob sich das längere Warten (der abonnierende Leser wurde um mehrere Wochen vertröstet mit dem Versprechen guter Qualität) gelohnt hat.

Die Titelseite des Magazins ist wie immer grafisch sehr gut aufgemacht. Hatte ich bei der letzten Ausgabe bemängelt, dass der Schriftzug aufgrund von zu wenig Kontrast nicht gut leserlich war, so war dem nun abgeholfen. Auch diesmal lässt sich über den Zusammenhang des Titelbildes zum Thema des Magazins nur spekulieren – ein guter Schachzug, der den Leser auf den Inhalt neugierig macht. Auf die Titelseite folgen vier Seiten, auf welchen je nur ein Zitat zu finden ist. Auch sonst wurde grafisch wieder in allerhöchster Qualität gearbeitet. Großes Lob an Peter Voth, den Designer des Magazins. Das gesamte Design ist auch diesmal wieder sehr gut – klasse aufgemacht und doch so zurückhaltend, dass es die Schrift ins Zentrum rückt.

Bereits das Editorial macht neugierig auf die Beiträge, bereits da findet sich eine wunderbare Aussage, der man einfach zustimmen muss: In Zeiten der großen Erweckungen, in den Zeiten Luthers, Calvins, Whitefields, Edwards oder Spurgeons nahm die „Buße“ ihren rechtmäßigen und lehrmäßig richtigen Platz ein. Die Biografen großer Gottesmänner zeugen von der Wucht und Wichtigkeit „echter Buße“ und wir tun gut daran, daraus zu lernen. Angesichts dieser Tatsache fragen wir: „Was bedeutet Buße wirklich?“ (Seite 6)

Auf Seite 9 folgt eine sehr schöne Wiedergabe des Psalms 51, darauf der Beitrag von Kurt Vetterli zum Thema „Das Wesen wahrer Buße“. Er schreibt, nachdem er Hesekiel 36, 26f zitiert: Es ist Gott der Heilige Geist, der die Buße im Herzen der Menschen bewirkt. Ohne dieses Wirken bleiben sie im Ungehorsam. (S. 13) Den Schluss des Artikels möchte ich auch noch kurz wiedergeben, denn darin ist so viel Wahrheit: Buße ist nicht nur ein einmaliger Akt, sondern eine umfassende Lebenshaltung. Die Erkenntnis Gottes und die Liebe zu ihm wächst, die Erkenntnis der Sünde wächst ebenfalls und damit auch die Betrübnis über sie und der Hass auf sie. Die Bereitschaft, Sünde immer wieder beim Namen zu nennen und sich von ihr abzuwenden, ist ebenfalls wachstümlich. Diese Haltung echter Bußfertigkeit wird sich in unserem Leben vertiefen und einprägen. Dadurch wird die Gemeinschaft mit Gott, der uns diesen neuen Sinn gegeben hat, ebenfalls eine tiefere werden. Die Liebe zu ihm wächst und damit auch die Abneigung gegen alles, das Gott missfällt. (S. 13)

Ab Seite 15 folgt der nächste Beitrag von Sascha Baer, der uns das Leben von Josia vorstellt, als einem „Mann der Buße“. Josia suchte Gott und fand ihn, tat Buße und gehorchte dem lebendigen Gott. Er zerstörte alle Götzenbilder, denn er war sich seiner Verantwortung dem Volk gegenüber wohl bewusst. Er richtet dafür das Haus Gottes wieder auf, damit die Gemeinschaft mit Gott wieder wie geplant gepflegt werden kann und hört auf Gottes Wort: Die durch das Wort Gottes herbeigebrachte Sündenerkenntnis bewirkt in Josia ein Verlangen danach, Gottes Absichten mit ihm und seinem Volk zu erfahren. So schickt er Hilkija, Schafan und die anderen Berater zur Prophetin Hulda. Sie soll den Herrn zum Zustand des Volkes befragen. Gott spricht und bleibt seinem Wort treu. (S. 18)

Auf den Seite 20 und 21 ist ein sehr gutes Bild zu finden, auf dem der Reformator Martin Luther beim Wittenberger Thesenanschlag nachgestellt wird. Der Beitrag von Simon Schuster zum Thema „Luther und die Buße“ ist ebenfalls sehr lesenswert. Er schreibt: Luther war so streng mit sich selbst – aus Angst, dass Gott ihn verdammt – dass er eben ständig wegen jeder Kleinigkeit bei Staupitz [seinem Beichtvater] beichten wollte. Die Gespräche mit Staupitz führten Luther aber zu wunderbaren Erkenntnissen, so dass er bekennen konnte, „dass das Wort Buße, das für mich früher das bitterste Wort der ganze Schrift war – solange ich nämlich mit aller Kraft vor Gott Buße erheucheln und eine selbstgemachte und erzwungene Liebe zum Ausdruck bringen wollte -, mir jetzt süßer und lieber klingt als alles andere.“ (S. 22)

Der Beitrag ab Seite 24 zum „Bußgebet Daniels“ ist auch ein Leckerbissen für den gläubigen Leser. Der Autor, Waldemar Justus, schreibt dazu: Ausführlich hat Daniel bis hierhin das Vergehen des gesamten Volkes ungeschminkt vor Gottes Thron getragen. Doch ab Vers 15 begegnet uns eine erstaunliche Wende im Bußgebet Daniels. Plötzlich steht etwas ganz anderes im Mittelpunkt des Gebets. Es geht um Gott und seine Ehre. Was tut Daniel da? Ihm kommt es gar nicht in den Sinn Gott mit der eigenen Gerechtigkeit und Ehre zu beeindrucken. Sieh, welche Geschütze Daniel in seinem Bußgebet auffährt. Es geht ausschließlich um Gott und seinen Bund, seine Befreiung aus Ägypten, sein Volk, sein Heiligtum, seine Stadt, seinen Namen. Daniel setzt alles auf eine Karte! […] Daniel verstand ein wichtiges Prinzip im Reich Gottes: Der Schlüssel für Lebensveränderung und erhörtes Gebet ist nicht in mir zu finden, sondern allein in Gottes Verheißungen, die er in seinem Wort, der Bibel offenbart hat! (S. 27)

Dann geht es gleich weiter mit dem Thema „Buße nach dem Willen Gottes“. Waldemar Dirksen schreibt über die heilsame Betrübnis, die eine echte Buße begleitet. Wirksam und zielführend sind göttliche Zuchtmaßnahmen, die den Menschen betrüben. Sie sind dennoch immer ein Akt der Liebe. „Denn die gottgewollte Betrübnis bewirkt eine Buße zum Heil“ (2. Kor. 7,10). Diese Worte hat Paulus an Gläubige in Korinth geschrieben. Der erste Brief von Paulus hat sie betrübt. Er hat sie wegen verschiedener Sünden zurechtgewiesen. Im zweiten Brief stellt Paulus nun fest, dass ihre Betrübnis gottgewollt war, da sie eine heilsame Buße bewirkte. (S. 31)

Interessanterweise folgt diesem Beitrag noch ein Review zu einem Buch, das ich kürzlich hier auch zitiert und kurz vorgestellt habe. Eddi Klassen hat den Review zum Buch „Die Lehre von der Buße“ von Thomas Watson verfasst. Einmal mehr die Empfehlung an alle Leser, dieses Buch zu lesen. Es ist sehr wertvoll. Darauf folgt noch ein zweites Review von Peter Voth, der die BasisBibel vorstellt. Da ich sie persönlich noch nicht kenne, kann ich an der Stelle nichts weiter dazu sagen.

Zusammenfassend möchte ich festhalten: Das Warten hat sich gelohnt! Ich habe mich riesig gefreut, das Magazin in der neunten Ausgabe zu lesen. Und bin schon gespannt auf die nächste Ausgabe. Wenn Du, lieber Leser, das Magazin noch nicht abonniert hast oder es verschenken möchtest, so sind hier die Möglichkeiten, dies zu tun. Ich lege es jedem ans Herz.


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