Mittwoch, 21. Dezember 2016

Das nehme ich mir fürs Neue Jahr vor.


Jedes Jahr kommt zwischen Weihnachten und Neujahr häufig die Frage auf: Und was nimmst Du Dir fürs Neue Jahr vor? Und dann stößt meine Antwort meist auf Unverständnis und große Augen. Heute möchte ich diese Antwort etwas genauer untersuchen und auch begründen. Meine Antwort lautet: Nichts.

Im Laufe der Jahre bin ich zum Schluss gekommen, dass diese Neujarsvorsätze einige Gefahren bergen und deshalb kontraproduktiv sind. Sie bergen die Gefahr, dass man das Umsetzen guter Erkenntnisse auf die lange Bank schiebt. Wenn ich erkenne, dass ich was ändern sollte, dann will ich nicht bis zum 1. Januar warten. Denn solange ich das erkenne und es nicht umsetze, ist es mir zur Sünde geworden (Jakobus 4,17). Wenn ich also sowas erkenne, dann nehme ich meine Terminplanung zur Hand und sehe zu, dass ich das so bald wie möglich ändern kann.

Die zweite Gefahr besteht darin, dass man den Jahresanfang vergötzt. Man hebt diesen derart als etwas Besonderes in die Höhe und schreibt ihm magische Kräfte zu. Magisches Denken ist ein Götzendienst. Wer denkt, am Anfang des Jahres würde es mit dem Umsetzen der Vorsätze besser klappen, weil es der Jahresanfang ist, schreibt diesem solche Kräfte zu. Es ist ein Tag wie jeder andere auch. Wenn es natürlich zufällig der erste Tag ist, an welchem der Terminplan eine solche Umsetzung erlaubt, ist das kein Problem. Aber den Jahresanfang um des Jahresanfangs willen zu erhöhen ist Götzendienst.

Die dritte Gefahr sehe ich regelmäßig ungefähr am 10. Januar eintreffen. Dann macht sich Resignation breit. Dann kommt das Einsehen: Auch dieses Jahr hat es wieder nicht geklappt. Versuchen wir es halt nächstes Jahr wieder. Es entwickelt sich eine Gewohnheit des Nichtschaffens und eine Gleichgültigkeit. „Kann ja vorkommen. Ist ja nicht so schlimm. Habs mal wieder probiert und bin gescheitert.“ Zu diesem Punkt der Resignation möchte ich nie gelangen. Es ist mein Gebet, dass mein Zorn gegen die Sünde immer größer bleibt als die sich immer wieder entwickelnde Gleichgültigkeit.

Doch wie lässt es sich besser machen? Hier meine Tipps dazu.

1. Plane Veränderungen möglichst bald nach der Einsicht. Das Hinausschieben führt zum Vergessen, aber auch dazu, dass man dann immer wieder darüber nachdenkt, bis es sich plötzlich lächerlich oder unwichtig anfühlt.

2. Plane Veränderungen in kleinen Etappenschritten. Beispiel Bibellesen: Nicht von heute auf morgen gleich mit 5 Kapiteln anfangen, sondern zB enen Monat lang jeden Tag ein Kapitel, im zweiten Monat jeden Tag zwei Kapitel und so langsam steigern. Notiere die Etappenziele und lege fest, woran Du feststellen willst, wann das jeweilige Ziel erreicht ist.

3. Nimm Dir nie vor, nur mit etwas aufzuhören, sondern versuche, das Gegenteil der schlechten Gewohnheit zur guten Gewohnheit zu machen (oder etwas anderes Gutes, wenn es vom Schlechten kein Gegenteil gibt).

4. Behandle die guten Gewohnheiten wie wichtige Termine. Trage sie wenn möglich in den Terminplan ein mit Uhrzeit und halte Dich dann auch daran, selbst wenn es niemand überwacht.

5. Sprich mit einem Freund oder einer Freundin über den jeweiligen Vorsatz und bitte die Person, immer mal wieder nachzuhaken, wie es dabei gerade geht. Behandle den Vorsatz so, als ob Du ihn der anderen Person schuldig wärst.

6. Sei geduldig. Neue Gewohnheiten brauchen enorm viel Zeit. Und das ist gut so, auch wenn es uns oft lieber wäre, wenn es schneller ginge. Eine Gewohnheit ist eine sehr starke Verknüpfung im Gehirn. Wenn es einfacher ginge, wären alle Gewohnheiten nicht wirklich Gewohnheiten, sondern es würde uns lebenslänglich schwerfallen, richtig zu handeln.

7. Belohne Etappenziele. Suche etwas Gutes aus, was Du Dir beim jeweiligen Erreichen eines Etappenziels tust. Wichtig dabei: Etwas Gutes und keinesfalls das, was Du Dir grad abgewöhnen willst. Viel Erfolg beim Umsetzen der nächsten Vorsätze!


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