Montag, 15. Juni 2015

Die wichtigste Frage eines frischgebackenen Vaters

Vor gut einem Monat ist unser Sohn zur Welt gekommen. Unser erstes Kind. Für mich als frischgebackenen Papa hat sich dadurch eine Menge verändert – manch einem wird wohl auch aufgefallen sein, dass ich zur Zeit weniger häufig blogge.

Vater zu werden (und zu sein) ist etwas sehr Schönes, sehr Wertvolles. Und ich möchte aus dieser Zeit, in der ich meinen Sohn begleiten darf, möglichst viel machen. Ich möchte allen möglichen Segen aus dieser Zeit für meinen Sohn und für mich selbst (natürlich auch für meine Frau) rausholen. Deshalb stelle ich mir frühzeitig die wichtigen Fragen, damit ich nicht eines Tages aufwache und mich fragen muss, wo denn all die Zeit hingegangen ist. Sie wird noch schnell genug voranschreiten.

Meine wichtigste Frage (und meine unvollständige Antwort darauf) möchte ich heute mit euch teilen. Meine wichtigste Frage lautet: Wie kann ich meinem Sohn ein Papa sein, dessen Vorbild er nacheifern können soll?

Paulus schreibt im Brief an die Korinther: Seid meine Nachahmer, gleichwie auch ich Nachahmer des Christus bin! (1. Korinther 11,1) Seien wir mal ehrlich: Mein Sohn wird mich nachmachen und von mir lernen, ob ich das nun will oder nicht. Er kann noch nicht unterscheiden, was ein gutes und was ein schlechtes Vorbild ist. Und seien wir auch ehrlich: Egal wie ich mich anstrenge, es wird doch immer wieder und wieder Momente geben, die ich bereuen werde und dafür um Vergebung bitten muss.

Aber mein Wunsch ist es, dass mein Sohn zu mir aufschauen kann und daran sehen, was einen echten Mann ausmacht. Deshalb habe ich mich auch die letzten Monate immer wieder gefragt, was denn nun einen echten Mann ausmacht. Irgendwann werde ich dazu noch etwas ausführlicher schreiben.

Was tue ich, um diesem Ziel näher zu kommen, ein gutes Vorbild für meinen Sohn zu sein?
1. Ich bete. Ich bitte den Heiligen Geist, mir die Dinge in meinem Leben aufzuzeigen, die nicht zu diesem Ziel passen. Ich bitte den Geist der Heiligung, diese Heiligung in mir immer mehr zu bewirken. Mich immer christusähnlicher zu machen, damit ich meinem Sohn sagen (nicht unbedingt mit Worten) kann: Sei mein Nachahmer, gleichwie auch ich Nachahmer des Christus bin!
2. Ich suche nach Helfern. Ich schaue mich um nach anderen Männern, die mir bei dieser Aufgabe helfen können. Ich möchte, dass mein Sohn auch andere Männer sehen und kennenlernen kann, damit er von jedem von uns Männern bestimmte Aspekte des Mannseins lernen kann. Ich weiß, dass auch mein Mannsein ergänzungsbedürftig ist. Da brauche ich Hilfe.
3. Ich möchte meinem Sohn helfen, den Übergang vom Jungen zum Mann zu feiern. Ich suche nach einer Möglichkeit, diesen Übergang festzustellen. In der Soziologie nennt man diesen Vorgang einen „Initiationsritus“, also eine Art Ritus, die der jeweiligen Person hilft, zu verstehen, dass sie von einem Status in einen anderen übergegangen ist. Etwa die Feier der Hochzeit ist ein solcher Ritus, bei welchem der Übergang von zwei einzelnen Menschen zu einem Ehepaar gefeiert wird. Ich möchte, dass mein Sohn zurückblicken kann auf ein Ereignis und daran festmachen: Seither bin ich ein Mann geworden.

Ich habe in letzter Zeit mehrere Männer gefragt, wann sie vom Jungen zum Mann geworden sind, und meist sehr unbefriedigende Antworten bekommen. Vermutlich wissen es tatsächlich die meisten von uns nicht. Weißt Du es? Wie ist es bei Dir geschehen? Ich freue mich auf Deine Gedanken dazu.

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