Mittwoch, 22. Januar 2014

Was die NSA wirklich kann

Gestern kam auf der Seite der FAZ online ein kurzer Artikel mit der Überschrift: "Das kann die NSA wirklich".

Darin werden verschiedene Möglichkeiten der Spionage durch die NSA beschrieben, so etwa:
"...kann bei Telefongesprächen die Rufnummern und den Aufenthaltsort der Gesprächspartner zurückverfolgen.
...kann aus abgegriffenen Handydaten Bewegungsprofile von privaten Nutzern erstellen. Auch in den Vereinigten Staaten
...kann die Mobiltelefone von ausländischen Staatschefs abhören."
Und manche mehr. Das mögen schon beunruhigende Tatsachen sein. Allerdings hat man damit das wahre Ausmaß der Sache noch nicht verstanden. Die drei wichtigsten Instrumente sind dabei noch komplett außer Acht gelassen.

1. Der Algorithmus
Während früher alles von Hand durchsucht werden musste, übernimmt dies heutzutage der Algorithmus der Computer. Alles kann damit nach bestimmten Wortfolgen, Geheimcodes und vielem mehr durchsucht und automatisch abgelegt werden. Dies macht die heutige Technik zu einem wahnsinnig starken Partner der Überwachung. Der Computeralgorithmus ist dabei viel exakter als der Mensch - er überspringt oder -liest nichts.

2. Die Datenbank
Vermutlich muss man erst einmal mit Datenbanken gearbeitet haben, um deren Stärke auch nur ansatzweise verstehen zu können. Eine Datenbank kann man sich vorstellen wie eine riesige Tabelle, die mit vielen unter einander verknüpften Einträgen gespeist wird. Je mehr da drin ist, desto mehr kann man damit machen. Mit Datenbanken kann die NSA ganze Nutzerprofile von Millionen von Usern herstellen, die Tag für Tag mit noch mehr Infos gespeist werden. Eine Datenbank vergisst nie. Während der Mensch oft nach einem Jahr schon nicht mehr weiß, was er wem wann gesagt und geschrieben hat, wird sich die Datenbank immer daran "erinnern". Eine Datenbank kann genutzt werden, um daraus Beziehungsgeflechte zwischen Menschen zu generieren, das Kaufverhalten sagt viel über einen Menschen aus, und so weiter.

3. Die Abfrage
Datenbanken sind solange wertlos, bis sie abgefragt werden können. Auch Abfragen können automatisiert werden. Was früher in der DDR-Zeit noch von Hand gemacht werden musste - Einträge in einem riesigen System von Akten finden - erledigt die Datenbankabfrage in einem Bruchteil einer Sekunde. Mit 40'000 Mitarbeitern und einem jährlichen Budget von 10 Mrd. USDollar ist eine ganze Menge machbar. Interessant ist auch die Tatsache, dass pro Tag ungefähr 29 PetaBytes an Daten analysiert und verarbeitet werden. Zum Vergleich: Ein kleiner USB-Stick hat 1 GigaByte an Speicherplatz. Da passen etwa 500 Bilder in einer einigermaßen guten Auflösung drauf. Die NSA verarbeitet jeden Tag die Menge von 29 Millionen solcher USB-Sticks. Dies ist etwa ein Zwanzigstel der Gesamtmenge von allem, was täglich übers Internet gemacht wird. Wenn man bedenkt, dass von diesem Gesamtdatenaufkommen vieles mehrmals heruntergeladen wird, ist das eine Zahl, die durchaus beängstigen kann.

Noch ein kleiner Hinweis am Rande: Kürzlich wurde bekannt, dass das vielgerühmte De-Mail gar nicht erst so sicher ist wie es vom Anbieter versprochen wurde. Es ist in Wirklichkeit genauso unsicher wie das Versenden von unverschlüsselten Mails. Viel besser ist es, eine Verschlüsselung zu wählen, die nur der Sender und der Empfänger entschlüsseln können (End-to-End-Verschlüsselung).

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