Montag, 25. Februar 2013

Die Sünde in unserer Zeit

Die Sünde in unserer Zeit

So spricht der Herr der Heerscharen: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Sie täuschen euch; die Offenbarung ihres eigenen Herzens verkünden sie und nicht [was] aus dem Mund des Herrn [kommt]. Ständig sagen sie zu denen, die mich verachten: »Der Herr hat gesagt: Ihr werdet Frieden haben!« Und zu allen denen, die in der Verstocktheit ihres Herzens wandeln, sprechen sie: »Es wird kein Unheil über euch kommen!« (Jeremia 23, 16 - 17)

Das größte Übel unserer Zeit ist, dass wir nicht mehr wissen, was Sünde ist und was sie bewirkt. Dies war auch in der Zeit Jeremias der Fall. Es gab selbsternannte Propheten, die den Menschen Frieden verkündeten, obwohl jene nichts mit dem lebendigen Gott zu tun haben wollten. Unser heutiges Problem ist, dass wir Sünde verharmlosen. Wir biegen sie auf die humanistische Definition herunter, die besagt, dass Sünde das ist, was anderen Menschen schadet. Damit verfehlen wir aber all das, was die Bibel über Sünde sagt. Wir lassen uns vom Zeitgeist beeinflussen und werfen damit Gottes Geist hinaus aus unseren Überlegungen und der Verkündigung. Sünde – so lehrt die Bibel in ihrer Gesamtheit – ist nicht in erster Linie das, was anderen Menschen schadet, sondern das, was Gott die Ehre nimmt. Und weil Gott die ganze Welt in erster Linie zu Seiner Eigenen Ehre gemacht hat, bringt unsere Sünde immer Gott um Seine Ehre und die Welt um ihre Bestimmung. Deshalb beschwört alle Sünde Gottes Zorn herauf – egal ob es sich dabei um etwas handelt, bei dem wir sofort sehen können, dass es jemandem etwas schadet oder nicht.

Das Problem dabei ist, dass wir gerne versuchen, Gott nach unseren Wünschen umzubasteln und zu unserem Taschengötzchen zu machen, das wir als Wunscherfüllungsautomaten nach Gutdünken missbrauchen und dann schnell wieder wegpacken können. Friede, Friede, Friede, wo doch kein Friede ist. Es ist schrecklich, unter dem Zorn des lebendigen Gottes zu stehen, aber schrecklicher ist es, Menschen von ihrem Frieden zu überzeugen, wo gar kein solcher ist. Gott hat als Design für die Ehe den Menschen als Mann und als Frau geschaffen, dieses Design wird die ganze Bibel hindurch als der verbindliche Wille Gottes deklariert. Alles andere bringt Gott um Seine Ehre und beschwört deshalb auch Seinen Zorn herauf. Dürfen wir da schweigen, wenn eine Gesellschaft versucht, diese Ordnung aufzubrechen? Dürfen wir „Friede, Friede!“ rufen, wo niemals Friede sein kann?

Eines ist klar: Wer den Mund auftut, ohne „Friede, Friede!“ zu rufen, hat einen schweren Stand. Der Herr Jesus hat es bereits klar gemacht: Wer Sein Wort weitergibt, muss Verfolgung in Kauf nehmen. Der Preis ist hoch. Unsere Gesellschaft verfolgt heute schon systematisch alle, die es wagen, dies zu tun. Dennoch: Wir sind berufen, den Mund zu öffnen. Wir sind berufen, gegen das Unrecht Stellung zu beziehen. Nur so wird es möglich sein, ein Licht in der Dunkelheit unserer Zeit zu sein. Viele werden es wohl nicht mehr werden, die dazu bereit sind. Die Verleumdungswelle ist groß, als „Fundamentalist“ zu gelten ist ein Schimpfwort. „Christ“ übrigens auch. Als Christen dürfen wir uns nicht wundern, dass wir dieser Verfolgung ausgesetzt sind. Problematisch ist nur, wenn wir aus Feigheit schweigen. Denn eine Kirche oder Gemeinde, die aufhört, die Menschen vor der Sünde zu warnen und ihre Mitglieder im Notfall auch zu schützen, hat kein Recht mehr, sich als Herausgerufene des Herrn Jesus zu bezeichnen. Sie hat ihre Berechtigung, eine solche zu sein, verloren.

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